Im Spitzenkampf der Berner 2. Liga schenkten sich Herzogenbuchsee und Büren an der Aare nichts. Bereits in der Platzmitte wurde um jeden Ball gefightet, was zu viel Kampf mit wenig Spielfluss führte. Was die Intensität betrifft, erfüllte also der Match die Erwartungen. Aber attraktiv anzusehen, war er nicht.

Etienne Büschi zum 1:0

Als in der 26. Minute Yves Ghisoni gepflegt wurde, fühlte sich kein Seeländer für Etienne Büschi verantwortlich. Die Oberaargauer Nummer 10 überlief einen, zwei, drei Gegner und hielt aus 30 Metern einfach mit aller Kraft aufs Tor – und der Ball zappelte tatsächlich zum 1:0 im Netz.

«Man darf den Gegner im Mittelfeld nicht so machen lassen», analysierte am Ende Bürens Goalie Jarno Beyeler die matchentscheidende Szene. Der Captain gab aber auch zu: «Wenn einer ein Tor aus 30 Metern erzielen kann, dann ist der Goalie nie ganz unschuldig.»

Der Lob aufs anstatt ins Tor

Der Ausgleich lag nur einmal in der Luft. In der 39. Minute tankte sich Scott Mbemba unwiderstehlich durch und versuchte es clever mit einem Lopp über Goalie Peter Plemenic hinweg – aber der Ball senkte sich auf die Latte und nicht ins Tor. Da fehlten nur Millimeter.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte versiebte dann aber auf der anderen Seite Samuel Zayas die Vorentscheidung kläglich. Dan Gygax war bis an die Grundlinie durchgebrochen und passte perfekt zurück. Aber Zayas haute den Ball aus sechs Metern über das Tor.

Büren mit viel Ballbesitz, aber ohne Ertrag

In der zweiten Halbzeit verteidigte Buchsi seinen Vorsprung mit einer vorsichtigen Einstellung. Büren war zwar viel in Ballbesitz, da aber die Kurzpässe oft zu ungenau gespielt wurden, gelang es den Seeländern so nicht, das Mittelfeld zu überwinden. Lang gespielte Bälle waren sowieso eine sichere Beute der massierten Abwehr der Platzherren, und so monierte Bürens Trainer Kurt Baumann etwa in der 70 Minute: «Alles brotlose Kunst.

Keine Kreativität und nichts.»In den letzten 10 Minuten flatterten dann bei Buchsi die Nerven als Büren zur Schlussoffensive ansetzte. Doch dann schloss Dan Gygax einen Konter zum 2:0 ab. Baumann fasste die Ereignisse so zusammen: «Wir haben viel mehr Aufwand betrieben und der Gegner hat unverdient den ganzen Lohn erhalten.»

Buchsi-Trainer Max Rüetschli sah es anders. Er freute sich über drei «verdiente» Punkte, war sich aber bewusst, dass sein Team noch mehr kann und auch mehr zeigen muss. «Wir haben den Tritt nach der Winterpause noch nicht richtig gefunden. Ich hoffe, dass dieser Sieg meiner Mannschaft das Selbstvertrauen gibt, damit wir auch spielerisch wieder besser werden.»

Aber wer die spielerische Qualität des Spitzenkampfes analysiert, dem seien die Worte in Erinnerung gerufen, die Bürens Präsident Willy Rüttimann kurz vor dem Anpfiff sagte: «Für mich ist und bleibt Konolfingen die beste Mannschaft der Gruppe.»