Kunstturnen
Ein Fehlstart als Glücksfall

Dank Danilo Corti im Mehrkampf der Amateure und Simon Nützi am Boden gingen im zürcherischen Egg auch Schweizer-Meister-Titel an die Solothurner Kunstturner-Vereinigung.

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Ein Fehlstart als Glücksfall

Ein Fehlstart als Glücksfall

Solothurner Zeitung

Die Titelkämpfe der Turnerinnen kannten nur eine Siegerin: Ariella Kaeslin vom BTV Luzern. Trotz langwieriger Viruserkrankung dominierte sie den Mehrkampf und gewann mit fast sechs Punkten Vorsprung vor Linda Stämpfli aus Urdorf. Auch in den Gerätefinals stieg sie bei allen vier Gerätefinals immer zuoberst auf das Podest. Etwas spannender verlief der Wettkampf um den Mehrkampftitel bei den Männern. In Abwesenheit von Titelverteidiger Niki Böschenstein, der an einer Schulterverletzung laboriert, siegte Claudio Capelli vom BTV Bern zum Schluss deutlich. Das Podest komplettierten die Routiniers Danny Groves aus Grosswangen und der Basler Roman Gisi.

Einen hervorragenden Mehrkampf zeigte Simon Nützi vom TV Wolfwil. «Der Sturz am Pferdpauschen, das war schade», ärgerte er sich zu Wettkampfschluss, «sonst könnte ich von einem gelungenen Mehrkampf sprechen.» Trotzdem erreichte er den ausgezeichneten fünften Rang und darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine Qualifikation für das WM-Team von Mitte Oktober in Rotterdam machen.

Nützis erster Elite-Titel

Einen soliden Wettkampf zeigte auch der junge Philipp Friedli aus Kappel. Als jüngster Turner des gesamten Teilnehmerfeldes stand Raffael Bucher von Biberist aktiv im Einsatz und sammelte wertvolle Erfahrungen. Nervenstärke bewies Danilo Corti vom TV Günsberg im Mehrkampf bei den Amateuren. Nachdem ihm sein Aufgang beim Barren missriet, brach er die Übung ab – nahm so einen Abzug in Kauf – und startete erneut. Dank anschliessend starken Leistungen gewann er, trotz seinem Fehlstart, die Konkurrenz bei den Amateuren klar vor Martin Strub vom STV Wil.

Als einer der wenigen Amateure qualifizierte sich Corti auch für den Gerätefinal am Pferd, wo er den hervorragenden fünften Rang erreichte. Noch besser machte es Simon Nützi aus Wolfwil. Dank einer fehlerfreien Übung holte er sich am Boden seinen ersten Schweizer-Meister-Titel bei der Elite. (mbs)