Hallenhockey
Ein Final Four mit Makel

In der Oltner Stadthalle werden an diesem Wochenende die Schweizer Meister im Hallenhockey ermittelt. Der Gastgeber HC Olten verpasste die Qualifikation fürs Final Four.

Raphael Wermelinger
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Bittere Pille für den HC Olten. Sowohl die Männer als auch die Frauen waren in der Qualifikation der NLA vor der letzten Doppelrunde auf Finalkurs. Die Oltner vergeigten die Finalteilnahme im kapitalen Direktduell gegen Basel, in welchem sie mit 3:5 unterlagen. Da brachte auch der abschliessende Achtungserfolg, das 4:4-Unentschieden gegen Dominator Rotweiss Wettingen, nichts mehr. Der HC Olten rutschte auf den undankbaren fünften Platz zurück. Die drei Mannschaften davor, der Grasshopper Club Zürich (2.), Luzern (3.) und Basel (4.) haben in der Endabrechnung allesamt nur zwei Zähler mehr auf dem Konto als die Dreitannenstädter, dürfen sich aber weiter Chancen auf den Titelgewinn machen.

Zweimal hatten sich die Männer des HC Olten in der Klubgeschichte den Meistertitel in der Halle gesichert: 1985 und 1994. In der vergangenen Spielzeit standen die Oltner im Endspiel, unterlagen dort aber Serienmeister Rotweiss Wettingen mit 1:4. Nur einmal, in der Saison 2014/15, verpassten die Oltner in der jüngsten Vergangenheit den Einzug ins Final Four. Dass sie nun erneut vorzeitig aus dem Titelrennen sind, kommt indes nicht ganz überraschend, was ein Blick auf die Resultate in den vergangenen Jahren bestätigt. Auch auf dem Feld war zuletzt nämlich eine klare Negativtendenz erkennbar: 2014 und 2015 standen die Oltner noch im Halbfinal, 2016 musste der 15-fache Schweizer Meister in die Playouts, in denen er sich gerade noch vor dem Abstieg retten konnte. Im letzten Sommer gelang dies dann aber nicht mehr, und der Traditionsklub musste sich aus der NLA verabschieden. Immerhin führten die Oltner die NLB-Feldmeisterschaft, die im April fortgesetzt wird, momentan souverän an und können somit auf die baldige Rückkehr ins Oberhaus hoffen.

Nur ein Punkt fehlte

Die Oltnerinnen überwintern in der NLA auf dem vierten Zwischenrang. Im Vorjahr verpassten sie den Finaleinzug auf dem Feld trotz des Qualifikationssiegs. 2014 und 2015 standen sie im Final, verloren aber gegen Rotweiss Wettingen, 2016 landeten sie auf dem dritten Schlussrang. Weniger gut ist die Entwicklung in der Halle. Zweimal durften die HCO-Frauen bislang den Titelgewinn feiern: 2006 und davor 1979. Das Endspiel erreichten sie 2014 zum bisher letzten Mal. Und die Oltnerinnen müssen sich weiter auf die nächste Titelchance gedulden, denn es ereignete sie das gleiche Schicksal wie schon im Vorjahr. Als Tabellenfünfte schrammten sie haarscharf an der Qualifikation fürs Final Four vorbei. Die HCO-Frauen wurden erst am letzten Spieltag noch von Basel und dem Black Boys HC aus Genf abgefangen. Beide Klubs hatten in der Endabrechnung nur einen Zähler mehr auf dem Konto als die Oltnerinnen.

Somit geht das Final Four an diesem Wochenende ohne Oltner Beteiligung über die Bühne. Dies ist besonders ärgerlich, weil der HC Olten den Höhepunkt der Hallen-Saison selber organisiert. Die besten vier Männer- und die besten vier Frauen-Teams kämpfen heute und morgen in der Stadthalle um den Meistertitel. Der Favorit ist wie gewohnt der HC Rotweiss Wettingen. Bei den Männern gewannen die Aargauer vier der letzten fünf Meisterschaften, davor war Luzern in der Halle die dominierende Macht. Bei den Frauen zeigt die Statistik ein noch krasseres Bild: Die Wettingerinnen könnten am Wochenende in der Dreitannenstadt ihren zwölften Hallen-Meistertitel in Serie feiern.

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