Interview

EHCO-Trainer Maurizio Mansi: «Es gibt in der NLB keine Underdogs mehr»

Voller Einsatz: Trainer Maurizio Mansi (r.) macht neben dem Eis vor, was er von seinen Spielern auf dem Eis erwartet

Voller Einsatz: Trainer Maurizio Mansi (r.) macht neben dem Eis vor, was er von seinen Spielern auf dem Eis erwartet

Am Dienstag startet der EHCO mit dem Auswärtsspiel beim HC Ajoie in Pruntrut (20 Uhr) ins zweite Drittel des Qualifikationspensums. Nach 14 Spielen und elf Siegen sind die Powermäuse in der Tabelle hinter La Chaux-de-Fonds auf Platz zwei klassiert. Zeit, mit Cheftrainer Maurizio Mansi eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen.

Wenn Sie Ihrem Team eine Note von 1 bis 10 für das erste Drittel der Qualifikation geben könnten, was würden Sie wählen?

Maurizio Mansi: Wie könnte ich aufgrund unserer Tabellensituation nicht zufrieden sein? Eine 10 gebe ich trotzdem nicht. Weil wir noch Raum zur Steigerung haben. Aber ich gebe eine knappe 8.

Wo sehen Sie denn Raum zur Steigerung?

Ich bin grundsätzlich zufrieden. Wir gewinnen Spiele. Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Aber ich sehe noch Potenzial punkto Konstanz während der Spiele.

Können Sie ein konkretes Beispiel geben?

Am ehesten im Defensivverhalten. Wir erhalten noch zu viele Tore durch leichte Fehler, durch Missverständnisse. Wenn wir die bis zu den Playoffs eliminieren, dann sind wir sehr gut unterwegs.

Die Mannschaft hat aber bisher trotzdem fast immer einen Weg zum Sieg gefunden.

Ja, das ist das Zeichen dafür, dass wir ein gutes Team sind. Wir zeigen Charakter. Ein Spiel dauert 60 Minuten. Man muss immer bis zum Schluss kämpfen – und das tun wir. Aber, um noch einmal auf die Konstanz zurückzukommen: Wenn wir in diesem Bereich besser wären, dann hätten wir einige dieser knappen Spiele früher zu unseren Gunsten entscheiden können.

Auffällig ist, dass Ihre Mannschaft vor allem gegen die sogenannten «Underdogs» Mühe hat. Weshalb ist das so?

Hören Sie, es gibt in dieser Liga keine Underdogs mehr. Man muss in jedem Spiel kämpfen. Natürlich bin ich nicht glücklich darüber, dass wir uns so oft schwergetan haben. Aber es kommt niemand mehr aufs Feld, und sagt: «Wir spielen hier nur ein bisschen mit, bitte schlagt uns!». Man muss sich jeden Sieg hart verdienen.

Ausser Ajoie, das gegen Winterthur oder Biasca mal eben 12 oder 13 Tore erzielte.

Ich habe die Aufzeichnungen dieser Spiele gesehen. Da war auch viel Glück dabei, fast jeder Schuss ein Treffer. Wir haben das Heimspiel gegen Biasca ebenso dominiert – und gerieten zwischenzeitlich sogar in Rückstand.

Womit wir wieder beim Thema Konstanz wären.

Genau. Wenn wir in solchen Spielen konstant und konsequent wären, dann würden wir schnell 5:0 führen.

Aber Ihr Team scheint nicht in der Lage, sich das Leben auch mal einfacher zu machen.

Es wird passieren. Auch wir werden solche Spiele erleben – vielleicht auch gegen ein Top-Team.

Sehr positiv sind die Special Teams. Mit einer Powerplay-Quote von 30 Prozent und einer Unterzahl-Quote von fast 90 Prozent, ist man in der NLB an der Spitze dabei.

Ja, da sind wir wirklich ausgezeichnet unterwegs. Ein gutes Unterzahlspiel hilft, den Gegner zu demoralisieren. Und ein starkes Powerplay hilft, den Gegner unter Druck zu setzen – und im entscheidenden Moment Tore zu schiessen.

Wie beurteilen Sie die Leistungen Ihrer beiden Goalies?

Sie haben unsere Erwartungen erfüllt. Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir beide Goalies regelmässig einsetzen werden. Sie haben die Situation sehr gut gemeistert.

Also ist das Rennen um die Nummer eins immer noch offen?

Es ist kein Rennen! Ich verlasse mich momentan total auf mein Bauchgefühl, welchen Goalie ich wann einsetze. Es gibt keine Nummer eins. Wie das dann im Hinblick auf die Playoffs aussieht, weiss ich noch nicht. Vermutlich werde ich dann eine Entscheidung treffen.

Momentan gehts neben dem Feld rund. Mit ihrem Schlüsselspieler Marco Truttmann stehen Vertragsverhandlungen an. Befürchten Sie dadurch Unruhe in der Mannschaft?

Nein. Das gehört zu unserem Geschäft. Das habe ich als Spieler auch erlebt. Marco will Klarheit bezüglich seiner Zukunft. Aber er steht bis Ende April 2017 beim EHC Olten unter Vertrag. Von einem Profi erwartet man, dass er sich immer voll für seinen Arbeitgeber einsetzt.

Und wie sieht Ihre persönliche Zukunft aus? Haben Sie schon mit Sportchef Köbi Kölliker über eine Vertragsverlängerung gesprochen?

Bis jetzt noch nicht. Ich hoffe, dass wir uns bald einmal unterhalten. Mir gefällt es sehr gut in Olten. Aber eins nach dem anderen.

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