Eishockey
EHC Olten zwar gut, aber nicht gut genug für La Chaux-de-Fonds

Der EHC Olten verpasst in La Chaux-de-Fonds das dringend benötigte Break und verliert mit 2:3. Damit muss das Team von Scott Beattie nun am Sonntag (neuer Spielbeginn 18.15 Uhr) gewinnen, wenn es nicht vorzeitig in die Ferien will.

michael forster
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Schneuwly scheitert an Goalie Ciaccio. Bild: R Leuenberger

Schneuwly scheitert an Goalie Ciaccio. Bild: R Leuenberger

Mehr Siegeswille hatte Olten-Coach-Scott Beattie von seinen Spielern nach den ersten drei Partien der Viertelfinalserie gegen La Chaux-de-Fonds gefordert. Und die ersten Aktionen am gestrigen Abend liessen sich denn auch gut an für die Gäste, die sich um die Gefahr eines drohenden 1:3-Rückstandes in der Serie bewusst waren. Zuerst setzte sich die nominell erste Linie mit Verteidiger-Rückkehrer Bagnoud im Drittel des HCC fest, dann vergab Lüthi in seiner ersten Playoff-Partie die erste Abschlussmöglichkeit. Einen guten Start legte auch der dritte Wechsel im Vergleich zu Spiel 3 hin, Tim Weber. Wie Lüthi kam auch er gestern zu seiner Playoff-Premiere in grünweiss, gewann viele Bullys, vergab in der 7. Minute jedoch die bis zu diesem Zeitpunkt grösste Chance. Besser, ja äusserst clever sogar machten es die Oltner fünf Zeigerumdrehungen später. Das Schiedsrichterduo hatte eine Strafe gegen La Chaux-de-Fonds angezeigt, was die Gäste eiskalt ausnutzten. Unter Druck spielten sie die Scheibe zuerst zurück hinters eigene Tor, drangen dank eines Wiebe-Vorstosses wieder ins HCC-Drittel ein, wo Truttmann einen Abpraller Ciaccios über die Linie drückte.

Ausgleich nicht überraschend

Das 0:1 fiel aber bereits in eine Phase, in welcher die Gastgeber deutlich besser ins Spiel gefunden hatten, und so überraschte der Ausgleich, nur gut zwei Minuten später, nicht wirklich. Die Oltner kamen hinter dem eigenen Gehäuse zweimal einen Schritt zu spät, wodurch Leblanc am Ende leichtes Spiel hatte, die frei liegende Scheibe zum 1:1 einzuschieben.

Auch im zweiten Abschnitt erwischten die Gäste den besseren Start, glänzten offensiv mit einem Wiebe-Solo sowie einem Pfostenschuss Schneuwlys. Es war ein ganz feiner Auftakt in die zweiten 20 Minuten. Gute Momente hatten die Gäste auch in Überzahl; doch der Puck wollte einfach nicht ins Tor. Ganz stark war zudem der Auftritt in Unterzahl nach 34 Minuten, in welcher Schild die Scheibe eine halbe Minute lang kontrollierte und La Chaux-de-Fonds keinen einzigen gefährlichen Schuss auf Bäumle abgeben konnte. Da gab es aber auch die weniger guten Phasen. Beim EHCO klappen plötzlich Sachen nicht mehr, über die man sich praktisch die ganze Saison über keine Gedanken machen musste. Zum Beispiel funktionierte die Linie mit Wiebe, Schwarzenbach und Hirt gestern überhaupt nicht. Das Kombinationsspiel scheint im dümmsten Moment abhanden gekommen zu sein. Auch, weil des Öfteren (zu) eigensinnig agiert wird. Es schlichen sich auch ein paar Wechsel zur Unzeit ein oder unerzwungene Befreiungsschläge.

Ausgleich wäre verdient gewesen

Zwar konnten die teils groben Schnitzer, wie man sie noch am Dienstag fabrizierte, vermieden werden, doch in der Summe wirkten sich auch die Unzulänglichkeiten des gestrigen Abends aus. Und zwar brutal: Sieben Minuten waren in Abschnitt drei gespielt, da lag der HCC auf einmal mit zwei Toren vorne. Zuerst profitierte Neininger von ganz schön viel Raum, dann nutzte Jacquet eine Überzahl mittels sattem Distanzschuss zur Vorentscheidung. Hirt verkürzte zwar mit einer schönen Einzelleistung noch auf 2:3. Zum mehr reichte es indes nicht mehr. Selbst wenn der Ausgleich je länger sich die Partie in den letzten Abschnitt hineinzog, desto verdienter gewesen wäre.

Zu hastig agiert

«In den entscheidenden Situationen», wagte Patrick Parati nach der Niederlage den Versuch einer Analyse, «agierten wir wohl zu hastig. Da liegt der Puck vor dem leeren Tor, fällt aber über die Schaufel.» Gut möglich, dass er damit auch die Riesenmöglichkeit von Diego Schwarzenbach ansprach, der den Ausgleich 15 Sekunden vor dem Ende ganz einfach hätte erzielen müssen.

Die letzten Niederlagen spielten psychologisch bestimmt eine Rolle, doch genau das gelte es im nächsten Spiel nun auszublenden. «Wir müssen alles ausschalten, was uns behindert. «Das heisst nicht», so Parati, dass man am Sonntag (neu 18.15 Uhr) kopflos in Spiel 5 steigen soll. «Aber möglichst unbelastet. Der Gegner hat uns jetzt dreimal in Serie geschlagen, wir brauchen nun dasselbe. Dass wir das können, haben wir bewiesen.»