Eishockey
Ein Phantomtor brachte EHC Olten vom Kurs ab

La Chaux-de-Fonds gleicht den Playoff-Viertelfinal gegen Olten mit einem 4:2-Heimsieg aus – mitsamt heiss diskutiertem Tor, das möglicherweise keins war

Jürg Salvisberg
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La-Chaux-de-Fonds Topskorer Lee Jinman (l.) blieb torlos – trotzdem kann Olten mit Ronny Keller (Nr. 23) den Sieg nicht mit nach Hause nehmen.

La-Chaux-de-Fonds Topskorer Lee Jinman (l.) blieb torlos – trotzdem kann Olten mit Ronny Keller (Nr. 23) den Sieg nicht mit nach Hause nehmen.

CHRISTIAN GALLEY

Die Playoffs bauen nur auf Siege. Wie brutal diese Gesetzmässigkeit sein kann, erfuhr der EHC Olten mit dem ersten Gastspiel in La Chaux-de-Fonds. Nach dem souveränen 5:0-Heimerfolg musste sich der Qualifikationsdritte auf weit weniger deutliche Art 2:4 geschlagen geben. Zweifelhaft war der Ausgleich im Viertelfinal vor allem deshalb, weil die erste Führung der Einheimischen, das angebliche 2:1 in der 30. Minute, wohl höchstens ein überbewerteter Lattentreffer gewesen sein dürfte.

Anfänglich deutete nichts auf eine für die Neuenburger so glückliche Wende der Dinge hin. Stilsicher wie ein souveräner Start- und künftiger Seriesieger stiegen die Gäste in die erste Auswärts-Playoff-Partie. Schon beim ersten Angriff signalisierte ein Geschoss von Truttmann, dass die Oltner nicht auf Abwarten zu spielen gedachten. Dass Cormier in der 5. Minute seine Farben in Führung schoss, entsprach der entschlossenen Eröffnung und war für den Kanadier der verdiente Lohn, nachdem er im ersten Viertelfinal mehrmals an Goalie Ciaccio gescheitert war. Derselbe Cormier versiebte dann jedoch auch die beste Oltner Möglichkeit des ersten Abschnitts, als er bei einem Solo gegen den Neuenburger Keeper keinen Shorthander landete (13. Minute).

La Chaux-de-Fonds wirkte im ersten Drittel in der Offensive ideen- bis hilflos. Noch im ersten Powerplay brachte es keinen anständigen Schuss auf den Kasten von Tobler, und auch bei einer doppelten Überzahl während 53 Sekunden wirkten die Gastgeber nur unwesentlich gefährlicher. Wenn ihre Stürmer ansonsten unmittelbar vor Tobler auftauchten, stellten sie sich mit der Scheibe ungeschickt an.

Doch dieser Eindruck der Platzherren war mit Beginn des Mittelteils rasch einmal Geschichte. Bei beiderseits je einem Ausschluss tat sich in der Mitte plötzlich ein Loch für Kast auf und der Center der ersten Linie beendete nach fast 82 Minuten die Torlosigkeit der Chaux-de-Fonniers in der Playoff-Serie. Damit war die Souveränität der Gäste zwar nicht mit einem Streich verflogen, aber doch etwas angekratzt.

Mit dem Publikum im Rücken wirbelten die Neuenburger plötzlich gewandter durch die gegnerischen Reihen. Bei der dritten Überzahl-Gelegenheit in der 25. Minute waren die Auswärtigen wohl nahe daran, wieder das Kommando zu übernehmen, doch Hirt (zweimal) und Pargätzi sahen ihre Versuche abgewehrt.

Dann folgte die kritische 30. Minute, in der Headschiedsrichter Bielmann nach etlichem Zögern einen Schuss Mondous als Treffer zum 2:1 anerkannte. Viele Teleclub- und ortsanwesende Zuschauer sahen die Scheibe an der Latte abprallen, derweil nur der Stock Neinigers das Netz hinter Tobler berührte. Olten tat sich darauf noch schwerer, zu guten Abschlussmöglichkeiten zu kommen. La Chaux-de-Fonds verpasste es andererseits, die Entscheidung zu erzwingen. Gay (38.) setzte den Puck in aussichtsreicher Position nur ins Aussennetz, und während 66 Sekunden mit fünf gegen drei Spieler verpasste Topscorer Jinman das 3:1 (44.). Die Gäste fanden im dritten Drittel zu ihrer gewohnten Präsenz zurück und glichen das Score durch Parati zum 2:2 aus. Hätten sie im vierten Powerplay danach reüssiert, hätten sie den Match wohl noch in ihre Bahnen lenken können. Stattdessen kassierten sie kurz darauf das 3:2 durch Mondou bei eigener Unterzahl. Da Ciaccio in den Schlussminuten die Oltner Druckwelle an seinem Kasten brechen liess, war das dritte Tor Mondous, der Empty-Netter zum 4:2, beinahe schon vorgezeichnet.

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