EHC Olten
EHC Visp kann die Serie gegen den EHC Olten ausgleichen

Der EHC Visp kann zu Hause gegen den EHC Olten die Serie ausgleichen. Nach dem 5:2 steht es 3:3 in der Serie. Die Entscheidung fällt am Dienstag in Olten.

Michael Forster (Text), Yann Schlegel (Liveticker)
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Olten verliert gegen Visp.

Olten verliert gegen Visp.

André Grossenbacher/TopPictures

Es hätte ein Tag im September sein können. Draussen wehte eine angenehme Brise durchs grüne Rhonetal, weit oben auf den Bergspitzen lag Schnee. Und drinnen in der Litterna spielten zwei Mannschaften auf eine Art und Weise gegeneinander, als wäre man soeben in die Saison gestiegen. Das harte Sommertraining noch in den Beinen, Missverständnisse hüben und drüben, fehlende Automatismen – eben gerade so, wie es für eine so frühe Phase in der Meisterschaft typisch ist.

Stattdessen ging es in Spiel 6 der Playoff-Serie zwischen Visp und Olten bereits um alles oder nichts. Zumindest für die Walliser, welche, nach der 4:9-Packung vom Freitag, mächtig unter Druck standen. Die Oltner hingegen konnten mit der Erinnerung an ein 6:0 im Schlussdrittel nach Visp reisen und schienen alle Vorteile auf ihrer Seite zu haben.

Fahrig, ohne Linie

Von jener Souveränität, welche sie vor allem in den ersten und letzten 20 Minuten in Olten an den Tag gelegt hatten, war den Gästen aber gar nichts mehr anzusehen. Diese lieferten in den ersten beiden Abschnitten eine Fehlpassorgie, wie man sie in dieser Serie noch nicht ansatzweise gesehen hatte. Das Passspiel war bis anhin denn auch das grösste Plus im Vergleich mit den Vispern. Weshalb es gestern so miserabel lief im Spiel nach vorne, dafür hatte auch Diego Schwarzenbach zuerst keine Antwort parat. «Wir haben viel zu kompliziert gespielt», meinte er schliesslich, «vor allem der erste Pass ist kaum einmal angekommen.»
Es schien über weite Strecken, als ob die beiden Mannschaften ohne taktische Fesseln agieren würden. Als ob die beiden Trainer das Spiel in der Kabine verbracht und ihre Mannschaft sich selbst überlassen hätten. Luden die Oltner den Gegner mit den riskanten Pässen im eigenen Drittel geradezu ein zum erfolgreichen Abschluss, konnten sie ihrerseits immer wieder von grossen Unsicherheiten der Visper profitieren. Und so ging das Toreschiessen vorerst auch zu Beginn dieses Spiels weiter. Zusätzlich begünstigt durch die etwas eigene Regelauslegung von Head-Schiedsrichter Philipp Clément fielen auch in diesem ersten Abschnitt wieder fünf Treffer.

Fahrig, vor allem aber ohne Linie ging es im zweiten Abschnitt weiter. Mit dem Unterschied, dass keine weiteren Tore fielen und es beim 3:2 für die Gastgeber blieb. Dabei hätten die Oltner den nötigen Raum eigentlich vorgefunden, allein, sie machten rein gar nichts aus den vorhandenen Möglichkeiten. Ideenlos fuhren die Mannen von Heikki Leime einen Angriff nach dem anderen über die Seiten, ohne jegliche Gefahr vor Matthias Schoder heraufbeschwören zu können. «Uns fehlte der Drang aufs Tor», bestätigte Schwarzenbach, «wir fuhren mit der Scheibe ins Drittel, zögerten, und weg war die Chance. So», bilanzierte er richtig, erziele man auch keine Tore.

Wie Sterben in Schönheit

Die Partie nahm mit Fortdauer des letzten Abschnitts immer mehr die Züge des letzten Visper Heimspiels an. Auch damals lagen die Oltner mit einem Treffer zurück, drückten, liessen aber den letzten Willen vermissen, sprichwörtlich Kopf und Kragen für den Sieg zu riskieren – es war ein bisschen wie Sterben in Schönheit, was im Drittel des Gegners aufgeführt wurde, immer in sicherer Distanz zum Tor. Denn auch gestern waren die Gäste irgendwie nicht bereit, «all in» zu gehen und den letzten Sieg in dieser Serie mit aller Konsequenz anzustreben. Braucht man das Messer am Hals für den vierten Sieg? «Wenn man auf die letzten zwei, drei Spiele zurückschaut, macht es fast ein wenig den Eindruck», musste Schwarzenbach einräumen. Doch jetzt folge Spiel 7, und damit habe man Erfahrung: «Jetzt dürfen wir auf keinen Fall mehr zögern und müssen das Tor suchen.»

Nach dem überdeutlichen Sieg am Freitag ist der Moment jetzt also wieder aufseiten der Walliser, welche kurz vor Schluss noch zwei Treffer nachlegten und damit zu einem diskussionslosen 5:2-Erfolg kamen. Man habe, so Schwarzenbach, damit rechnen müssen, gegen Visp über die volle Distanz zu gehen. «Wir werden den Kopf auf keinen Fall hängen lassen und werden am Dienstag wieder parat sein.»

Visp - Olten 5:2 (3:2, 0:0, 2:0)

Litterna. – 4300 Zuschauer. – SR: Clément/Kämpfer, Jetzer/Kehrli. – Tore: 9. (8:39) Altorfer (Locke/Ausschlüsse Ganz, El Assaoui) 1:0. 9. (8:52) Neher (Dolana, Wollgast/Ausschluss El Assaoui) 2:0. 11. Wüst (Hirt, El Assaoui/Ausschluss Dolana) 2:1. 13. Hürlimann (Geiger) 3:1. 16. Schwarzenbach (Ulmer, Wiebe) 3:2. 58. Rapuzzi (Schmutz) 4:2. 60. (59:11) Neher (Schmutz, Leu/Olten ohne Torhüter) 5:2. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Visp, 3-mal 2 Minuten gegen Olten.

Visp: Schoder; Bucher, Wollgast; Leu, Heynen; Wiedmer, Geiger; Guyenet, Schmidli; Schmutz, Neher, Rapuzzi; Dolana, Locke, Botta; Altorfer, Hischier, Furrer; Alihodzic, Brunold, Haberstich.

Olten: Mischler; Pargätzi, Ganz; Kobach, Meister; Schnyder, El Assaoui; Schmuckli; Schwarzenbach, Feser, Ulmer; Wiebe, Romanenghi, Hürlimann; Wüst, Schneuwly, Hirt; Scherwey, Wüthrich, Aeschlimann; Homberger.

Bemerkungen: Olten ohne Burki, Truttmann (beide verletzt), Bagnoud, U. Huber, Beaudoin, Morini und Ast (alle überzählig). Altorfer und Schneuwly als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 57:53 Timeout Olten. Olten ab 58:08 bis 59:11 ohne Torhüter. 59. Pfostenschuss Schmutz.

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