Tennis
Ein Happy End im Solothurner Interclub-Wirrwarr

Nach dem überraschenden Aufstieg in der vergangenen Saison startet die neu dem TC Schützenmatt angehörende Mannschaft um Captain Yves Derendinger mit einer knappen 4:5-Niederlage gegen Luzern Allmend in die NLB-Saison.

Fabio Baranzini
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Riad Sawas konnte als Einziger dem Favoritten ein Bein stellen.

Riad Sawas konnte als Einziger dem Favoritten ein Bein stellen.

Uwe Zinke

Das Tennisjahr 2014 war für den TC Solothurn turbulent. Zuerst wurde die NLA-Mannschaft im Januar aus Kostengründen zurückgezogen. Dann aber stieg das neue Fanionteam des TCS völlig überraschend in die Nationalliga B auf. Und damit stand der Klub nur sechs Monate später wieder vor demselben Problem: Auch ein Team in der zweithöchsten Spielklasse kostet viel Geld.

Captain Yves Derendinger versuchte die neue Klubführung um Präsident Ivo Erard für das Projekt «Nationalliga B» zu begeistern. Doch er stiess auf taube Ohren. Der Klub war nicht bereit, sein sportliches Aushängeschild in irgendeiner Form zu unterstützen. Das Team zog daraufhin die Reissleine und entschied, künftig nicht mehr für den TC Solothurn zu spielen. «Wir fühlten uns nicht mehr willkommen», begründet Derendinger den Entscheid.

Finanzielle Unterstützung

So begann die Suche nach einer neuen Heimat, denn das Reglement erlaubt es, ein Team in einen anderen Verein zu transferieren, wenn mindestens vier Spieler aus dem ehemaligen Kader Teil der neuen Mannschaft sind. Die Solothurner wurden schnell fündig: Der TC Schützenmatt – lediglich 1,4 Kilometer entfernt vom TC Solothurn – ist das neue Zuhause. «Wir wollten unbedingt im TC Schützenmatt unterkommen. Allein schon wegen der geografischen Nähe. Hätte dies nicht geklappt, wäre die Auflösung der Mannschaft ein ernsthaftes Thema geworden», sagt Derendinger.

Zwar kann auch der TC Schützenmatt keine finanzielle Unterstützung bieten, doch im Vergleich zum TC Solothurn sind die Verantwortlichen bereit, die Mannschaft bei der Sponsorensuche zu unterstützen und auf der Anlage Werbefläche zur Verfügung zu stellen. «Im November fiel der definitive Entscheid, dass wir in diesem Jahr in der NLB antreten. Danach erarbeiteten wir mit dem Klub ein Sponsoringkonzept und haben so das nötige Budget von rund 20'000 Franken zusammenbekommen», freut sich Derendinger. Der Grossteil der Sponsoren sind keine Unbekannten. Sie haben früher bereits die NLA-Mannschaft des TC Solothurn unterstützt.

Altbekannte Gesichter

Und nicht nur bei den Sponsoren kann das Team auf altbewährte Kräfte zählen. Auch auf dem Platz werden in dieser Saison zwei bekannte Gesichter für das Team des TC Schützenmatt auf Punktejagd gehen: Mathieu Guenat (N2, 15) und Roman Vögeli (N2, 16), die bereits in der NLA für die Solothurner gespielt hatten. «Beides sind super Typen und auch spielerisch gehören sie zu den stärksten Schweizern in der NLB», so Derendinger. Starke Schweizer im Team zu haben, ist in der NLB noch wichtiger geworden, denn neu dürfen nur noch zwei ausländische Spieler eingesetzt werden.

Dies ist nicht die einzige Änderung. Neu besteht die NLB nur noch aus 12 und nicht wie bis anhin aus 16 Teams. «Daher ist das Spielniveau noch höher. Alles andere als den Ligaerhalt anzupeilen, wäre vermessen», sagt Derendinger. Dieses Ziel wollen die Solothurner in ihrer neuen Heimat mit den beiden Rückkehrern Guenat und Vögeli sowie dem Franzosen Charles Roche (N1, 8) erreichen. Komplettiert wird das Team von den Spielern, die im vergangenen Jahr den Aufstieg geschafft haben. Dazu zählen der frisch gebackene 35+-Schweizer-Meister Riad Sawas (N4, 89), der an Nummer vier auflaufen wird, die beiden Hägendorfer Brüder Timo (N4, 112) und Mischa Lanz (R1) – Letzterer stösst neu zum Team – sowie Patrick Käser (R1), Lukas Vontobel (R1) und Bastien Ferrier (R3).