Unihockey
Ein «Schuss Fankhauser» führte zum Sieg

Wiler-Ersigen gewinnt das lange umkämpfte Derby gegen die Tigers Langnau mit 11:6. Kurz vor der zweiten Pause bedeutete der Treffer des 21-jährigen Agronomie-Studenten zum 7:4 die erstmalige Dreitore-Führung für Wiler.

Michael Schenk
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Wilers dreifacher Torschütze Philipp Fankhauser (Mitte) lässt sich von seinen Kollegen feiern. marcel bieri

Wilers dreifacher Torschütze Philipp Fankhauser (Mitte) lässt sich von seinen Kollegen feiern. marcel bieri

Solothurner Zeitung

Das Tiger-Fondue, hergestellt vorab aus echtem Emmentaler und Greyerzer, ist ein Klassiker und wird als solcher, als «Classic», auch in vielen Geschäften verkauft. Nun, die Tigers aus Langnau erwiesen sich im Unihockey-Klassiker gegen Wiler-Ersigen als speziell zähflüssige Mixtur. Der neue Coach der Langnauer, Phillippe Soutter, hat in seinem ersten Meisterschaftsspiel in dieser Saison kräftig in die Bindemittel-Büchse gegriffen. Statt eines Schuss Weissweins, wie auf dem Esstisch, war es freilich ein «Schuss Fankhauser», der den Widerstand des hartnäckigen Widersachers im Endeffekt brach, und den SV Wiler-Ersigen nach starkem Finish zum 11:6-Sieger kürte.

Der unbedingte Siegeswille

Wiler, technisch und als Kollektiv, die feinere Klinge führend, vermochte sich bis zehn Minuten vor Schluss nie entscheidend von seinem Gegner abzusetzen. Bis Fankhauser mit seinem dritten persönlichen Treffer (51.) den Meister mit 8:6 in Führung brachte. Ab diesem Moment war der Widerstand der Gäste gebrochen. Wie die beiden vorausgehenden Tore, ein wichtiger Treffer des 21-jährigen Nationalspielers. Mit je einem Tor kurz vor und kurz nach der zweiten Pause, waren die Tigers zuvor von 7:4 auf 7:6 herangekommen. Das Momentum drohte auf die Seite der beharrlichen Gäste zu kippen.

56 Sekunden, nachdem die Gäste zum 4:4 ausgeglichen hatten, hatte Fankhauser das 5:4 für seine Mannschaft erzielt. Und kurz vor der zweiten Pause bedeutete der Treffer des 21-jährigen Agronomie-Studenten zum 7:4 die erstmalige Dreitore-Führung für Wiler. «Es ist sicher mein Ziel, in entscheidenden Phasen Impulse zu setzen.» Aber planen könne man das nicht. «Vielleicht hängt es mit dem unbedingten Siegeswillen zusammen. Ich bin froh, hat es geklappt.»

Mentale Herausforderung

Philipp Fankhauser ist einer der neun Nationalspieler des SV Wiler-Ersigen, die letzte Woche am Vierländer-Turnier in Brünn (Tsch) die Schweiz vertreten haben (Niederlagen gegen Schweden und Finnland, Sieg gegen Tschechien). «Es war schwierig, mental umzustellen, und sofort wieder in den Meisterschaftsrhythmus zu kommen», so Fankhauser. Schliesslich sind er und seine Teamkollegen erst am Montag Nachmittag wieder in der Heimat angekommen. Die Müdigkeit zu besiegen und sofort wieder eine neue Spannung aufzubauen, kaum hat sich die andere entladen, ist eine Herausforderung. «Ich glaube, man hat das dem Spiel ansehen können. Wir hätten beide besser spielen können», so Fankhauser. Auf Tigers Seite waren mit Dysli und Gerber «nur» zwei Akteure International engagiert. «Dafür hatten sie den Nachteil des neuen Trainers», so Fankhauser.