Zuchwil

Ein Benjamin Namens Dario bei Zuchwil

Dario Hulliger, der jüngste NLA-Hormnusser, schlägt den Nouss schon auf beachtliche Weiten. (Bild Marcel Bieri).

Dario Hulliger, der jüngste NLA-Hormnusser, schlägt den Nouss schon auf beachtliche Weiten. (Bild Marcel Bieri).

Inmitten gestandener Männer sitzt einer, der die Dächlichappe verkehrt auf dem Kopf trägt: Dario Hulliger, 19-jährig, jüngster Spieler bei der Hornussergesellschaft Zuchwil. Und jüngster Spieler in der Nationalliga A.

«Das ist zwar schön, zu wissen. Aber deswegen bin ich kein anderer Hornusser als die andern», sagt der Mann aus Winistorf. Allerdings ist es ausgerechnet der Benjamin, der die Mannschaft jeweils aufs Spiel einstimmt. «Seid ihr parat?», ruft er seinen Teamkameraden zu, die ihm mit einem lauten «Ja» antworten.

Dario Hulliger, der jüngste NLA-Hormnusser

Dario Hulliger, der jüngste NLA-Hormnusser

Beim Abschlag im Spiel gegen den Tabellenletzten Krauchthal-Hub fällt Hulliger nicht mehr auf. Zwar erreicht er noch nicht die Weiten des besten Zuchwiler Schlägers Benjamin Lehmann, doch dessen Tipps kurz vor dem Streich scheinen zu wirken: Hulliger erzielt im ersten Umgang solide 17 und 18 Punkte. Damit landet er im Mittelfeld der Zuchwiler. Er hätte mehr gewollt und verlässt kopfschüttelnd den Bock. «Ich habe zweimal nicht richtig getroffen. Aber ich habe ja noch zwei Chancen.»

«Ich renne gerne im Ries herum»

Hulliger konnte fast nicht anders, als Hornusser zu werden. Bereits sein «Grossätti» spielte bei Winistorf. Sein Vater und Götti tun es noch heute. Auch Hulliger spielte bis vor einem Jahr in der NLB bei Winistorf mit, ehe er zu Zuchwil in die höchste Liga wechselte. Er liebt das Hornussen, weil er einerseits in einer Mannschaft spielt, andererseits das Einzelresultat zählt. «Ich renne gerne im Ries herum», sagt er und lacht. «Das Abschlagen macht besonders Spass, wenns gut läuft.»

Beim Abtun überzeugt Zuchwil im ersten Umgang, kein Nouss fällt ins Ries. «Gute Riesarbeit», bilanziert Hulliger. Beim Schlagen läuft es weniger gut, Zuchwil verzeichnet einen Nuller. Doch Hulliger seinerseits trifft bei den Versuchen 3 und 4 besser. Trotzdem fliegt der Nouss weniger weit, 16 Punkte gibts für die zwei Streiche. «Daran war aber der Wind schuld.» Zuchwils Coach Jürg Eggimann lobt seinen Youngster. «Wir brauchen die Jungen. Und Dario hat in der bisherigen Saison die Leistung gebracht. Besonders im Ries ist er stark und konstant.»

Ehe Zuchwil nochmals ins Ries muss, gibts für Dario Hulliger einen Kuss von der Freundin. Sie versteht die Leidenschaft des Elektriker-Lehrlings für diesen Sport, stammt doch auch sie aus einer Hornusserfamilie. Ihr Freund Dario hat hohe Ziele: Mit Zuchwil möchte er die Schweizer Meisterschaft gewinnen sowie in zwei Jahren beim Eidgenössischen in Lyss den Festsieg holen. Zudem hofft er, irgendwann bester Einzelschläger zu werden. «Das ist aber noch weit weg.»

Gschwellti, Fleischkäse und Salat

Gegen den Tabellenletzten gewinnt Zuchwil zu Hause mit 1233:1197. Für Verlierer und Sieger gibts danach in der Klubhütte Gschwellti, Fleischkäse und Salat. Während des Interviews mit dieser Zeitung holt ein Mannschaftskollege Dario Hulliger: «Komm, wir wollen anstossen.» Hulliger ist zwar der Benjamin, aber er gehört dazu wie jeder andere. Nur die Dächlichappe trägt er andersrum.

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