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EHCO-Präsident Savoldelli kündigt Rücktritt an - Mäzen für Mission Aufstieg?

Benvenuto Savoldelli, Urs Hagmann, Roger Rettenmund und Peter Rötheli (v.l.). Es fehlt der neue Verwaltungsrat Yannick Erb.

Der Verwaltungsrat, der den EHC Olten in die nächste Spielzeit führt

Benvenuto Savoldelli, Urs Hagmann, Roger Rettenmund und Peter Rötheli (v.l.). Es fehlt der neue Verwaltungsrat Yannick Erb.

Die EHC Olten AG hat am Donnerstagabend an der 16. ordentlichen Generalversammlung im Kleinholz-Stadionrestaurant auf ein schwieriges Jahr zurückgeschaut – und den Blick auch in die Zukunft gerichtet. Im Verwaltungsrat gibt es grosse personelle Änderungen.

Es ist eine überraschende Nachricht, die Verwaltungsratspräsident Benvenuto Savoldelli an der 16. ordentlichen Generalversammlung der EHC Olten AG persönlich überbrachte: Er kündigte per GV 2017 seinen Rücktritt an und wird damit sein letztes Amtsjahr bestreiten.

Savoldelli, der seit 20 Jahren im Klub tätig ist, hatte in den letzten Monaten mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und fiel monatelang krankheitsbedingt aus.

«Ich arbeitete oft in einem 200-Prozent-Pensum, bis mir der liebe Gott die gelbe Karte zeigte. Ich musste realisieren, dass auch für mich die Bäume nicht in den Himmel wachsen», sagte er vor den Aktionären.

Savoldelli wird fortan nicht mehr als Delegierter des Verwaltungsrates in der Geschäftsleitung Einsitz nehmen. Schon bald soll die anspruchsvolle Aufgabe der Nachfolgeregelung in Angriff genommen werden. «Der EHC Olten liegt mir am Herzen. Mir ist extrem wichtig, dass ich den Klub in gute Hände lege», so Savoldelli.

Vermögender Unternehmer gewählt

Ihren sofortigen Rücktritt aus dem Verwaltungsrat haben die beiden Mitglieder Patrick Saunier und Daniel Rhiner erklärt. Sie hatten seit 2008 beziehungsweise 2011 Einsitz im Verwaltungsrat.

Als Ersatz konnte der EHC Olten einen dicken Fisch an Land ziehen: Unternehmer Yannick Erb wurde neu in den Verwaltungsrat gewählt. Der ETH-Ökonom verfüge über «viel Flair für den Eishockeysport» - und viel Geld!

Der erst 30-Jährige amtet als Inhaber und Geschäftsführer des international tätigen Industriebetriebs Korff AG in Oberbipp, der im Aluminiumgeschäft zu den grössten Playern in Europa zählt. Yannick Erb ist der Sohn von Urs Erb, dem langjährigen Präsidenten und Mäzen des FC Grenchen.

Steigt die vermögende Familie nun finanziell beim EHC Olten ein? Klar ist: Yannick Erb könnte die finanzielle Grundlage bieten, die hochgesteckten Ziele des Klubs zu erreichen. Er weilte gestern Donnerstag geschäftlich in Polen und konnte sich den Aktionären nicht persönlich vorstellen.

Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurde zudem Urs Hagmann sowie, als Delegierter der Geschäftsleitung, CEO Peter Rötheli.

Urs Hagmann (66) begleitet den EHC Olten seit bald 50 Jahren und kehrt nun, nach gut 15 Jahren, in den Verwaltungsrat zurück. Das Mandat musste er damals aufgrund seiner beruflichen Belastung aufgeben.

Nebst Savoldelli wurde auch Roger Rettenmund wiedergewählt. Damit umfasst der EHCO-Verwaltungsrat neu fünf Personen. Sie sollen die Vorwärtsstrategie mit aller Kraft vorantreiben. Diese sieht vor, innerhalb der nächsten drei Jahre über die Ligaqualifikationsspiele den Aufstieg in die Nationalliga A anzustreben.

Erstmaliges Defizit seit 12 Jahren

Dafür braucht es auch eine solide finanzielle Basis. Bei den Aktionären kamen gestern einzelne Fragen zur Jahresrechnung 2015/16 auf. So weist der EHC Olten mit 87884 Franken erstmals seit 12 Jahren wieder einen Verlust aus.

Diesen ergab sich vor allem durch die erhöhten sportlichen Personalkosten. So hatte der Klub die teuerste Mannschaft in der Klubgeschichte zu finanzieren. Demgegenüber fiel der Ertrag im Vergleich zum Vorjahr lediglich um rund 100 000 Franken höher aus.

Zudem konnten erstmals seit der Saison 2004/2005 die Werbeeinnahmen nicht weiter gesteigert werden. Trotzdem läuft bis am 30. November noch die Zeichnungsfrist der bereits genehmigten Aktienkapitalerhöhung - von bisher 625 000 auf maximal 937 500 Franken.

Desweiteren wird als zusätzliche Unterstützung für die Klubleitung einen Beirat mit Persönlichkeiten aus der Region ins Leben gerufen. Das Gremium soll nicht zuletzt die lokale Verankerung stärken.

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