Swiss League
EHCO-Trainer Söderström nach 7:2-Galavorstellung: «Wir haben unsere Identität gefunden»

Nach dem äusserst überzeugenden 7:2-Sieg des EHC Olten auswärts gegen Kloten erklärt Trainer Fredrik Söderström die Gründe für den Erfolg, spricht mit Stolz über die Charakterstärke seines Teams und er sagt, warum Demut gefragt ist und weshalb die Pause nun trotz aktuellem Höhenflug guttut.

Silvan Hartmann
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EHCO-Trainer Fredrik Söderström ist mit seinem Team auf dem richtigen Weg

EHCO-Trainer Fredrik Söderström ist mit seinem Team auf dem richtigen Weg

Freshfocus

Fredrik Söderström, Sie sind ein exzellenter Kommunikator und Rhetoriker. Aber nach diesem überragenden 7:2-Sieg gegen Kloten müssen wohl auch Sie nach Worte ringen.

Fredrik Söderström: Ich bin beeindruckt – beeindruckt von dieser Mannschaft, welch tollen Charakter sie hat. Ich muss zugeben, dass mich die Ausgangslage vor dem Spiel etwas nachdenklich stimmte, das achte Spiel in 18 Tagen – und dann noch gegen ein absolutes Topteam dieser Liga, das grossartige Kloten. Es gab Anzeichen, dass wir mental etwas müde geworden sind, und wenn man müde ist, wird man fehleranfälliger, aber das war nie der Fall!

Im Gegenteil. Sie haben das Spiel von A bis Z bestimmt.

Wir haben es über 60 Minuten kontrolliert (macht grosse Augen). Wir haben kurz vor der ersten Pause in Unterzahl ein unnötiges Gegentor erhalten. Es war hart, dies zu akzeptieren. Wir haben das Momentum verloren, waren etwas irritiert. Aber der Schlüssel zum Erfolg war, dass wir im zweiten Drittel weiter an uns geglaubt haben, nach vorne spielten und ihnen nie die Zeit gaben, stärker zu werden.

Das spricht für Ihre Mannschaft.

Ich besuchte am Mittwoch zur Vorbereitung das Spiel Kloten gegen Winterthur. Kloten lag 0:2 zurück, dann nahmen sie das Timeout, kehrten das Spiel und gewannen 8:2. Das hätte uns auch passieren können. Wir gingen mit Respekt in die Partie, aber wir haben die Challenge angenommen.

Swiss League, 18. Runde, EHC Kloten - EHC Olten (02.11.2019)
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Für Kloten und Trainer Per Hanberg läuft es nicht wie gewünscht, der Favorit fand gegen die aufspielenden Powermäuse keine Mittel.
Letztlich macht Olten souverän den Sack zu: Stanislav Horanský erzielt mit seinem 7:2 den letzten Treffer des Tages.
Oltens Daniel Eigenmann (r.) ist deutlich schneller als Ramon Knellwolf und Eric Faille (v.l.) - der EHCO hat die Partie im Griff.
Trotz all dem Jubel bleibt die Meute auf der Bank besonnen - auch, als das 6:2 durch Klotens Robin Figren fällt.
Einmal mehr muss Klotens Torhüter Dominic Nyffeler hinter sich greifen: In der 41. Minute fällt das 6:1 durch den Oltner Evgueni Chiriayev.
Die beiden Powermäuse Silvan Wyss und Daniel Eigenmann (v.l.) können ihr Glück kaum fassen.
Verbissen kämpfen Klotens Tim Grossniklaus (l.) und EHCO-Spieler Stanislav Horansky um den Puck.
Mit einem satten Vorsprung verabschiedet sich der EHC Olten fulminant aus dem Mitteldrittel.
Der EHCO lässt es Tor regnen, erneut braucht es nur zwei Minuten, bis Janis Elsener nachliefert und den Vorsprung auf 5:1 vergrössert.
Klotens Trainer Per Hanberg ist sichtlich unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, die Olten hinterherhinkt.
Auch der auf der Bank sitzende Kloten-Spieler Romano Lemm ist erst einmal bedient.
Nur zwei Minuten nach dem ersten EHCO-Treffer im Mitteldrittel doppelt Diego Schwarzenbach nach und erzielt das 4:1.
Einmal mehr wird Kloten-Torhüter Dominic Nyffeler (l.) bezwungen: Dank Michael Rudolf fällt das 3:1 für die Gäste.
Mit kindlicher Freude bejubelt Spieler Keijo Weibel den ersten EHCO-Treffer im Mitteldrittel.
Silvan Wyss (l.) müht sich gegen Klotens Romano Lemm ab. Im Duell mit dem Hausherr bleibt der EHCO-Spieler auf der Strecke.
Im Mitteldrittel dürfen sich Trainer Per Hanberg und Kloten zuerst freuen. Dank Stürmer Marc Marchon verkürzt das Heimteam auf 1:2.
Die Freude bei den EHCO-Spieler nach dem 2:1 im ersten Drittel ist riesengross. Eine derart deutliche Führung war gegen den Favoriten Kloten nicht zu erwarten.
Jerome Lanz (l.) verursacht noch einmal Glücksgefühle - der EHCO-Spieler erzielt in der 18. Minute das 2:0.
Oltens Evgueni Chiriayev (r.) lässt seinen Duellpartner gnadenlos hinter sich.
Er sorgt für den ersten Treffer des Tages: Nach nur acht Minuten erzielt Alban Rexha (r.) das 1:0 für den EHC Olten.
Gekonnt setzt sich Rexha (l.) gegen seinen Mitstreiter Eric Faille durch, der daran scheitert, den EHCO-Spieler aufzuhalten.
Diego Schwarzenbach gehört die erste Chance der Partie, doch er scheitert an EHCK-Goalie Melvin Nyffeler.
Beide Mannschaften starten nervös in die Partie. EHCO-Spieler Lukas Haas (l.) hat gegen Edson Harlacher das Nachsehen.
Klotens Legende Anders Eldebrink scheint sich auf das Aufeinandertreffen mit Olten zu freuen. Strahlend begrüsst er die Zuschauer.
Auch EHCO-Spieler Philipp Rytz (l.) und Romano Lemm können den Start der Partie kaum erwarten. Beide posieren vor dem Einwurf mit Conny Evenson (M.) und dem Matchpuck.
Entspannter sehen das Ganze hingegen Trainerlegende Conny Evenson, ein Kloten-Funktionär und Anders Eldebrink (v.l.).

Swiss League, 18. Runde, EHC Kloten - EHC Olten (02.11.2019)

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Es war ein Sieg im Zeichen des Teams.

Ich sah hart arbeitende Spieler, robuste, zweikampfstarke Spieler mit grossem Willen. Ich habe auch Spieler gesehen, die Verantwortung übernommen haben – und das macht mich besonders stolz. Vor allem auch, weil es keine Rolle spielte, ob die Rudolf-Linie oder die Ausländer-Linie auf dem Eis stand.

Was, denken Sie, löst dieser Sieg nun im Team aus?

Ich bin glücklich, wie wir zusammengerückt sind in den letzten paar Wochen und unsere DNA, unsere Identität, gefunden haben. Als neuer Coach sind solche Spiele – in jedem Team – wichtig, um auch mitzuteilen: Hey, wir sind auf dem richtigen Weg, vertraut ihr mir jetzt? Ich will damit nicht sagen, dass dieser Sieg auf meiner oder Dennis‘ Arbeit beruht, ganz im Gegenteil. Es kommt darauf an, was die Spieler tun. Aber es ist mein Job, die Richtung vorzugeben. Und wir befinden uns auf dem richtigen Weg.

Eigentlich schade, dass es nach einem solchen Sieg nun in eine 11-tägige Meisterschaftspause geht.

Ja, man will den Lauf mitnehmen. Aber wir haben in den letzten drei Wochen viel Eishockey gespielt. Es hat sehr viel Kraft gekostet, physisch, aber noch viel mehr mental. Es tut uns deshalb gut, auch kurz etwas Luft zu schnappen und die Batterien aufzutanken. Aber erst absolvieren wir noch einige Trainingseinheiten und legen dann vier Tage Pause ein.

Am Mittwoch, 13. November, geht es in der Meisterschaft weiter mit dem Heimspiel gegen Visp.

Wichtig ist, dass wir demütig bleiben. Wir dürfen uns nicht wie Superstars fühlen, wir haben mit diesem Sieg noch überhaupt nichts erreicht. Aber wir haben den Beweis geliefert, dass die Mannschaft über sehr viel Talent und Qualität verfügt.

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