«Wir wollten die Arbeit eines Weltklassereiters zeigen und nicht irgendwo in einem Konferenzzimmer trockene Fakten erzählen», erklärte Bürgin die ungewöhnliche Lokalität. Und so feuerte Schwizer in seinem Garten für die Gäste des CSI Basel extra den Holzkohlegrill an.

Pius Schwizer zeigte daraufhin zwei seiner vierjährigen Pferde: Das eine geeignet für einen ambitionierten Amateur, das andere mit noch mehr Talent, das für einen Spitzenprofi interessant werden könnte. Anhand der Körperhaltung zeigte er die feinen Unterschiede zwischen den guten und dem aussergewöhnlich talentierten Pferd auf. «Das Wichtigste ist aber, dass sie von Anfang an von sehr guten Reitern geschult werden. Sonst ist der Lack schnell ab», erklärte der Reitstallbesitzer, der in Oensingen 80 Tiere betreut.

Der sympathische CSI

Die schönen Preisgelder seien nur ein Teil der Attraktivität des Fünfstern-CSI, meinte der Gastgeber bei der Präsentation des Mega-Events. «Uns Reitern gefällt es in Basel deshalb so gut, weil die Leute so sympathisch sind.» Präsident Willy Bürgin belegte diese Aussage gleich mit seinen Worten: «Mein Ziel ist es, dass die Leute sagen, Zürich hat einen sehr guten CSI, aber Basel ist einfach besser.» Der Ticketvorverkauf für die sechste Auflage vom 8. bis 11. Januar 2015 in der St. Jakobshalle beginnt bereits am 1. September.

Zuerst an die Weltreiterspiele

«Wir wollen den eingeschlagenen Weg weitergehen. Der CSI Basel soll ein edler Anlass sein und wir wollen unser Niveau halten. Kleinigkeiten können wir natürlich immer verbessern.» Am Samstag werde ein Zweiphasenparcours, also eine neue Form des Stechens für Spannung sorgen. «Jeder fehlerlose Reiter bleibt im Parcours. Nach 30 Sekunden wird geläutet, und er startet sofort zum Stechen.» Auf eine weitere, sehr grosse Neuerung hofft Willy Bürgin dann aber doch: «Ich möchte nach der letzten Prüfung unbedingt einmal die Schweizer Nationalhymne hören.» «An mir solls nicht liegen», konterte Pius Schwizer.

Doch zunächst kommen auf Pius Schwizer noch andere wichtige Wettkämpfe zu. «Wir erleben ein Wellental, weil viele Schweizer Reiter ihre Pferde gewechselt haben», blickt er auf das nächste grosse Ziel, den Nationenpreis an den Weltreiterspielen in der Normandie. Aber er hofft, dass sich die Schweizer wieder auf dem aufsteigenden Ast befindet. «Vielleicht ist es besser, dass wir nicht zu den Favoriten zählen. Wenn alle ihre Bestleistung abrufen, dann liegt trotzdem etwas drin.» Der 52-jährige Oensinger wird den Nationenpreis mit dem erst 9-ährigen Oldenburger Wallach Toulago bestreiten. «Er lässt mich meine verkauften Toppferde vergessen, da er alles mitbringt, was ein gutes Springpferd auszeichnet.» Doch sein unbestrittener Liebling ist und bleibt Ulysse X, der mittlerweile 17 Jahre alt geworden ist und seit dem dritten Platz beim Weltcupfinal 2012 nun bei Pius Schwizer Schritt für Schritt in den Ruhestand abtreten darf.