Hasler doppelte nach: «Thun hat den Sieg absolut verdient, war in allen Belangen besser. Ich akzeptiere diese Niederlage.» Was war passiert? Die Solothurner nahmen den Faden nach den vier Siegen mit nur einem Gegentor und 13 Treffern nicht auf. Teilnahmslos beteiligten sie sich kaum am Geschehen. Die jungen Besucher erkannten, wie uninspiriert sich ihr Gegner gab. Dies kam ihrer Aggressivität und Offensivkraft zugute. Die Thuner liessen den Ball sehr gut und präzise laufen. Ballsicher und konzentriert drängten sie die Einheimischen zurück.

Nach einer Viertelstunde lief Wittwer links auf die Grundlinie zu und Andrist brauchte dessen Flanke vor Liloia mit dem Kopf nur einzunicken. Umgehend setzten die Gäste nach. Zwei Minuten später war ihr zweites Tor Tatsache. Plüss warf rechts zu Röthlisberger ein. Dieser legte Wittwer einschussbereit vor. «Bei uns herrschte Unordnung, ich bin schockiert, wie leicht wir die Tore erhielten», sagte Hasler. Auch dieser Doppelschlag innert zweier Minuten beendete die Passivität der Rotweissen noch nicht. Die Platzherren bewegten sich weiterhin zu wenig. Sie trieben zu wenig Aufwand, um die gute Organisation der Berner ins Wanken zu bringen. Die Gäste bauten auf ihre Spielstärke und ihr gutes Auge für die Spielentwicklung. Die Ambassadoren brachten nach vorne nichts auf die Beine. Selbst der bisherige Erfolgsgarant Vogt konnte sich nicht einbringen. Er wurde von der Gästeabwehr gut isoliert.

Daran änderte auch die zweite Halbzeit nichts. Wohl versuchten sich die Einheimischen mit verstärkter Offensive. Doch wirklich gefährlich wurden sie nicht. Auch der Anschlusstreffer – der aufgerückte Liloia verwertete einen Danny Hasler-Freistoss – in der 62. Minute löste keine Aufholjagd aus. «Wir haben sehr wenig beigetragen, den Gegner in Verlegenheit zu bringen. Wir waren zu wenig bereit, in den gegnerischen 16er zu gehen», sagte Hasler nachdenklich. Seinem Team fehlte der Nachdruck. Ideenlos liess man sich treiben. Das Spiel in die Tiefe mit schnellen Ballfolgen blieb aus. Thun hielt bis zum Schluss seine Effizienz hoch.

Beim dritten Treffer in der Nachspielzeit spielte Andrist drei Solothurner auf deren linken Seite über 20 Meter relativ leicht aus. Solothurn enttäuschte auf der ganzen Linie, dies war auch dem Trainer klar. «Wir haben heute eine grosse Chance verpasst, weiter nach vorne zu kommen», haderte Hasler nach dem Spiel mit dem bescheidenen Auftritt seiner Mannschaft.