Schwingen
Ein Heimfest für den Schwingerkönig und den OK-Präsidenten

Matthias Sempach will am Oberaargauischen seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen und nimmt in Messen seinen 26. Kranzfestsieg ins Visier. Seine härtesten Konkurrenten sind Willy Graber, Florian Gnägi und Christoph Bieri.

Michael Schenk
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Matthias Sempach hatte allen Grund zur Freude: Vor einem Jahr gewann er das Oberaargauische in Aarwangen.

Matthias Sempach hatte allen Grund zur Freude: Vor einem Jahr gewann er das Oberaargauische in Aarwangen.

BZ

Für Schwingerkönig Matthias Sempach und Alt-Regierungrat Christian Wanner ist das Oberaargausiche Schwingfest am Pfingstsamstag in Messen ein Heimspiel – wenn auch auf unterschiedliche Art. Für Sempach ist es sein Verbandsfest. Schon sechs Mal hat der 28-jährige Alchenstorfer das eigene Gaufest gewonnen. Erstmals 2006 in Roggwil, letztmals vor einem Jahr in Aarwangen.

Und es müsste schon völlig Verrücktes geschehen, wenn der Topfavorit in Messen seinen 26-Kranzfestsieg nicht ins Trockene bringen könnte. Aus dem einheimischen Berner Lager erwächst dem König die härteste Konkurrenz wohl vom wendigen Bodenvirtuosen Willy Graber (Bolligen) sowie vom kräftige Seeländer Kurzzüger Florian Gnägi (Aarberg).

Etliche Berner Cracks sind in Messen nicht am Start, weil sie am Sonntag am ersten Bergfest der Saison auf dem Stoos antreten. Und da soll schliesslich erstmals seit 21 Jahren wieder der Mutzen obenausschwingen. Die Gästefraktion in Messen wird angeführt vom Nordwestschweizer Christoph Bieri. Der Untersiggenthaler hat zuletzt am Solothurner in Hägendorf mit dem starken zweiten Rang zu überzeugen gewusst.

Gerne unter den Schwingern

«Es würde mich nicht überraschen, wenn Matthias Sempach das Fest gewinnen würde», sagt Christian Wanner. Der 66- jährige Solothurner Alt-Regierungsrat und ehemalige Nationalrat ist bereits zum zweiten Mal OK-Präsident des Oberaargauischen in seinem Wohnort Messen. So etwas kommt nicht alle Tage vor. «Solche Ämter übernehme ich immer wieder gern, wenn man mich fragt», sagt der Meisterlandwirt. Er sei nun zwar nicht der vergiftete Schwingfan, der jedes Fest besuchen müsse, so Wanner. Aber: «Ich bin sehr gern unter diesen Leuten. Ich spüre da viel Bodenständigkeit und das tut gut.» Im Gegensatz bisweilen zum ganz schön rutschigen, politischen Parkett? «Das kann man so sagen», meint Wanner.

An sein erstes Oberaargauisches als OK-Präsident in Messen im Jahr 2003 kann sich der ehemalige Gemeindepräsident noch sehr gut erinnern. «Ich habe damals zusammen mit dem Berner Finanzdirektor Urs Gasche und Hans-Ruedi Wüthrich, damals Präsident der Finanzkommission im Solothurner Kantonsrat, ein Referendum gegen eine Steuervorlage auf nationaler Ebene lanciert.» Eine, die letztlich sogar erfolgreich gewesen sei. Das kämpferische Ambiente und der Geruch des Sägemehls hatten damals offenbar inspirierend gewirkt. «Wahrscheinlich schon», so Wanner. Nun, vielleicht wird ja morgen wieder etwas Ähnliches geboren. «Eher nicht», sagt der langjährige Präsident der Konferenz der kantonalen Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren.

Was das Schwingfest und seinen Job als OK-Präsident angehe, sei alles bereit, meint Christian Wanner. «Wir sind parat. Ich habe ein sehr gutes Team um mich herum und ich bin überzeugt, dass wir ein sehr schönes Fest erleben werden.»