Allzu viele Punkte haben die Frauen des TV Schönenwerd in der Qualifikation der laufenden NLB-Meisterschaft noch nicht geholt. Gerade einmal vier Zähler standen nach zwölf gespielten Runden auf dem Konto der Solothurnerinnen. «Wir haben damit gerechnet, dass wir nicht allzu viele Spiele gewinnen werden, aber dass wir nur so wenige Punkte holen, kam auch für uns überraschend», gibt Captain Milica Marjanovic zu. Dennoch glaubte sie, dass es im Derby gegen Kanti Baden Punktezuwachs geben wird. Sie sollte Recht behalten.

Schönenwerd startete in der eigenen Halle von Beginn weg konzentriert und kaschierte seine körperlichen Nachteile – die Badenerinnen sind deutlich grösser – mit cleverem Blockout-Spiel. Die Gastgeberinnen lagen im ersten Satz stets in Front und verwalteten den Vorsprung souverän, während Kanti Baden gehemmt wirkte und viele Eigenfehler produzierte. Der erste Satz ging entsprechend verdient mit 25:18 an Schönenwerd.

Starke Defensive

In der Folge konnten sich die Gäste zwar steigern, waren aber noch immer weit davon entfernt, das Spiel zu kontrollieren. Baden gewann den zweiten Satz trotzdem mit 25:18, doch im dritten Umgang waren es wieder die Schönenwerderinnen, die den Takt angaben. Sie profitierten davon, dass Kanti Baden im Angriff nach wie vor nicht wie gewohnt punkten konnte. Doch das gute Zwischenergebnis nur auf die Schwäche des Gegners abzuschieben, wäre der guten Leistung des Heimteams nicht gerecht geworden. Vor allem in der Defensive spielte das Tabellenschlusslicht stark und konnte wiederholt schon verloren geglaubte Bälle retten. Der Gewinn des dritten Durchgangs war der verdiente Lohn. «Endlich sind wir als Team aufgetreten. Das war in dieser Saison viel zu selten der Fall», freute sich Marjanovic.

Verstärkt in die Abstiegsrunde

Am Ende sollte es trotz der zwischenzeitlichen 2:1-Satzführung nicht für den zweiten Saisonsieg reichen. Dafür agierte Kanti Baden in den entscheidenden Situation zu abgeklärt – oder Schönenwerd zu wenig kaltblütig. «Wir haben Angst vor dem Gewinnen. Es macht jeweils fast den Anschein, als würden die Spielerinnen hoffen, dass der Ball in den entscheidenden Situationen nicht zu ihnen kommt», geht Marjanovic mit ihrem Team hart ins Gericht.

Für die engagierte Teamleistung gegen Kanti Baden gabs dennoch einen Punkt. Ein Punkt, der Mut macht für die Abstiegsrunde. «Ich glaube, dass wir in der Abstiegsrunde stärker sein werden und nicht in die Barrage müssen. Wir finden als Team immer besser zueinander und konnten uns mit Valeria Fedosova gar noch verstärken», blickt Marjanovic voraus.