Unihockey

Ein Auftakt mit Potential für Wiler-Ersigen

Wiler-Ersigen gewinnt den ersten Supercup im Hallenstadin.

Wiler-Ersigen gewinnt den ersten Supercup im Hallenstadin.

Kaum hat die Saison begonnen, schon hat sich das NLA-Team eine (weitere) Trophäe gesichert . Mit einem 6:2-Erfolg über Alligator Malans gestaltete der SVWE die Premiere am Supercup erfolgreich.

Eine Saison-Vorbereitung ist manchmal auch mühsam. Erst das unbeliebte Sommertraining, dann Trainingsspiele und Turniere, die einen Ernstkampf bedingt ersetzen können. Und so fällt es Spielern und Staff meist schwer zu warten bis es richtig los geht. So gesehen ist ein Event in dem ein Titel gewonnen werden kann, eine willkommene Alternative.

Noch hat der Supercup zwar keine Tradition und der sportliche Wert ist bescheiden, doch die Plattform im Hallenstadion war dann doch imposant und dürfte mit Ausnahme der wenig verblieben Routiniers beim Serienmeister das Team doch einigermassen beeindruckt haben. Und schliesslich bleibt ein Titel immer ein Titel, der sich in diesem Klassiker gegen Malans durchaus auch die Alligatoren sichern wollten. Dies wurde deutlich, als die Partie nach zahmen Beginn ab dem Mittelabschnitt deutlich an Intensität zunahm und beidseitig Provokationen und Nettigkeiten ausgetauscht wurden.

Lange Anfahrt sorgt für Lethargie

So gesehen war es eine wichtige Erfahrung für den modifizierten Meister und durch den schlussendlich ungefährdeten Erfolg auch ein gutes Signal für die neue Trainercrew. Das Trainerduo Thorsell/Sikora  mit den Assistent Simon Linder und Kusli Gerber weiss sich auf dem richtigen Weg. Siege vermitteln immer Sicherheit und Ruhe. Und die kann der Meister in diesen Tagen gebrauchen.

Schliesslich gilt es beinahe 200 Skorerpunkte zu ersetzen, fünf neue Akteure zu integrieren und dazu kommt auch noch die neue Trainersituation. Etwas gar viel auf einmal, wenn dann noch Verletzungspech dazu kommt und man bereits Anfang Oktober in Hochform sein sollte, weil da bereits der Champions Cup ansteht.

So gesehen vermittelte der Supercup zumindest ein gutes Gefühl auf dem richtigen Weg zu sein.  Dabei kann sich der zehnfache Meister auf einige Säulen abstützen. Bestätigt wurde zuerst, dass Nicolas Wolf wohl der meist unterschätzte Goalie der Liga ist. Die beiden Eigengewächse Wolf und Sämi Zimmermann bilden nun im dritten Jahr das Goaliduo beim SVWE und wurden auch schon als möglicher Schwachpunkt beim Meister geortet.

Doch Wolf hat nun eine weiteres Mal bewiesen, dass er bei finalen Spielen seine Leistungsvermögen abrufen kann und er mental stark ist. Er hielt den Meister im ersten Drittel im Spiel, als das Team – wohl auch geprägt durch die langfädige Spielvorbereitung (Besammlung schon am Mittag, Teampräsentation am Dorffest in Ersigen) etwas lethargisch wirkte.

Shutout durch Vorderleute verhindert

Und hätten die Vorderleute bei den zwei Malansern Toren nicht noch quasi die «Vorarbeit» geleistet, Wolf hätte allenfalls gar ein Shutout feiern können. Als Pfeiler steht auch Matthias Hofbauer. Der Rekordinternationale, der sich gerade eine Nati-Auszeit gönnt, hat endlich mal wieder eine verletzungsfreie Vorbereitung hinter sich und präsentiert sich in einer bemerkenswerten Frühform.

Erstaunlich die Rückkehr von Captain Fankhauser. Nach mehrwöchiger Trainingspause mit Pfeifferschem Drüsenfieber kehrte er schneller zurück als für möglich gehalten, typisch Fanki eben. Als Doppeltorschütze hatte er grossen Anteil am Triumph am Supercup. Bleibt zu hoffen, dass der grosse Kämpfer keine Rückfall erleidet ob der fehlenden physischen Basis.

Schliesslich kann eine Verletzung manchmal auch ein Glücksfall sein. Der Muskelfaserriss von Tatu Väänänen sorgte dafür, dass das Abwehrduo Wittwer/Meister entstand, welches sich innert kürzester Zeit blendend ergänzte und gar Natitrainer David Jansson so beeindruckte, dass die beiden wieder für die Schweizer Auswahl aufgeboten werden.

Manninen skort schon

Von den Neuen deutete Jami Manninen in der Vorbereitung an, dass er einen Teil der fehlenden 200 Skorerpunkten erzielen dürfte.  Seine zwei Tore im Supercup-Final untermauern dies. Nicola Bischofberger wurde zum besten Wiler Spieler der Partie gewählt, obwohl seine Vorbereitung auf diese Partie eher turbulent verlief(Arbeitsunfall als Schreiner) und er mit ein lädierten Daumen und nur einem Teamtraining ins Spiel stieg. Seine Unbekümmertheit ist erstaunlich. Der zweite Jung-Neuzugang aus Chur - Marco Louis - durfte sich auch als Torschütze bei Supercup feiern lassen und deutet sein Potential an. 

Womit sich der Kreis schliesst. Das Potential des Supercups ist ebenso gegeben wie es in diesem neuen Team vorhanden scheint. Doch noch muss einiges verbessert oder zumindest gefestigt werden. Das Powerplay zum Beispiel war noch wenig überzeugend. Doch wir haben ja auch erst September, könnte man beruhigend argumentieren, wenn da nicht nur der Champions Cup Anfang Oktober wäre.

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