Das Aufeinandertreffen mit dem EHC Visp muss der Qualifikationssieger unter der Rubrik «zum Vergessen» abhaken. Beim EHC Olten wollte an diesem Abend überhaupt nichts zusammenpassen. Nur selten liessen die Gastgeber aufhorchen, etwa beim 1:3-Anschlusstreffer in der 22. Minute. Herrlich, wie der hinter dem Tor positionierte Hirt seinen Sturmpartner Schwarzenbach anspielte.

Der Thaler in den Reihen der Powermäuse hatte keine Probleme, diese Vorlage zu verwerten. Der wunderbare Treffer war aber nicht mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein. Denn an der sich abzeichnenden Niederlage, die schon nach 40 Minuten besiegelt war und am Ende mit 2:6 deutlich ausfiel, änderte dieser nichts.

Der Abend begann für die Oltner mit einem regelrechten Kaltstart. Bereits nach sieben Minuten standen sie mit dem Rücken zur Wand (0:3). In der 5. Minute konnte Visp durch Altorfer etwas glücklich und überhaupt nicht zwingend das Skore eröffnen. Der EHCO verfiel danach in eine Art Schockstarre. So konnte Visps Wiedmer nur 48 Sekunden nach dem Führungstreffer quasi unbedrängt ins Oltner Drittel einmarschieren und mit einem präzisen Schuss auf 2:0 erhöhen.

«Katastrophal gespielt»

Und damit nicht genug: In der 7. Minute ermöglichte ein individueller Fehler der völlig verunsicherten Powermäuse den Wallisern eine Kontermöglichkeit, die sie via Pfostenabpraller zum 3:0 (Dolana) nutzten. Das war zu viel für einige Kiebitze, die ihrem Unmut mit Pfiffen Ausdruck verliehen. «Wir haben katastrophal gespielt im ersten Drittel», fand Neuzugang Cédric Schneuwly nach Spielschluss klare Worte. Überhaupt haben wir zu viele Fehler gemacht. In den Playoffs darf das nicht mehr passieren.»

Eine erfreuliche Aktion bot das erste Drittel aus Sicht der Oltner aber doch: In der 2. Minute zeigte Topskorer Shayne Wiebe bei seinem allerersten Einsatz nach seiner rund dreiwöchigen Verletzungspause, dass er trotz fehlender Spielpraxis nach wie vor viel Torgefahr ausstrahlen kann. Er baute bei seiner Einzelaktion viel Tempo auf und umlief gekonnt zwei Visper Gegenspieler. Am Ende setzte er die Scheibe nur knapp am Tor von Matthias Schoder vorbei. Mit dieser frühen Aktion meldete sich der Kanadier zurück.

Ein kurzes Aufbäumen

Nach der ersten Drittelspause kündigte Olten mit oben erwähntem Treffer von Schwarzenbach nur 94 Sekunden nach Wiederbeginn vorerst Besserung an. Wer zu diesem Zeitpunkt aber auf eine Aufholjagd hoffte, wurde bitter enttäuscht. Denn in den Reihen der Oltner passt auch im Mittelabschnitt nicht viel zusammen. Neben zig Fehlpässen zeichneten sich auch in der Verteidigung grobe Mängel ab. Die Gastgeber gestanden den Wallisern viel zu viel Raum und Zeit ein. Die Visper – vor allem die Routiniers unter ihnen – machten das Beste aus diesen komfortablen Bedingungen: Tore. So lautete der Spielstand nach 40 Minuten 1:6.

Am Sonntag gegen Langenthal

Eben dieser Schwarzenbach sorgte im Schlussabschnitt noch für Resultatkosmetik, indem er in diesem längst entschiedenen Spiel zum 2:6 verkürzte. «Gerade unsere Linie hatte in den letzten 20 Minuten zusätzlich einige sehr gute Chancen, die wir aber nicht ausnutzen konnten», so Center Schneuwly, der sich zwischen Schwarzenbach und Hirt «sehr» wohl fühlt. So konnte der EHC Visp seine Führung bis zum Schluss wahren.

Die Visper dürften an diesem Abend reichlich Moral für die am kommenden Freitag beginnenden Playoffs getankt haben. Die Oltner hingegen müssen dieses Vorhaben auf Sonntag verschieben, wenn sie auswärts um 17 Uhr zum Derby gegen den SC Langenthal antreten.