Eishockey
Ein Gradmesser auf internationalem Top-Niveau für die U18-Nati in Zuchwil

Nur mit einem Sieg am Sonntag gegen Finnland kann die Schweizer U18-Eishockey-Nati von Coach Manuele Celio das Fünf-Länder-Turnier in Zuchwil noch gewinnen. Dies nach einem Auftakterfolg gegen Deutschland und einer 1:4-Niederlage gegen die Tschechen.

Michael Schenk
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Eishockey: Die U18-Nationalmannschaft spielt in Zuchwil
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Der Schweizer Julien Privet (links) im Kampf um den Puck gegen Ondrej Pycha aus Tschechien. Foto: Bieri
Der Schweizer Tino Kessler (links) unterliegt an der Bande dem Tschechen Tomas Havlin. Foto: Marcel Bieri

Eishockey: Die U18-Nationalmannschaft spielt in Zuchwil

Marcel Bieri

Von Mitte bis Ende April findet im finnischen Laappenranta die Eishockey-WM der unter 18-Jährigen statt. Nach dem 6. Rang im Vorjahr wollen sich die Schweizer heuer erneut für den Viertelfinal qualifizieren.

«Schaffen wir das, ist alles möglich», sagt Coach Manuele Celio. Der vierfache Schweizer Meister mit den Kloten Flyers spielt derzeit mit seiner Truppe am Fünf-Länder-Turnier im Sportzentrum in Zuchwil.

Startsieg gegen Deutschland

Nach einem 7:3-Sieg zum Auftakt gegen Deutschland setzte es gegen Tschechien eine 1:4-Pleite. Heute Sonntag (18.30) geht es gegen die starken Finnen weiter, ehe am Montag (14.30) das letzte Spiel gegen die Slowakei folgt.

«Kleinigkeiten» hätten gegen Tschechien den Ausschlag zuungunsten seiner Equipe gegeben, konstatiert Celio. «Das müssen wir heute ändern», meint der über 700-fache Nationalliga-A-Spieler.

Die Finnen, Weltmeister 1999 und 2000 und WM-Dritter im Vorjahr, seien läuferisch und technisch sehr stark und würden für viel Druck in der Offensive sorgen.

«Wir müssen darum vorab in der Defensive jede Kleinigkeit richtig machen und vorn bissiger und kaltblütiger werden.» Die Zeit, um Geschenke zu verteilen, wie im Match gegen Tschechien, sei vorbei.

Guter Test gegen die WM-Gruppengegner

Sowohl die Tschechen wie die Finnen werden an der WM Gruppengegner der Schweiz sein. «Insofern ist das Turnier in Zuchwil ein guter Gradmesser für uns», sagt Celio. Selbst wenn diverse, potenzielle Leistungsträger aufgrund von Verletzungen oder weil sie mit ihrem NLB-Klub oder der U20 an der WM unterwegs sind, fehlen.

Unter ihnen etwa Kloten-Stürmer Kevin Fiala oder die bei den GCK Lions tätigen Denis Malgin (S) und Jonas Siegenthaler (V). «Gut die Hälfte des Teams, das in Zuchwil spielt, wird an der WM dabei sein», sagt Celio.

Gut für die Weiterentwicklung der Spieler

Für seine Spieler sei das Turnier auch eine Super-Gelegenheit, sich auf internationalem Niveau zu messen und weiterzuentwickeln. «In der heimischen Meisterschaft stehen die Spieler oft viel weniger unter Druck und haben mehr Zeit, Entscheidungen zu treffen.»

Auf internationalem Top-Niveau dagegen gibt es keine Gnadenfristen punkto Wahl der nächsten Aktion. Da ist weder Raum noch Zeit, um zu trödeln. Abgesehen davon, dass die Gegnerschaft den Schweizern körperlich oft überlegen ist.

Niederlage kann positiv und negativ sein

Dem Fakt, dass man mit Tschechien gegen einen direkten WM-Gegner verloren hat, gewinnt der 47-jährige Coach sowohl ein Pro wie ein Kontra ab.

«Eine positive Erfahrung in Form eines Sieges ist immer gut; andererseits besteht nach einer Niederlage vielleicht auch weniger Gefahr, dass man beim nächsten Mal die Sache unterschwellig etwas zu leicht nimmt.»

Erfolg der Grossen hilft

Der Erfolg der A-Nationalmannschaft mit der WM-Silbermedaille heuer in Stockholm ist auch beim Nachwuchs spürbar angekommen. «Wir zeigen dem Team viele Bilder von dieser WM», sagt Celio.

Seine Jungs hätten gesehen, dass es gehe. Auch Schweizer können WM-Medaillen gewinnen, was natürlich zusätzlich anspornt. Die helvetische U18-Auswahl notabene hat dies ebenfalls schon Mal geschafft. 2001 war es, als man den physisch klar überlegenen Russen erst im Final mit 2:6 unterlag.

Und wo hat sich das Ganze seinerzeit ereignet? Genau – in Finnland. Ein gutes Omen also hinsichtlich der anstehenden WM in der finnischen Landschaft Südkarelien.