1. Liga

«Ein kleines Risiko ist immer dabei» – auf diese Teenager setzt der FC Solothurn in der neuen Saison

Colin Bähler (links) kam schon in der vergangenen Saison zu Einsätzen in der 1. Liga, Kilian Hari hütete das Tor der A-Junioren.

Colin Bähler (links) kam schon in der vergangenen Saison zu Einsätzen in der 1. Liga, Kilian Hari hütete das Tor der A-Junioren.

Bald beginnt auch in der ersten Liga wieder die Fussballsaison. Und auch der FC Solothurn hat sich in diesem Hinblick verstärkt. Der FC Solothurn setzt in der neuen 1.-Liga-Saison im Tor auf die beiden Teenager Colin Bähler und Kilian Hari.

Der FC Solothurn macht nach drei verpassten Aufstiegen den Umbruch mit jungen Spielern speziell auf der Goalieposition deutlich: Colin Bähler ist erst 17 und ein halbes Jahr alt, Kilian Hari acht Monate älter. «Wir haben zwei gute junge Torhüter und haben uns bereits unter Trainer Dariusz Skrzypczak abgesprochen, diesen beiden eine Chance zu geben», erklärt Sportchef Hans-Peter «Bidu» Zaugg.

«Uns war bewusst, dass Jeffrey Grosjean nicht als zweiter Goalie zu halten ist; er zeigte jedoch Verständnis und hat es akzeptiert», ergänzt der Sportchef. «Weil er bereits in der ersten Mannschaft in Ernstkämpfen schnuppern konnte, dabei nie enttäuschte und von seiner Postur her einen guten Eindruck hinterlässt, wird Colin Bähler unsere Nummer eins im Tor», begründet Zaugg die Rangordnung. «Bei so jungen Torhütern ist ein kleines Risiko immer dabei», dazu Zaugg.

Die neue Nummer eins kam per Zufall ins Tor

Colin Bähler, der seine ersten drei Lebensjahre im bernischen Wattenwil verbrachte, kam bereits als Dreijähriger zum Fussball: Seine Mutter war Kinderfussball-Trainerin. Zum FC Solothurn stiess der heute in Luterbach Wohnhafte im U10-Alter als Innenverteidiger oder Sechser. «In der U12 waren wir an einem Turnier ohne Goalie, weil dieser verletzt war, und so kam ich durch Zufall ins Tor, weil ich körperlich immer schon recht gross war. Und es hat mir gefallen», beschreibt der 1,88 Meter grosse Bähler seinen Positionswechsel.

Ebenso spontan verlief sein Aufstieg in die erste Mannschaft des FC Solothurn: «Es war in der Vorbereitung auf die Rückrunde 2017/18. Um etwa 16 Uhr rief mich Sportchef ‹Bidu› Zaugg an und fragte mich, ob ich am nächsten Tag mit ins Trainingslager nach Gran Canaria kommen könne, da der zweite Torhüter kurzfristig abgesagt hatte. Ich hatte Glück mit meinem Berufsbildner, der mich wie immer unterstützt hat, und so war ich bereits um 18 Uhr zu Hause am Packen, denn am folgenden Morgen war um vier Uhr Abfahrt Richtung Flughafen.»

Colin Bähler absolviert im Moment bei der SBB eine KV-Lehre mit Stationen in Administration, Zugverkehrsleitung und zuletzt am Schalter in Grenchen Süd. Er steht im dritten und letzten Lehrjahr. Dieses findet als Schwerpunktjahr in Bern Wankdorf statt. Obwohl es kein speziell auf Sportler ausgerichtetes Angebot ist, wird Bähler auch in diesem Bereich unterstützt. «Ich kann jetzt immer am Dienstagmorgen mit der U21 der Young Boys trainieren», unterstreicht Bähler seine Ambitionen.

Eine Vergangenheit bei Biel und Neuchâtel Xamax

Das Ziel seines Back-ups Kilian Hari ist es ebenfalls, «so hoch wie möglich zu kommen. Extrem schön wäre die Super League». Aufgewachsen in Ligerz, zur Schule gegangen in Twann und heute in Biel wohnend, steht auch die Nummer zwei des FC Solothurn in der KV-Ausbildung im dritten Jahr in der Wirtschaftsmittelschule Biel mit der Berufsmaturität als Abschluss. «Ich habe dies so gewählt, damit ich mehr Zeit für den Fussball habe», sagt er.

Von der U12 bis zur U15 spielte er beim FC Biel. Mit dem Wechsel zur U17 zu Xamax übersprang der 1,87-Meter-Mann einen Jahrgang. Immer schon als Goalie eingesetzt, wechselte er anschliessend für eine halbe Saison zum Berner Zweitligisten Wyler und danach zum 2.-Liga-inter-Klub Prishtina Bern, jedoch mit nur einem Einsatz. «Auf die Rückrunde 2018/19 kam ich zum Junior-League-Team des FC Solothurn, trainierte aber mit der ersten Mannschaft mit», hofft Hari auf sein baldiges Erstliga-Debüt. Ein gesunder Konkurrenzkampf zwischen zwei ambitionierten Youngsters ist also angesagt.

Ein unerwarteter Abgang und eine Verletzung

Die Rochade auf der Torhüter-Position hatte eine logische weitere Lücke im Team zur Folge. Auch für die Verantwortlichen des FC Solothurn war klar, dass die Grosjean-Zwillinge nur im Doppelpack zu haben sind. So war angedacht, in der Innenverteidigung für Waylon Grosjean und Edin Hasanovic, welcher zum Ligakonkurrenten FC Langenthal wechselte, den Grenchen-Rückkehrer Noel Anderegg und Robin Müller vorzusehen. Müller zog allerdings überraschend zum FC Black Stars, obwohl er Solothurn zugesagt hatte, Anderegg verletzte sich im Test gegen Köniz am Syndesmoseband. «Mit Alban Selmanaj, Sacha Stauffer und Edonis Asani haben wir jedoch weitere Möglichkeiten», sagt Sportchef Zaugg.

Wie schwerwiegend die Verletzung bei Noel Anderegg ist und wie lange er ausfallen wird, wird mit einer ärztlichen Zweitmeinung abgeklärt. Die Kaderbildung ist abgeschlossen. «Wir haben allen Testspielern abgesagt, aber mit Trainer Jürg Widmer schauen wir, wer vom Nachwuchs nachgezogen werden kann, denn tendenziell ziehen wir diese vor, anstatt jemanden zu holen», hat Zaugg auch die finanzielle Situation immer im Blick.

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