Die Gäste im Restaurant Baseltor staunten über «die vielen Junge Leute zu dieser Abendzeit». Wenn sie genauer hinschauten machten sie junge, sportliche Leute aus, die sich bewegten, aufwärmten, sprinteten und mit Stafettenstäben die Übergaben übten. Vom Anlass, dessen wegen diese Vorbereitungen liefen, bekamen die Restaurant-Besucher wenig mit Dieser fand in den westlich liegenden Altstadtgassen statt – und hatte bei dieser 41. Austragung einen ungewohnten und herausfordernden Begleiter. Regen.

Glitschige Herausforderungen

Gewitzelt hatten die Organisatoren noch wenige Stunden bevor. «Regen bei unserem Quer durch Solothurn, das gibt es nicht.» Gesorgt für diese Sicherheit hatten die vergangenen Jahre, die immer bei trockener Witterung zur Austragung gelangt waren. Nun aber begann es nach den Kategorien mit den Muki, Vaki, den Kindern und Schülerinnen und Schülern zu tropfen. Und bald wurden die schmucken Pavé-Strassen zu glitschigen Herausforderungen. Einige rutschten schon beim Start aus und handelten sich vorentscheidende Rückstände ein bei diesem Staffelrennen über Distanzen zwischen 1020 und 1530 m.

Erfolgsgeschichte geht weiter

«Ich war mit besonderem Respekt unterwegs und lief vor allem in den Kurven nicht ganz am Limit», sagte Debora Altschul. Die Läuferin im ersten Frauenteam des STV Attiswil sorgte auf ihrem Teilstück trotzdem für die Wende. Sie übernahm nach einer Runde just in der heiklen Kurve des Start-/Zielgeländes am Marktplatz die Führung – dank mehr Risiko und engerem Kurvenradius. «Dieses Rennen hat enormen Spass bereitet», sagte sie später im Ziel, und ihre Teamkolleginnen stimmten ihr bedingungslos zu. Dem Team ist es geglückt, die Erfolgsgeschichte des STV Attiswil aufrecht zu erhalten. «Unsere Männer halten den Streckenrekord, und wir konnten uns für unseren verpassten Sieg und unseren zweiten Platz letztes Jahr revanchieren», sagten die Siegerinnen strahlend.

Besonders cool

Und der Erfolg war von besonderer Bedeutung, denn die Männer scheiterten mit den Rängen 6 und 11 wie schon im Vorjahr. Das «Prestigeduell» ging an den TV Eriswil. Als «besonders cool» bezeichnete Schlussläufer Pascal Frei den Erfolg, auch wenn «der sportliche Wert nicht überbewertet werden darf, es primär um Plausch geht». Vor diesem Hintergrund bereute auch Lukas Geissbühler seinen Abstecher auf die Strasse keineswegs. Der Mittelstrecken-Spezialist von der LV Langenthal lobte «die vielen Zuschauer und die einzigartige Stimmung.»

Unihockey rückte ins zweite Glied

Erstmals seit Jahren nicht in den Farben seines Stammvereins Attiswil war der mehrfache Schweizermeister Christian Niederberger unterwegs. Vier Jahre nach seinem Rücktritt von der Bahnleichtathletik lief er nicht mehr zwei Mal unmittelbar hintereinander – zuerst für Attiswil, anschliessend für den TV Bettlach, sondern nur noch in der Plauschkategorie. «Ich sagte dort zu, wo ich zuerst angefragt worden war», erklärte er. Dass das obligate Unihockeytraining am Freitagabend für einmal hinantzustehen hatte, war hingegen keine Diskussion und ebenso wenig, dass der Fussball-TV-Abend mit dem WM-Qualifikationsspiel Schweiz - Island zu warten hatte. Und so werteten offenbar etliche: Von 106 auf 117 Equipen stieg die Teilnehmerzahl.