Da dürfte etlichen Spielern und Funktionären der SG Solothurn/Grauholz ein wahrhaftiger «Schübel» grauer Haare gewachsen sein. Kurz nach dem letzten Spiel der NLB-Meisterschaft gegen Yellow Winterthur in der Ebni Halle zu Neftenbach. Mit 29:30 hatten die Solothurner das letzte Spiel der Saison verloren und waren in dem Moment auf Schützenhilfe angewiesen. Nur wenn Horgen und Biel jetzt auch verlieren würden, würde der Ligaerhalt Tatsache.

Gut 10 Minuten hat es gedauert, ehe in Neftenbach Klarheit herrschte. Biel unterlag Schaffhausen 35:39 und Horgen gegen Endingen mit 24:29. Der Jubel bei den Solothurnern, die auf diese Saison hin nach dem Zusammenschluss mit Grauholz in die NLB aufgestiegen waren, war entsprechend gross. Es sei eher die Eigernordwand als ein Stein, der ihm vom Herzen gefallen sei, bestätigte TVS-Geschäftsführer Stefan Blaser. «Dieser Ligaerhalt ist enorm wichtig für uns. Er stärkt unsere Position auf der Schweizer Handballkarte.»

Fixes Kader und ein Trainer

Nach dem Abstieg von Biel ist Solothurn der einzige NLB-Klub im Mittelland. Als solcher ist Handball Solothurn wie es künftig heissen soll nun quasi das A-Partnerteam des A-Ligisten BSV Bern Muri. Eine verheissungsvolle, sportliche Perspektive. Einerseits bedaure er den Abstieg von Biel in die 1. Liga natürlich, sagt Blaser. «Andererseits stärkt uns das. Biel hat uns immer wieder den einen oder anderen Spieler weggenommen.»

Künftig ist der B-Ligist Solothurn die alleinige «NLB-Relais-Station». Einerseits für junge, ambitionierte Spieler aus den Reihen des BSV Bern Muri, die den Sprung ins NLA-Kader noch nicht ganz geschafft haben. Andererseits auch für überdurchschnittliche 1.-Liga-Spieler. Die eigene Spielgemeinschaft Langenthal/Solothurn ist zwar heuer in die
2. Liga abgestiegen; der BSV Bern Muri indes verfügt ab nächster Saison gleich über zwei 1.-Liga-Teams. «Es ist jedoch unser klares Ziel», räumt Blaser ein, «dass Langenthal nächste Saison wieder aufsteigt.» Gespräche, wie man das am besten «angattigen» will, würden in Bälde stattfinden. Genauso wie mit Vertretern des BSV Bern Muri. «Ein fixes Kader von 10 bis 12 Spieler, das je nach dem mit Partnerspielern ergänzt wird – das schwebt Stefan Blaser im Hinblick auf die nächste NLB-Saison vor. Partnerspieler, wie es zuletzt Oliver Räz oder Valentin Striffeler vom BSV waren. Gecoacht wird das Team künftig allein von Zsolt Toth. Zaltko Portner, der von Grauholz gekommen war, wird den Verein verlassen.

Letztlich eine Punktlandung

Der Zusammenschluss mit Grauholz und die anfängliche Missstimmung unter den beiden Alphatieren Toth und Portner waren einem Blitzstart in die NLB-Meisterschaft nicht förderlich. Dieses Gerumpel der Eitelkeiten fällt nächste Saison weg. «Inzwischen sind wir eine Mannschaft und können auch als eine Mannschaft in die nächste Saison starten», sagt Ersatz-Goalie und Vorstandsmitglied Gaudenz Oetterli. Ein durchaus positiver Aspekt; denn je länger der Selbstfindungsprozess des «Fusions»-Teams in konstruktivem Sinn gedauert hat, desto mehr Punkte hat sich die SG Solothurn/Grauholz erspielt. Letztlich exakt so viele wie nötig waren, um nicht abzusteigen. Wettkampf-Glück gehört eben auch dazu.