Eishockey
Ein grosser Name ist zurück im EHC Olten und lässt die Fans träumen

Kent Ruhnke führte den EHCO einst als Trainer in die Nationalliga A. Jetzt stürmt sein Sohn für die Powermäuse. Für den 27-jährigen ist Olten «die beste Adresse der Nationalliga B».

Michael Schenk
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Corey Ruhnke arbeitet auf dem Sekretariat des EHCO.

Corey Ruhnke arbeitet auf dem Sekretariat des EHCO.

Michael Schenk

Der Name Ruhnke ist im Schweizer Eishockey mit Erfolg verbunden. Kent hat mit Biel (1983), den ZSC Lions (2000) und dem SC Bern (2004) den Meistertitel gewonnen und ist mit Olten 1988 in die NLA aufgestiegen. Seine letzte Stelle bis heute war wieder im Kleinholz: Ab Dezember 2011 ist Kent Ruhnke bis Saisonende für den geschassten Colin Muller eingesprungen. «Klar ist der Name durch meinen Vater bekannt, aber ich versuche, mir meinen eigenen Namen zu machen», sagt Corey Ruhnke.

Der Sohn des Meistertrainers hat auf diese Saison hin einen Zweijahres-Vertrag bei den Powermäusen unterschrieben. Der 95 Kilogramm schwere Stürmer sorgt bei den Grün-Weissen für Einschüchterungspotenzial. Ruhnke ist nicht der Schnellste; physisch freilich eine Macht. Nächste Saison dürfte manch Gegner das Gefühl erfahren, einen Laternenmast zu knutschen, wenn er mit Ruhnke zusammenprallt.
Musste nicht lange überlegen

Als er die Möglichkeit bekommen hat, nach Olten zu wechseln, «musste ich nicht lange überlegen. Es gibt derzeit keine bessere Adresse in der NLB», sagt Corey Ruhnke. Der Klub habe sich enorm in Richtung Professionalität entwickelt, seit er 2007 als Leihspieler von Basel schon einmal für 15 Spiele das EHCO-Dress getragen habe. Und: «Die Leute, die hier am Ruder sind, sind mir Herzblut dabei - das spürt man an jeder Ecke und das ist mir sehr wichtig.»

Zudem sei die Chance nirgends grösser, mit einem NLB-Team in naher Zukunft in die NLA aufzusteigen. Schon als Kind hat der Oltner Piccolo Corey Ruhnke nur Gutes von der Stadt erfahren. Schliesslich sind die besten Freunde seiner Eltern Oltner. Ruhnke junior lief während seiner Kindheit an der Seite seines prominenten Vaters diverse Destinationen auf der helvetischen Eishockey-Landkarte an.

Geboren ist der 27-Jährige in Freiburg. Danach folgten auf der Tour de Suisse Zug, Zürich, Bern, Basel und Lugano. «Ich fühle mich heute als Schweizer», sagt Corey Ruhnke. Hierzulande aufgewachsen, habe er die Kultur verinnerlicht. Auch wenn er immer wieder in seiner kanadischen Heimat in Montreal ist und da vor zwei Jahren auch den Bachelor in International Business abgeschlossen hat. Insofern sei es ihm, der zusammen mit seiner Verlobten in Neuenburg lebt und täglich per Zug pendelt, auch ein grosses Anliegen, neben dem Eishockey etwas im Business-Bereich zu tun.

Derlei ist Ruhnke zu 40 Prozent auf dem Sekretariat des EHC Olten angestellt. «Ich war schon bei der UBS und einem Treuhandbüro tätig.» Und zuletzt auf dem Sekretariat des HC La Chaux-de-Fonds, wo er letzte Saison unter Vertrag stand. Ein Ausgleich zum Sport sei ihm sehr wichtig, sagt Ruhnke. Weil: Der Geist ist eben weit aufnahmefähiger und vielfältiger reiz- und ansprechbar, als nur punkto Angriffsauslösung, Boxplay oder Bodycheck. Genauso wie beim Vater.
Mehr Qualität für die User
Corey Ruhnke hat im EHCO-Backoffice die Verantwortung für die Social Media Bearbeitung übernommen. Dafür also, was für die 5300 Facebook-Freunde und anderen User gepostet oder mitgeteilt kriegen. «Mir ist es ein Anliegen, dass die Fans mit qualitativ guten Beiträgen aus oder rund ums Team informiert werden», sagt Ruhnke. Sein Ziel ist es daher, die Zahl der Facebook-Freunde zu vermehren. Wie? «Mit Videos aus der Kabine oder nahen Interviews rund ums Team.» Wer weiss, vielleicht auch mittels einer Helmkamera. Interaktivität sei das Stichwort, um im Internet erfolgreich zu sein, sagt Ruhnke. Damit trifft er den Nagel wohl im Gegensatz zu vielen anderen auf den Kopf.

Primär indes gilt das Augenmerk von Corey Ruhnke in den nächsten zwei Jahren dem Eishockey. Mit dem Powerstürmer, der wie er sagt «in jeder Spielsituation fühlt, was ihm mein Vater jetzt zu tun raten würde» und sich auch oft danach verhalte, hat der EHCO beste Chancen, nicht minder erfolgreich zu sein als letzte Saison. Einer Saison, die immerhin im Playoff-Final geendet hat.