Swiss-League-Playoffs

EHCO-Teamleader Jewgeni Schirjajew nach seinem Comeback: «Ich habe mir mehr erhofft»

Comeback-Stürmer Jewgeni Schirjajew ist noch nicht in Vollbestand seiner Kräfte. Freshfocus

Comeback-Stürmer Jewgeni Schirjajew ist noch nicht in Vollbestand seiner Kräfte. Freshfocus

EHCO-Teamleader Jewgeni Schirjajew gab nach sechs Wochen verletzungsbedingter Abwesenheit ein solides Comeback. Doch auch er vermochte selbst mit seiner positiven Präsenz nichts gegen die dritte Niederlage der Halbfinalserie gegen Langenthal beisteuern.

Wer Jewgeni Schirjajew zuschaut, gerät unweigerlich ins Schwärmen: Seine Pucksicherheit, sein Auge, sein Spielwitz, sein Tempo – es sind für Swiss-League-Verhältnisse überdurchschnittliche Eishockey-Eigenschaften, die der ukrainisch-schweizerische Doppelbürger mit sich bringt, ein kompletter Teamleader eben. Doch all das rückte nach der abermaligen 1:4-Niederlage in Spiel fünf der Halbfinalserie gegen Langenthal selbstredend in den Hintergrund.

Jewgeni Schirjajew erschien sichtlich enttäuscht zum Interview und zog ein durchzogenes Fazit: «Wir waren bei Fünf gegen Fünf die bessere Mannschaft, haben aber die Tore nicht gemacht und Langenthal hat dann unsere Fehler eiskalt ausgenutzt», sagte er ernüchtert.

Highlights: EHC Olten - SC Langenthal, Halbfinal-Playoffs, Spiel fünf

Vor allem das starke Startdrittel zeigte, dass Schirjajew mit seiner Präsenz eine wichtige Rolle im Team einnimmt. Doch auch er vermochte unter dem Strich die nötigen Impulse nicht zu setzen. Zufrieden war er deshalb mit seiner Comeback-Leistung nicht: «Ich hätte mir für das Team mehr erhofft. Aber es war nicht schlecht für mein erstes Spiel seit ein paar Wochen.»

Beinahe sechs Wochen fehlte Schirjajew dem EHC Olten. Inmitten des Schlussspurts der Qualifikation, während der zehntägigen Nationalmannschaftspause, verletzte sich Schirjajew am Oberkörper während eines Trainings. Um welche Verletzung es sich handelte, gab der Klub in Playoffzeiten nicht bekannt. Erst war die Rede von einem Zusammenstoss mit einem Mitspieler, doch Oltens Nummer 18 zog sich die Verletzung ohne Fremdeinwirkung zu. Man erhoffte sich eine schnelle Genesung. Schirjajew war nach einem ausgesetzten Spiel wieder als 13. Stürmer aufgelaufen, ehe er komplett ausfiel. Zu sehr behinderte ihn die Verletzung in den Bewegungsabläufen.

«Es war sehr hart, sich vor der geilsten Zeit der Saison zu verabschieden, ehe sie begonnen hatte. Ich war sehr frustriert», erzählt er. Er habe zu Beginn resigniert. «Ich dachte, das ist das Saisonende. Doch dann habe ich mich aufgerafft. Ich habe viel investiert, viel gearbeitet, bin Velo gefahren und besuchte das Cardiotraining, um mich fit zu halten. Es hat geholfen. Aber es war nicht dasselbe, wie Eishockey spielen», verrät er.

Noch nicht bei hundert Prozent

Schirjajew war trotz Verletzung oft bei der Mannschaft. «Ich glaube, ich habe jetzt viele weisse Haare bekommen. Ich verstehe jetzt all die Fans», witzelt er. Er hätte sich auf den Zuschauerrängen befinden manchmal liebend gerne umgezogen, um dem Team zu helfen.

Doch die lange Abwesenheit brachte auch Gutes zutage. «Ich habe alle Spiele von einer anderen Perspektive verfolgt und konnte mich dabei viel mit den Mitspielern austauschen. Das hat sicher auch geholfen, die Verletzungszeit hinter mich zu bringen.»

Es war nicht zu übersehen: Schirjajew war gestern gegen Langenthal noch längst nicht in Vollbestand seiner Kräfte. Das Körperspiel hatte er, so gut es ging, gemieden. Als Vorsichtsmassnahme vor einem möglichen Wiederaufbrechen der Verletzung spielte der Center unüblicherweise keine Bullys.

Genauso wie einem erneuten Einsatz am Freitag in Langenthal, sieht er dem Umstand entgegen, den 2:3-Rückstand in der Serie drehen zu können. «Wir müssen positiv bleiben. Wir haben im ersten Drittel gezeigt, was in uns steckt. Wir müssen dies nur noch über 60 Minuten zeigen», so Schirjajew.

Und fügte an, was wohl treffender nicht sein könnte: «Wir müssen die Tore zur richtigen Zeit schiessen.»

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