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Ein Burgdorfer Optiker ist König des Engadins

Adrian von Gunten gewinnt in St.Moritz die Skijöring-Trophy. Für den Burgdorfer ist das eine Genugtuung, hatte er doch in letzter Zeit wenig zu feiern.

Daniel Weissenbrunner
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Schnelles Duo: Adrian von Gunten und Mombasa waren in St.Moritz eine Klasse für sich.

Schnelles Duo: Adrian von Gunten und Mombasa waren in St.Moritz eine Klasse für sich.

Keystone

Mit dem Titel kann sich Adrian von Gunten bestens anfreunden. Das Adelsprädikat erhielt er nicht wegen seines Namenszusatzes, sondern wegen seines sportlichen Efforts. Von Gunten darf sich für ein Jahr offiziell «König des Engadins» nennen. Möglich gemacht hat dies der Sieg an der Crédit-Suisse-Skijöring-Trophy in St. Moritz.

Der Optiker aus Burgdorf setzte sich an den Seilen der vom Kölner Spitzentrainer Peter Schiergen trainierten Stute Mombasa im Finish der Skijöring-Trophy durch und konnte so seinen Erfolg vom zweiten Renntag wiederholen. In der Summe bedeutete das den Gewinn der Gesamtwertung.

Von Guntens Erfolg ist bemerkenswert, weil er nach einer fünfjährigen Rennpause zustande kam. Bei einem Sturz geriet er 2007 unter die vorbeifahrenden Gegner. Er brach sich mehrere Rippen und zog sich diverse Quetschungen zu. «Auch wenn es sehr schmerzhaft war, hatte ich damals Glück im Unglück», erinnert er sich.

Wegen Dopings überführt

Eine schmerzhafte Erfahrung machte von Gunten im Skijöring bereits 2006. Der heute 46-Jährige wurde als Gesamtsieger der Trophy nachträglich disqualifiziert. Sein Pferd King George war wegen Dopings aus dem Klassement gestrichen worden. «Umso schöner ist es, dass ich mich nun rehabilitieren konnte.» Er bezeichnet seinen Erfolg als grosse Genugtuung.

Entsprechend ausgelassen verliefen am Sonntag die Feierlichkeiten. Zusammen mit dem Besitzerehepaar und den Konkurrenten wurde noch auf dem Rennplatz, passend zum Rahmen, mit Champagner angestossen. «Das gehört zur guten Tradition», sagt von Gunten, der das «savoir vivre durchaus schätzt». Ihm eilt der Ruf des Geniessers und der Frohnatur voraus. Es sei aber alles geordnet und gesittet abgelaufen, versichert er. Lange Zeit, seinen Triumph in der Engadiner Höhenlage auszukosten, blieb ihm ohnehin nicht. Genauso seriös und gewissenhaft, wie er seinen Sport betreibt, bewegt er sich im Berufsalltag. Adrian von Gunten ist Inhaber von drei Optikergeschäften in Burgdorf, Hasle-Rüegsau und Kirchberg.

Die ideale Kombination

Von Guntens Affinität zu Pferden reicht bis in seine Jugend zurück. Seit seinem siebten Lebensjahr reitet er. Zudem ist er ein begeisterter Skiläufer. Die weitgehend unbekannte Sportart Skijöring drängte sich da für ihn förmlich auf. Seinen ersten Rennstart in der ungewöhnlichen, aber spektakulären Disziplin auf dem St.Moritzersee hatte er 1996. Fünf Jahre später feierte von Gunten seinen ersten Sieg. Routine spielt im Skijöring eine zentrale Rolle. «Nicht zufällig setzt sich das Teilnehmerfeld mehrheitlich aus reiferen Semestern zusammen», sagt er mit einem Augenzwinkern.