Fussball
Ehrentreffer blieb Härkingen verwehrt

Die Solothurner müssen sich im Schweizer Cup dem oberklassigen Breitenrain mit 0:4 geschlagen geben.

Tobias Schalk
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Verteidiger Yann Weilenmann vergibt eine der wenigen Härkinger Chancen gegen den FC Breitenrain.

Verteidiger Yann Weilenmann vergibt eine der wenigen Härkinger Chancen gegen den FC Breitenrain.

BRUNO KISSLING

«Möglichst lange die Null halten» hatte die Devise von Härkingens Trainer Bruno Büttiker vor dem Spiel gelautet, wie es für jeden Unterklassigen gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner das Los ist. Schon bald musste dieses Vorhaben aber begraben werden. Nach dreizehn Minuten und dem dritten Eckball in Serie stimmte die Zuordnung im Strafraum nicht mehr. Der gross gewachsene Berner Andri Rüegsegger nutzte die ihm zugestandenen Freiheiten und köpfte das Leder mit Leichtigkeit in die Maschen.

«Da haben wir es ihnen etwas gar einfach gemacht», ärgerte sich Coach Büttiker hinterher. Obwohl die Partie damit früh in die Bahnen zugunsten der Breitenrainer gelenkt wurde, konnte Bruno Büttiker dem Auftritt seiner Elf einiges abgewinnen. Dennoch konstatierte er gefasst: «Wir haben uns zwar nie ergeben, doch der Niveau-Unterschied von drei Ligen war zu gross. Uns wurden heute ganz klar die Limiten aufgezeigt», zeigte sich Büttiker realistisch. Präsident Matthias Heim rechnete vor, dass man pro Liga zwei Tore Unterschied annähme und mit vier Gegentreffern daher noch gut bedient sei.

Zu grosse Lücken

Mit dem nächsten geordneten Angriff nur vier Minuten nach dem ersten Treffer verdoppelten die Gäste den Vorsprung bereits. Raphael Büttiker hatte gegen seinen wendigen Gegenspieler im Strafraum das Bein stehen lassen – klares Verdikt: Penalty. Obwohl Christian Brönnimann im Härkinger Tor die Ecke richtig ahnte, konnte er gegen den platzierten Schuss von Kaua Safari, der in der Vorsaison noch für Biel in der Challenge League auf Torjagd gegangen war, nichts ausrichten.

Mit dieser Zwei-Tore-Führung im Rücken schaltete Breitenrain mindestens einen Gang zurück. Dennoch kontrollierten die Berner das Geschehen weitgehend. Die Angriffsbemühungen der Platzherren blieben zu schmalbrüstig, als dass es die massierte und abgeklärte Hintermannschaft der Gäste ernsthaft in Bedrängnis hätte bringen können. Zwar konnte Sturmspitze Jan Büttiker den Ball immer wieder erfolgreich gegen eine Überzahl an Gegenspielern abschirmen, doch fehlte es ihm an Unterstützung seiner Mitstreiter.

So ging der Ballbesitz, ohne dass etwas Gewinnbringendes dabei herausgeschaut hätte, jeweils schnell wieder verloren. Hier setzte Trainer Büttiker mit seinem zweiten Kritikpunkt am Auftritt seiner Elf an: «Zwischen Sturm und den restlichen Positionen klaffte eine zu grosse Lücke, weil wir nicht nachrückten.» Einzig nach einem stehenden Ball, einem Freistoss aus dem Mittelkreis, entstand Torgefahr. Den zweiten Ball nahm Mario Stecher Vollspann und zwang Gästehüter Severin Keller zur Intervention. Die nun aufkommende Härte im Spiel beider Mannschaften behinderte fortan den Spielfluss, da ständig Akteure gepflegt werden musste.

Härkingen nur mit Standards

Nach dem Seitenwechsel war das Berner Vorhaben, die Partie möglichst schnell mit einem dritten Treffer zu entscheiden, offensichtlich. Zweimal rettete Brönnimann in höchster Not gegen die im Alleingang anstürmenden Breitenrainer. Nach 57 Minuten musste er sich dann aber doch von einem Flachschuss bezwingen lassen. Damit war die Luft draussen, die Entscheidung gefallen und die einzige offene Frage, ob Härkingen noch zum Ehrentreffer kommen würde.

Trotz ungebrochenem Kampfeswillen muss diese Frage verneint werden, da der FCH auch in der Folge nicht die nötige Durchschlagskraft an den Tag legen konnte. Die beste (Halb-)Chance hatte Lukas Oeggerli erneut nach einem Freistoss, doch bei seinem Abschlussversuch im Fallen säbelte er vor dem gegnerischen Tor an der Kugel vorbei. Stattdessen lieferten die Berner ein Muster ihrer Klasse ab. Mit dem schönsten Angriff des Nachmittags mit direktem Kurzpassspiel über mehrere Stationen erhöhte der Berner Quartierverein zum Schlussstand von 0:4.

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