Eishockey
EHC Zuchwil Regio wird beinahe für eigene Arroganz bestraft

Erstligist EHC Zuchwil Regio gewinnt gegen Thun äusserst knapp mit 4:2. Erst im Schlussdrittel erwachten die Solothurner aus ihrer Selbstgefälligkeit. Schon in der 9. Minute sah sich Zuchwil-Trainer Stefan Gerber gezwungen, sein Time-out zu nehmen.

Stefan Siegrist
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Zuchwil – hier Mauro Beccarelli (links) gegen Kohler – musste gegen Thun zuerst einmal tüchtig einstecken.

Zuchwil – hier Mauro Beccarelli (links) gegen Kohler – musste gegen Thun zuerst einmal tüchtig einstecken.

Marcel Bieri

Weiterhin kann der EHC Zuchwil Regio gegen vermeintlich schwächere Rivalen nicht überzeugen und müht sich ab. Auch gegen die rote Laterne aus Thun brachten erst starke zehn Minuten im Schlussabschnitt die Wende zum 4:2-Erfolg.

Schon in der 9. Minute sah sich Zuchwil-Trainer Stefan Gerber gezwungen, sein Time-out zu nehmen. 0:2 lagen seine Jungs zu diesem Zeitpunkt hinten und hatten bisher kaum den Puck gesehen. Wahrhaftig fühlte man sich im falschen Film, Schlusslicht Thun dominierte Leader Zuchwil. Die Berner Oberländer starteten furios, mit viel Herz und sie glaubten an ihre Chance gegen den grossen Favoriten. Dabei stach Joel Reymondin aus dem Kollektiv der Gäste heraus. Immer wieder konnte er sich positiv in Szene setzen und liess während der gesamten Partie Mal für Mal alle Solothurner stehen. So hatte er nach den beiden ersten Torerfolgen für seine Farben ein Tor und einen Assist zu Buche stehen.

Nicht auf Betriebstemperatur

Nach dem Time-out besserte sich die arrogante Einstellung der Gastgeber ein wenig. Noch immer reichten der mangelnde Einsatz und das knappe Engagement in den Zweikämpfen nicht aus, das Zepter an sich zu reissen. Immerhin waren erste Verbesserungsmassnahmen auszumachen, dies liess für den zweiten Abschnitt die enttäuschten Fans hoffen.

Nach der Pause häuften sich die Strafen gegen die Gäste. Die Gerber-Truppe hatte noch einen Gang – jedoch noch längst nicht einer der Höheren – hochgeschaltet. Eine erste Powerplay-Situation konnten die Gastgeber in der 28. Minute ausnutzen. Doch wer jetzt dachte, das wäre eine Initialzündung, sah sich getäuscht. Zuchwil nahm relativ rasch das Tempo wieder heraus. So blieb es bis zur zweiten Pause beim 1:2-Rückstand aus Zuchwiler Sicht.

Effiziente Minuten reichten

Die dritten 20 Minuten mussten für den Leader ausreichen, nun war eine klare Leistungssteigerung gefordert. Tatsächlich konnte sich Zuchwil auf seinen starken Torhüter vollends verlassen. Auch diesmal bekam Simon Pfister nicht mehr als zwei Gegentore.

Einfach vorne mussten die Solothurner noch das Ihrige beitragen. Das taten sie zwischen der 42. und 52. Minute auch: Reber, Brönnimann und Müller drehten die Begegnung zum 4:2. Somit war die Hierarchie wieder hergestellt. Die Thuner, welche noch immer aufopfernd kämpften, zollten ihrem Anfangsaufwand Tribut. In den letzten 20 Minuten setzte sich der Favorit durch die Klasse der Einzelakteure doch noch verdient durch.

Am Samstag in Burgdorf muss von der Gerber-Truppe mehr kommen, denn eine Darbietung wie gestern wird gegen den letztjährigen Qualifikationsgewinner kaum reichen.