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Ein ehemaliger Junior soll der neue Präsident des FC Solothurn werden

Der FC Solothurn ist auf der langen Suche nach einem Präsidenten fündig geworden. Samuel Scheidegger, Sohn des früheren Stadtpräsidenten Urs Scheidegger, soll der neue starke Mann im Verein werden.

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Samuel Scheidegger soll ab der Saison 2014/15 die Geschäftsführung des FC Solothurns übernehmen.

Samuel Scheidegger soll ab der Saison 2014/15 die Geschäftsführung des FC Solothurns übernehmen.

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n der Generalversammlung am 11. September stellt sich Scheidegger den Mitgliedern des FC Solothurn zur Wahl. Den Segen der Geschäftsleitung hat der 29-Jährige nach anfänglichem Zögern bereits erhalten. «Zuerst waren wir in der Geschäftsleitung eher skeptisch», sagt Jürg Nägeli, angesprochen auf das Alter von Samuel Scheidegger. Mit 29 ist der neue Präsident der Jüngste in der neuen FCS-Führungscrew. Aber: «Je länger wir uns kennen lernten und uns von den Qualitäten des jeweils anderen überzeugen konnten, umso sicherer wurden wir. Am Ende haben wir uns einstimmig für Samuel Scheidegger als Präsident ausgesprochen», hält Nägeli fest.

Zur Person: Samuel Scheidegger

Samuel Scheidegger wurde am 1. April 1985 geboren und ist der Sohn des früheren Stadtpräsidenten und Ehrenmitglieds des FC Solothurn, Dr. Urs Scheidegger. Als Feldspieler und dann Torhüter spielte er von den F-Junioren bis in die U15 beim FCS (unter anderem in den Teams mit Gökhan Inler und Burim Kukeli), und wechselte dann zum SC Derendingen in die 3. -, respektive 2. Liga. Weiter zog es ihn zum GS Italgrenchen (2. Liga interregional) und zum FC Lommiswil (2. Liga). Seit 2007 spielte er beim FC Subingen in der 2. Liga und der 2. Liga interregional. Bis 2011 war er hier für 2.5 Jahre als Vize Präsident Teil der Geschäftsleitung. Samuel lernte den Beruf eines Mediamatikers und schloss 2007 die Fachhochschule
als Informatik Ingenieur ab. 2012 folgte der Doppelabschluss an der Universität Bern (Executive MBA) und der University Of Rochester, New York, (MBA) (mgt)

Die ersten Kontakte zwischen dem in Hubersdorf wohnhaften Scheidegger und der Geschäftsleitung hatten Ende März stattgefunden und wurden durch Ehrenpräsident André Miserez eingefädelt. Seither absolviert Scheidegger quasi eine Schnupperlehre. Er nahm regelmässig an den Sitzungen teil. «Ich wollte wissen, worauf ich mich einlasse.» Auch mit Blick auf die Finanzen. Letztlich sei in ihm die Überzeugung gereift, dass er die Herausforderung annehmen möchte.

Klar ist: So unrühmliche Turbulenzen, wie vor rund zwei Jahren, als die FCS-Führung wegen Trainer Roland Hasler während Monaten zutiefst in zwei Lager gespalten war, sollen sich nicht mehr wiederholen. Eines, welches den langjährigen Trainer Roland Hasler halten und eines, das diesen schassen wollte. «Das ist in unserem und natürlich auch ganz im Interesse des neuen Präsidenten», so Nägeli. Scheidegger, der als teamorientierter Typ gilt, pflichtet aus nachvollziehbaren Gründen bei. Besagte Streitigkeiten hatten letztlich zu diversen Abgängen geführt - auch dem des damaligen, jungen und relativ unerfahrenen Präsidenten Stefan Aegerter.

Mit Gökhan Inler im gleichen Team

Wer von der alten Führungscrew bleibt und wer unter dem neuen Präsidenten in der GL allenfalls durch Leute aus dessen Umfeld abgelöst wird, das soll sich in den nächsten Wochen zeigen, wenn das Organigramm entsteht. Scheidegger will diesbezüglich nicht vorgreifen. Er hat aber mitbekommen, wie hoch die Belastung der bisherigen Mitglieder war. «Sie funktionierten über einen längeren Zeitraum im Task- Force-Modus.» Claudio Capelli (Marketing), Erhard Lüthi (Sportchef) und Francisco Fernàndez (Transferchef) kamen vor knapp anderthalb Jahren alle aus dem Trainerstab der Nachwuchsabteilung.

Nach dem Führungs-Zwist, sprich den diversen Abwahlen und Demissionen, haben sie die wichtigsten Posten, notabene nebst ihrem Trainerjob, zusätzlich übernommen. «Das hat teilweise zu immensen Pensen geführt», bestätigt Nägeli. «Wir waren ständig am Limit. Die Aufgaben, die sonst der Präsident übernimmt, mussten wir uns auch noch unter uns fünf aufteilen.» Damit ist vorderhand Schluss - nach dem gelungenen Ligaerhalt hat der FC Solothurn wieder jemanden, der die Führung der Führung übernimmt.

Terra incognita ist der FC Solothurn für den Informatikspezialisten in einem Bankennetzwerk nicht. Scheidegger durchlief im Verein die Juniorenabteilungen und spielte in der U15 unter anderem mit Nati-Captain Gökhan Inler zusammen. Es folgte Stationen beim SC Derendingen, bei Italgrenchen und beim FC Lommiswil. Ab 2007 spielte Scheidegger beim FC Subingen und war dort als Vize-Präsident tätig und Teil der Geschäftsleitung. «Es ist nicht so, dass ich trotz meines jungen Alters keine Erfahrung mitbringe», wischt Scheidegger aufkommende Bedenken weg.

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