Swiss League

EHCO-Verteidiger Cédric Maurer für Revanche-Foul zwei Spiele gesperrt - das Foul im Video

Cédric Maurer wird für seinen Crosscheck gesperrt

Cédric Maurer wird für seinen Crosscheck gesperrt

Cédric Maurer vom EHC Olten wird wegen eines Checks gegen den Kopf, eines Crosschecks gegen David Stämpfli vom EHC Kloten in der 40. Minute des Meisterschaftsspiels der Swiss League vom 29. Januar 2020 für zwei Spiele gesperrt und mit CHF 900.- gebüsst (inkl. Verfahrenskosten). Eine Spielsperre hat Maurer bereits verbüsst.

Maurers Aktion im Video

EHCO-Verteidiger Cédric Maurer für zwei Spiele gesperrt

Der Sachverhalt zum Check aus dem Bericht der Liga:

Der Sachverhalt zum Check: Bei 39:39 berührt der Kloten-Spieler Stämpfli den Puck in der eigenen Zone. Da eine Strafe gegen Kloten angezeigt ist, wird das Spiel direkt abgepfiffen. Nach dem Pfiff fährt der Beschuldigte vom Bullypunkt her Richtung Stämpfli und beschleunigt dabei noch leicht. Als er bei Stämpfli ist, führt er einen gezielten Cross Check Richtung Kopf von Stämpfli aus.

Daraufhin fällt Stämpfli zu Boden. Als dieser am Boden liegt, fällt der Beschuldigte auf ihn und traktiert diesen noch mit zwei Faustschlägen. Es ist eine offensichtliche Racheaktion, da Stampfli zuvor den Oltener Topscorer checkte. Die Aktion wurde auf dem Eis mit 2’ wegen Cross Checking geahndet.

3. Der Einzelrichter hat in der Folge ein ordentliches Verfahren wegen Crosscheck eröffnet und
den Parteien die Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt. Innert Frist liessen sich die Beschuldigten vernehmen. Sie führten aus, dass es korrekt sei, dass der Beschuldigte einen Cross Check ausgeführt habe. Es sei aber zu berücksichtigen, dass dieses Foul eine Reaktion auf das Foul von Stampfli am Oltner Topscorer Knelsen gewesen sei. Die Aktion von Stampfli sei somit klar der Auslöser für die Aktion gewesen. Sie halten eine Spielsperre für angemessen.

Die ausführliche Begründung:

1. Als der Klotener-Spieler Stampfli den Puck berührt, wird wegen eines vorangehenden Fouls von ihm das Spiel direkt abgepfiffen. Der Beschuldigte fährt anschliessend vom Bullykreis her kommend auf Stampfli zu und checkt diesen unvermittelt mittels Cross Check auf Kopfhöhe. Dabei trifft er Stampfli mit grosser Wucht. Dieser fällt sogleich aufs Eis und der Beschuldigte fällt auf ihn drauf. Der Beschuldigte lässt auch anschliessend nicht von ihm ab und traktiert den am Boden liegenden Stampfli mit zwei Faustschlägen. Solche Aktionen nach dem Abpfiff des Spiels sind unnötig. Man will solches im Eishockeysport nicht sehen.

2. Der Gegenspieler Stampfli hat zuvor den Oltener TS mit einem Check attackiert. Wegen dieses Fouls wurde das Spiel abgepfiffen. Der Beschuldigte fährt erst nach dem Pfiff auf Stampfli zu und zieht den Cross Check durch. Dieser erfolgt somit mit grosser Wucht. Es liegt ohne Zweifel ein Cross Check gegen den Kopf vor. Der Beschuldigte nimmt damit eine Verletzung des Gegenspielers bewusst in Kauf. Der Beschuldigte rechtfertigt seine Aktion damit, dass es eine Reaktion auf das vorangegangene Foul von Stampfli gegen den Mitspieler des Beschuldigten gewesen sei. Dieser Umstand rechtfertigt jedoch ein solches Einsteigen, bei dem die Gesundheit des Gegenspielers gefährdet wird, nicht.

3. Die Strafe bestimmt sich nach den objektiven Umständen und dem Verschulden. Bezüglich Strafzumessung ist vorab auf Ziff. 6 –9 der Praxisrichtlinien zu verweisen. In Kategorie I fallen Checks gegen den Kopf, die unabsichtlich, mit leichter Fahrlässigkeit oder geringer Wucht erfolgen. Sie können mit 1 – 2 Spielsperren geahndet werden. In Kategorie II können Fouls eingeordnet werden, die mit erheblicher Rücksichtslosigkeit und hohem Gefährdungspotential erfolgen. Checks gegen den Kopf, welche bewusst ausgeführt werden, eine erhebliche Rücksichtslosigkeit beinhalten, eine erhebliche Wucht beinhalten oder sonst wie als überdurchschnittlich gefährlich beurteilt werden müssen oder weitere Qualifikationsmerkmale beinhalten, fallen mindestens in Kategorie II mit 2 – 4 Spielsperren.

4. Der PSO führt aus, dass ein Cross Check gegen den Kopf vorliegt und dass der Kontakt mit dem Kopf hätte vermieden werden können. Diese Ausführungen sind absolut zutreffend. Erschwerend kommt hinzu, dass das Spiel bei der Aktion des Beschuldigten bereits relativ lange abgepfiffen war. Der Cross Check gegen den Kopf erfolgte gezielt und wurde vom Beschuldigten durchgezogen. Der Schlag gegen den Kopf war schlussendlich nicht ganz so gross, da der Gegenspieler im letzten Moment auf den Cross Check gefasst ist und noch seine Arme zur Abwehr hochnimmt.

5. Der PSO verlangt Kategorie II und damit mehr als eine Spielsperre. Der ER teilt diese Einschätzung, insbesondere da der Check lange nach dem Abpfiff und mit grosser Wucht direkt gegen den Kopf erfolgte. Der Check wurde offensichtlich bewusst gegen den Kopf ausgeführt. Der Check erscheint als gefährlich und äusserst unnötig. Damit sind die Strafzumessungskriterien für die Einordnung des Checks in den Strafrahmen von 2-4 Spielsperren gemäss Ziff. 7 der Praxisrichtlinien erfüllt.

6. Der ER ordnet das Foul in Kategorie II ein und hält 2 Spielsperren für angemessen. Zusätzlich ist praxisgemäss eine Busse auszusprechen, die auf der Grundbusse für eine Matchstrafe gemäss Bussentarif (8b) beruht (CHF 380.00) und für jede zusätzliche Sperre um 50 % zu erhöhen ist. Gesamthaft ist damit eine Busse von CHF 570.00 auszusprechen.

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