Eishockey
EHC Zuchwil Regio gegen Basel wird ein richtiger Hitchcock-Final

Mit dem Messer am Hals tritt der EHC Zuchwil Regio am Samstag zum letzten Heimspiel der 1.-Liga-Qualifikation gegen Basel an. Ein Sieg ist Pflicht, sonst wirds düster.

Michael Schenk
Merken
Drucken
Teilen
Der Puck flitzt an Sandro Zaugg, Torhüter von Eishockeyclub Zuchwil vorbei.

Der Puck flitzt an Sandro Zaugg, Torhüter von Eishockeyclub Zuchwil vorbei.

Michael Schenk

«Wenn wir da anknüpfen, wo wir am Mittwoch in Lyss aufgehört haben, bin ich überzeugt, dass wir gewinnen und uns für die obere Masterround qualifizieren.» Der das sagt, heisst Sandro Zaugg – Goalie des EHC Zuchwil Regio. Nach dem überragenden 7:1-Auswärtssieg zuletzt beim Drittplatzierten SC Lyss empfangen die Solothurner im letzten Qualifikationsspiel am Samstag (18.15 Uhr) im Sportzentrum den EHC Basel-Kleinhüningen.

Die Situation am Strich könnte spannender nicht sein. Zuchwil, Wiki-Münsingen und Burgdorf belegen punktgleich die Ränge vier, fünf und sechs. Auf Rang sieben lauert Aarau mit zwei Zählern Rückstand. Nur zwei dieser vier Teams qualifizieren sich für die obere Masterround und damit vorzeitig für die Playoffs.

Es droht die Wüste

«Wir wollen uns natürlich um jeden Preis qualifizieren», sagt Zaugg. Mit gutem Grund: Nur so warten im zweiten Meisterschaftsteil ausschliesslich attraktive Gegner, die für einen intensiven Rhythmus bürgen und ideale Sparringpartner hinsichtlich Playoffs sind. Die untere Masterround ist dagegen für eine Truppe wie Zuchwil-Regio eine ziemlich lausige Alternative mit wenig Lustfaktor.

In Lyss haben die Zuchwiler erstmals in dieser Saison über 60 Minuten, ohne Zündaussetzer, gezeigt, wie viel PS in ihnen steckt. «Das war unser bestes Spiel», bestätigt Sandro Zaugg. Einmal in Schuss ist dem Team von Coach Manfred Reinhard viel zuzutrauen. Freilich gab es zuletzt nach Hochs immer wieder Tiefs. Solches darf sich gegen Basel nicht wiederholen. Sandro Zaugg, der letzte Saison von Ajoie aus der NLB zu «Zuchu» kam und bald auch wieder in die Nationalliga zurück möchte, sagt dazu: «Wenn jeder so wie zuletzt für den anderen kämpft, und wir das Glück wieder zwingen können, dann sehe ich kein Problem.» Am Willen hätte es noch nie gefehlt, so der Langnauer. «Alle sind motiviert und wollen den Erfolg.»

Im Hinspiel gegen Basel freilich hatten die Zuchwiler heuer Beispielloses vollbracht: Während der letzten drei Minuten glichen sie in doppelter Unterzahl einen Zweitorerückstand aus, um dann vier Sekunden vor Schluss doch noch zu verlieren. Ein Kunststück für die «Hall of Fame – oder Shame» je nach Standpunkt des Betrachters. «So etwas habe ich wirklich noch gar nie erlebt», erinnert sich Sandro Zaugg an diesen emotionalen Horror. Dass diese Erfahrung nun zum Hemmschuh für die Gastgeber werden könnte, glaubt der 22-Jährige nicht. Mit dem Schub des 7:1 in Lyss im Rücken sei da noch ein leidenschaftlich-motivierter, revidierender «Gruss» aus Solothurn nach Basel fällig.

Die Rangliste. 19 Spiele. 1. Brandis 46. 2. Thun 44. 3. Lyss 33. 4. Zuchwil-Regio 30. 5. Wiki-Münsingen 30. 6. Burgdorf 30. 7. Argovia Stars 28. 8. Unterseen-Interlaken 27. 9. Basel/KLH 26. 10. Adelboden 21. 11. Belp 0.