Curling

Ein Saisonende mit Schönheitsfehler

Der Solothurner Skip Yannick Schwaller blickt trotz WM-Absage auf eine erfolgreiche Saison zurück.

Der Solothurner Skip Yannick Schwaller blickt trotz WM-Absage auf eine erfolgreiche Saison zurück.

Der Solothurner Skip Yannick Schwaller und sein Team beenden die Curling-Saison nach der WM-Absage als Weltnummer 6. Der Skip kann mit seinem Team auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. Die WM-Absage stellt den einzigen Makel dar.

Die Absage der WM von Ende März in der schottischen Hauptstadt Glasgow kam für das Team Schwaller nicht ganz überraschend. Trotzdem: Die Enttäuschung bei den Curlern, welche die Schweiz vertreten hätten, sitzt tief. Auch bei Yannick Schwaller: «Die harte Arbeit wird durch eine Pandemie zunichte gemacht», sagt der 24-Jährige aus Recherswil und fügt an: «das tut schon weh.» Der Skip des Teams weiss aber auch, dass die Absage in Anbetracht der Situation notwendig und der einzig richtige Schritt war.

Noch am vergangenen Wochenende bestritten die Schweizer in Schottland ein Weltcup-Turnier. Es hätte als Vorbereitung für die Titelkämpfe dienen sollen – stattdessen wurde es wegen des Corona-Virus zum letzten Turnier der Saison. Immerhin: Das Team Schwaller holte sich den Sieg und beschloss die Saison damit erfolgreich. Das i-Tüpfelchen: Schwaller und Co. kletterten in der Weltrangliste noch auf den sechsten Platz. «Wir konnten mit diesem Turnier sowohl unsere Form als auch unsere Leistungen bestätigen», sagt Schwaller.

Im Gegensatz zu den Frauen, wo die WM in Kanada erst kurz vor dem Auftakt abgesagt worden war, kam die Absage bei den Männern mit genügend Vorlauf. Das kam den Schweizern entgegen: Statt die Pause zwischen Weltcup und WM aufgrund der Pandemie unplanmässig in Schottland zu überbrücken, reisten sie nach ihrem Triumph im Weltcup zurück in die Heimat. «Ich war froh um die klare Kommunikation», sagt Skip Schwaller. So musste sein Team in Schottland nicht noch zusätzliche Aufwände betreiben, um beispielsweise notwendige Trainings zu organisieren.

Kommende Woche trifft sich das Team nochmals: «Wir schauen uns die Saison an und analysieren, was wir mitnehmen können und wo noch Potenzial besteht», sagt Schwaller und fügt an, dass man den eingeschlagenen Weg weitergehen wolle. Nach der Saisonanalyse steht für das Team Schwaller Regeneration auf dem Programm. Die gemeinsame Vorbereitung auf die neue Saison soll Ende April oder Anfang Mai wieder beginnen – wenn es das Corona-Virus denn zulässt.

Es war eine erfolgreiche Saison voller Premieren

In der nun anstehenden Curling-freien Zeit kann Schwaller, der gelernter Hochbauzeichner ist, im Architekturbüro seines Vater aushelfen. Eigentlich würde er auch noch Betriebswirtschaft an einer Privatschule studieren, doch der Unterricht fällt auch dort bis auf Weiteres aus.

Der Rückblick auf die Saison gestaltet sich trotz vorzeitigem Abbruch sehr erfreulich: Es war für Schwaller und Co. die bisher erfolgreichste Saison. Sein Team holte bei der EM-Premiere gleich Silber, wurde zum ersten Mal Schweizer Meister, gewann drei Turniere auf der World Tour, hätte erstmals an der WM teilgenommen – und ist jetzt die Weltnummer 6. «Wir haben enorme Fortschritte gemacht», sagt Schwaller und ergänzt: «Es zeigt sich, dass der Weg, den wir gehen, der richtige ist.» Die kommende Saison soll noch besser werden. Auch wenn sich die Planung derzeit schwierig gestaltet, weil das Ende der Corona-Krise nicht absehbar ist. Schwaller geht dennoch von einer langsamen Normalisierung im Monat August aus.

Die kommenden Monate müssen nun zeigen, ob die Pandemie nach dem Saisonabbruch auch einen Einfluss auf den Start der neuen Saison haben wird. Schwaller und Co. werden sich weiterhin hohe Ziele stecken, vorerst aber spielt das Curling angesichts des Corona-Virus nur eine Nebenrolle.

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