EHC Olten

Ein kurioses Tor und ein Turnier als Augenöffner

Salzgeber

Salzgeber

Langnau-Leihgabe Joel Salzgeber durfte an der U20-WM in Tschechien über den Jahreswechsel wertvolle, internationale Erfahrung sammeln. Jetzt möchte sich der 18-Jährige beim EHC Olten weiterentwickeln. Vielleicht auch in der kommenden Saison?

Es war ein Fall für das Kuriositäten-Kabinett. «Ich habe den Puck einfach mal ins gegnerische Drittel geschossen und wollte mich auswechseln lassen. Dann sah ich, dass der Puck irgendwie vors Tor abgelenkt wurde. Da habe ich nachgesetzt und dann plötzlich gemerkt, dass die Scheibe im Tor liegt.» So beschreibt Joel Salzgeber in schönstem Walliserdeutsch seinen Treffer im U20-WM-Spiel zwischen der Schweiz und Kasachstan (Endstand 5:3). Das Tor war derart kurios, dass das Handy des Stürmers nach dem Spielende schier zu explodieren drohte. «Ich erhielt zahlreiche Nachrichten auf allen Kanälen», erzählt der 18-Jährige lachend.

Salzgebers kurioser Treffer

Sowieso hat der Stürmer, der bei den SCL Tigers einen Junioren-Vertrag besitzt und in dieser Saison an den EHC Olten ausgeliehen ist, allen Grund zum lachen. Die Teilnahme an der U20-WM in Tschechien über den Jahreswechsel war für ihn ein absolutes Highlight – auf, wie neben dem Eis. «Es ist grossartig, dass ich an diesem Anlass dabei sein durfte», schwärmt der Oberwalliser, der in der Schweizer Mannschaft seine Rolle im Checkerblock und im Unterzahlspiel gut erfüllte. Das Tor gegen die Kasachen blieb sein einziges, statistisches Erfolgserlebnis. Das Turnier endete für Joel Salzgeber und die Schweizer im Viertelfinal mit einer 1:3-Niederlage gegen den späteren Vize-Weltmeister Russland.

Ohne Swiss-League-Spiele wohl keine U20-WM

Klar ist für Salzgeber, dass sich für ihn der Traum von der U20-WM-Teilnahme ohne das Engagement in Olten kaum erfüllt hätte. «Ich konnte unheimlich viel davon profitieren, mit dem EHCO in der Swiss League gegen Erwachsene spielen zu dürfen», erklärt die Tigers-Leihgabe. Am WM-Turnier selber konnte er sich gegen die weltbesten Spieler seines Jahrgangs messen – zum Teil gegen solche, die schon in der NHL, der besten Eishockeyliga der Welt, regelmässig spielen. «Da konnte ich unglaublich viel lernen und profitieren.» Zum Beispiel, mit dem Puck am Stock geduldiger zu agieren. «Ich bin in solchen Situationen oft noch zu ­hektisch.»

Mit 18 Jahren ist die Entwicklung von Joel Salzgeber selbstredend noch lange nicht abgeschlossen. Zumal er sowohl in Olten als auch in der U20-Nationalmannschaft in einer für ihn eher ungewohnten Rolle spielen muss. «Wenn ich bei den Elite-Junioren bin, agiere ich mehr in der Offensive und habe mehr Eiszeit. Bei Olten oder in der Nati habe ich mehr defensive Pflichten», sagt Salzgeber, der es aber schätzt, dass er sein spielerisches Portfolio auf diese Art und Weise wunderbar vergrössern kann.

Wohin führt der Weg?

Spannend ist die Frage, wohin der Weg des Jünglings in der kommende Saison führen wird. «Das ist noch völlig offen», zuckt Joel Salzgeber mit den Schultern. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass das Leihgeschäft mit Langnau um ein Jahr verlängert wird und er eine Saison in Olten anhängt. Ein Szenario, mit dem wohl alle Parteien sehr gut leben könnten. Zumal sich Salzgeber (21 Spiele, 3 Tore) als wertvolle und zuverlässige Ergänzung des Kaders erwiesen hat.

Vorderhand stehen bei ihm und dem EHCO aber die laufende Meisterschaft im Fokus. Die soll ja noch möglichst lange dauern. Zumal Joel Salzgeber auch in den Playoffs für die Oltner auflaufen wird. Am Samstagabend (17.30 Uhr) treffen die Powermäuse auf den EHC Visp. Für den Oberwalliser Salzgeber, der nur ein paar Kilometer entfernt, beim EHC Raron, gross wurde, immer noch eine spezielle Affiche. Wenn er gegen seine «Landsleute» einen Treffer «nach Art des Kasachen» erzielen würde, hätte er wohl auch nichts dagegen.

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