EHC Olten
EHCO-Coach Mansi nach dem knappen Heimsieg: «Es passiert überall, egal was der Coach sagt»

Der EHC Olten zeigte am Dienstag im Spiel gegen das Farmteam Ticino Rockets alles andere als eine überzeugende Leistung. Nicht das erste Mal in dieser Saison tun sich die Powermäuse damit gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner schwer.

Jan Kutschera
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Oltens Trainer Maurizio Mansi kann nicht zufrieden sein mit der Leistung seiner Mannschaft gegen die Ticino Rockets.

Oltens Trainer Maurizio Mansi kann nicht zufrieden sein mit der Leistung seiner Mannschaft gegen die Ticino Rockets.

Andre Grossenbacher

«Das weiss ich auch nicht genau.» EHCO-Stürmer Stefan Mäder findet keine Antwort auf die Frage, weshalb Olten sich diese Saison mit zwei völlig unterschiedlichen Gesichtern präsentiert. Denn eine Woche zuvor im Derby gegen Langenthal spielte die Mannschaft wie entfesselt, wies den ebenbürtigen Gegner in seine Schranken. Und nun landete man also gegen Schlusslicht HC Biasca Ticino Rockets, den vermeintlich schwächsten NLB-Gegner, wieder auf dem harten Boden der Realität.

Trainer Maurizio Mansi ist glücklich mit diesem Erfolg, auch wenn er ihn als «hässlichen» Sieg bezeichnet. Doch auch solche Spiele müssen gewonnen werden. «Ich habe meine Jungs darauf vorbereitet, dass wir auf ein unangenehmes Team treffen werden. Und trotzdem haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht, taktisch blieben wir unserer Linie nicht treu und holten zu viele Strafen.» Das sieht auch Mäder so: «Diese vielen Strafen machen den Match manchmal einfach kaputt.»

So sah sich der italo-kanadische Coach kurz nach Spielmitte gezwungen, ein Timeout zu nehmen. «Ich wollte den Spielern eine Verschnaufpause geben und versuchte, ihnen den verlorenen Fokus zurückzubringen.»

Im darauffolgenden Einsatz muss Cédric Schneuwly diese Ansage jedoch bereits wieder vergessen haben, als er seinen Gegenspieler mit einem überharten Bandencheck niederstreckte und mit einem Restausschluss bestraft wurde. So schwächte er nicht nur sein Team, sondern stärkte auch den Gegner: Den Gästen aus dem Tessin gelang in dieser Phase der zwischenzeitliche 2:1-Führungstreffer.

Remo Hirt verfehlt das Tor der Tessiner knapp.
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Kein durchkommen für die Oltner vor dem Tessiner Tor: Torhüter Müller bedeutete immer wieder Endstation. Deshalb war Ticino bis zuletzt im Spiel.
Captain Stefan Hürlimann im Kampf mit Verteidiger Misha Moor von Ticino.
Impressionen vom Spiel des EHC Olten gegen Schlusslicht Ticino Rockets

Remo Hirt verfehlt das Tor der Tessiner knapp.

André Grossenbacher/TopPictures

Zurück zu den zwei Gesichtern. Diese halten ja nicht erst seit seit Dienstag Einzug in Olten. Über die ganze bisherige Saison gesehen tun sich die Oltner gegen die scheinbar schwächeren Mannschaften schwer: Gegen die Farmteams GCK Lions (6:4), EVZ Academy (4:3 n.P.) und nun die HCB Ticino Rockets konnten jeweils nur knappe Siege eingefahren werden, gegen das Überraschungsteam aus Winterthur resultierte gar eine Niederlage (2:3 n.V.). Doch im Duell mit den grossen NLB-Kalibern wie Langenthal oder den Lakers wurden teils souveräne Erfolge erzielt.

Auch Mansi kann sich dies nicht erklären: «Für diese Schwächephasen gibt es keine Antwort, das ist der Sport. Es passiert überall und jedem, egal was der Coach sagt. Wir kontrollierten das Spiel, dann agierten wir nicht klug genug und prompt passieren solche Dinge. Gegen die schwächeren Teams verlieren wir oft den Fokus, den wir gegen die Topteams beibehalten. So auch im Spiel gegen die Rockets: Wenn meine Spieler diszipliniert geblieben wären, gradliniges Hockey anstatt zu schönem Hockey gespielt hätten, wäre es gar nie so weit gekommen.»

Und so sind sich Mäder und Mansi einig, wenn beide sagen: «Hauptsache gewonnen!»