Im März stand der EHC Zuchwil Regio noch im Playoff-Final der Erstliga-Zentralschweiz. Die Zuchwiler setzten sich in der Best-of-5-Serie gegen den SC Lyss mit 3:2 durch und feierten den Regional-Meistertitel. Zusammen mit Sierre und Wetzikon gehörte Zuchwil Regio in der abgelaufenen Spielzeit zu den drei besten Amateur-Teams des Landes. Am Ende mussten sich die Zuchwiler mit dem dritten Schlussrang in der 1. Liga begnügen. Erstliga-Meister wurde der EHC Wetzikon.

Die Freude über die erfolgreiche Saison hielt bei den Zuchwilern allerdings nur kurz an. Nämlich bis der Verband entschied, aus den drei Erstliga-Gruppen deren zwei zu machen. EHC Arosa, EHC Frauenfeld, SC Rheintal oder auch EHC Oberthurgau wären Zuchwils Gegner in der Ostgruppe gewesen. Die Rivalen aus der Region, Lyss, Burgdorf, Unterseen und Adelboden wurden allesamt in die Westgruppe eingeteilt. «Die Einteilung in die Ostgruppe ist die totale Zerstörung unseres Vereins», ärgerte sich Zuchwils langjähriger Präsident Walter Ulrich im Mai. «Ein Verein, der diese Liga während vieler Jahre geprägt und sich einen Namen in der Region gemacht hat, wurde kaputtgemacht.»

Saisonziel: Aufstieg in die 3. Liga

Als Konsequenz wollte Ulrich den EHC Zuchwil Regio aus der 1. Liga zurückziehen und neu eine Liga tiefer antreten. Dieser Plan wurde vom Verband aber durchkreuzt. Denn laut striktem Regelwerk hat ein freiwilliger Abstieg zwangsläufig den Neustart in der tiefsten Spielklasse zur Folge. In der 4. Liga trifft Zuchwil in der am Samstag startenden neuen Saison auf Gegner wie die Bätterkinden Flames, den HC Büetigen oder auch die Huttu High Flyers. Für den Auftakt reisen die Zuchwiler zur zweiten Mannschaft des EHC Brandis. Das erste Heimspiel findet am 27. Oktober gegen Herzogenbuchsee statt. Das Saisonziel ist klar: Zuchwil Regio will den Aufstieg in die 3. Liga schaffen. «Darüber wird nicht diskutiert, wir sind keine Plauschmannschaft», sagt Walter Ulrich. Er will so schnell wie möglich in die 2. Liga rauf. Die 1. Liga ist dagegen kein Thema mehr im Moment. «Vielleicht gibt es irgendwann wieder eine attraktive 1. Liga», hofft er.

Der Absturz in die 4. Liga ging natürlich auch am Kader nicht spurlos vorbei. Nach dem Spieler-Exodus musste ein von Grund auf neues Team zusammengestellt werden. Ein Glücksfall für den EHC Zuchwil Regio war, dass der SC Langenthal seine zweite Mannschaft aus der 2. Liga zurückzog. Mehr als ein Dutzend Oberaargauer fanden in der Folge den Weg zum Solothurner Klub. Drei Spieler kamen vom Zweitligisten EHC Bucheggberg und je einer vom HC Luzern, EHC Olten und vom HC Bätterkinden. Eine Handvoll eigener Junioren komplettiert das Kader für die Saison 2018/19. Der neue Trainer heisst Bruno Hebeisen. Der 50-Jährige ist quasi ein Ur-Zuchwiler, lief früher selber für das Fanionteam des Klubs auf und war zuletzt Trainer beim EHC Belp.

Einen Vorteil hat das Übergangsjahr in der 4. Liga, falls es denn wirklich dabei bleibt. Aufgrund der kürzeren Wege fallen Spesenentschädigungen und ein grosser Teil Reisekosten weg. Das dadurch gesparte Geld will Präsident Walter Ulrich für die Nachwuchsförderung brauchen: «Dort haben wir ein grosses Potenzial, das wir nutzen wollen.»