Hornussen
Ein runder Geburtstag, der gar keiner ist

Höchstetten gewinnt das Jubiläums-Hornussen der HG Thunstetten vor Zuchwil und Oeschenbach mit 1288 Punkten. Weil gleichzeitig auch der Nachwuchs und das B-Team Zuchwils bei anderen Festen im Einsatz standen, hätte es sogar zum Sieg reichen können.

Hans Peter Schläfli
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Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der HG Thunstetten wurden Hornussergesellschaften aus dem Oberaargau und der ganzen Schweiz eingeladen.
Die jubilierende Hornussergesellschaft Thunstetten mit ihrer neuen Fahne.
Zuchwils Langschläger Michael Stoll.
Der Zuchwiler Urs Siegenthaler hohlt Schwung.

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HPS

Es war einiges los zwischen Bützeberg und Thunstetten. Auf fünf Böcken gleichzeitig wurde abgeschlagen, und zwar dort, wo die Bahn 2000 unter den Feldern durchrast. Zu ihrem «Hundertjährigen» lud die HG Thunstetten die besten Hornusser-Gesellschaften aus dem Oberaargau und der ganzen Schweiz ein.

Beachtliche Weiten erreicht

Weil das Ries zwischen Hof und Bifang ganz leicht tiefer liegt und ein seitlicher Rückenwind blies, wurden beachtliche Weiten erreicht. Stefan Studer vom Schweizer Meister Höchstetten war der beste Einzelschläger mit 94 Punkten, gefolgt vom Zuchwiler Benjamin Lehmen mit 93 Punkten. Es überrascht also nicht, dass Höchstetten das Jubiläumshornussen mit 1288 Punkten vor Zuchwil mit 1277 Punkten gewinnen konnte. Und wäre Zuchwil nicht mit zwei Ersatzhornussern angetreten, weil gleichzeitig auch der Nachwuchs und das B-Team bei anderen Festen im Einsatz standen, dann hätte es sogar zum Sieg reichen können. Oeschenbach folgte auf dem dritten Rang.

Vereinsfahne in Rente geschickt

Genauso wichtig wie der Sport war die Geselligkeit, denn ein «Hundertjähriges» kann man schliesslich nicht jeden Tag feiern. Eigentlich ist die HG Thunstetten ja sogar 103 Jahre alt. Genau genommen wurden nämlich die 100 Jahre gefeiert, die verstrichen sind, seit Thunstetten dem Eidgenössischen Hornusserverband beigetreten ist. Dieses grossartige Jubiläum wurde auch zum Anlass genommen, die altehrwürdige Vereinsfahne aus dem Jahr 1920 in Rente zu schicken. Die historische Fahne soll erhalten bleiben, aber nicht mehr Wind und Wetter ausgesetzt werden. An den Festen wird jetzt die neue Fahne geschwenkt, die in kraftvoll lebendigem Grün leuchtet. Ein Grün, das bestens zur schmucken Tracht passte, in der Katrin Zumstein, die den Oberaargau im Berner Grossen Rat vertritt, zum Festakt in der Bützberger Mehrzweckhalle erschienen war.

Tradition und Geselligkeit

«Unsere Sportart steht für einen guten Charakter, Tradition, Geselligkeit und Zusammengehörigkeit durch alle sozialen Schichten», sagte OK-Präsident Martin Wüthrich in seiner Begrüssungsansprache. Vor zehn Jahren selber ein Weitschläger, machte er einen kurzen Abriss über die Vereinsgeschichte und hob den Sieg am Eidgenössischen von 2006 in Bleienbach als den bisher grössten Erfolg heraus.

Fehlende Nachwuchshornusser

Auf der anderen Seite beschrieb er aber auch die schwierige Position von Thunstetten: «Buchsi und Langenthal wirken wie Magnete auf die Jungen, weshalb es für uns nicht einfach ist, Nachwuchshornusser zu finden.» Doch ein rechter Hornusser ist optimistisch, und so hofft auch Martin Wüthrich auf mindestens weitere 100 Jahre HG Thunstetten.