Eishockey
EHC Olten: Zum Glück wars «nur» ein Testspiel

Die Oltner verlieren gegen die SCL Tigers diskussionslos mit 0:5. Wenn der Auftritt die momentane Leistungsfähigkeit der Oltner widerspiegelte, dann sollten die Erwartungen für den Meisterschaftsstart ein wenig zurückhaltender formuliert werden.

Michael Forster
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Der Angriff des EHC Olten (hier mit Diego Schwarzenbach) war gestern nur ein laues Lüftchen.

Der Angriff des EHC Olten (hier mit Diego Schwarzenbach) war gestern nur ein laues Lüftchen.

HR.Aeschbacher

Hatte man im Vergleich mit dem Testspiel vom Mittwoch an gleicher Stätte gegen Brandis (4:2-Sieg) eine deutliche Steigerung erwarten dürfen, blieb diese weitgehend aus. Zwar stand auf der anderen Seite bestimmt ein anderes Kaliber als zwei Tage zuvor, doch auch die Langnauer nahmen die kurze Anfahrt zum Auswärtsspiel in ihrem Hoheitsgebiet nicht eben mit den besten Referenzen in Angriff. 1:3 war man zuletzt dem HC Ajoie unterlegen, so gesehen zeigte man gegen den EHC Olten eine deutliche Leistungssteigerung.

0:3 nach zwölf Minuten

Nicht so die «Gastgeber» in der Brünnli-Halle in Hasle. Wie schon gegen Brandis misslang der Start, diesmal mit den entsprechenden Konsequenzen. In regelmässigen Abständen musste man Gegentreffer einstecken, und so hiess es, nach nicht einmal zwölf Minuten, bereits 3:0 für die Langnauer. Diese boten dabei die ganze Palette: Das 1:0 ging auf das Konto von Sterchi, der die Oltner zu Statisten degradierte und nach einem schönen Solo traf. Dann knallte Nüssli die Scheibe in Überzahl unhaltbar zum 2:0 in die Maschen. Der nächste und vorläufig letzte Treffer liess sich Nüssli gutschreiben, der am Ende einer schönen Kombination plötzlich alleine vor dem bedauernswerten Michael Tobler (er und Thomas Bäumle teilten sich auch gestern die Eiszeit im Tor) auftauchte.

Olten eine Klasse schlechter

0:3 zur ersten Pause, damit waren die Oltner bedient, und das gar nicht schlecht. Denn die Tigers hätten gar noch höher führen können, wobei auch die Oltner zumindest ein Tor hätten erzielen müssen. Die drei Längen Rückstand waren also korrekt, denn der EHCO war eine Klasse schlechter als der Gegner. Unsortiert mag das Gezeigte der für einmal in schwarz aufspielenden Oltner noch am ehesten charakterisieren. Es war nicht alles schlecht, aber vieles. Das Beste war noch die Bully-Quote, welche, zumindest zweiweise, wohl zugunsten der Solothurner sprach. Wenn das Spiel einmal lief, gings für den EHCO aber meistens zu schnell. Die Tigers machten einen viel besser organisierten Eindruck, hatten mehr Druck und Tempo in ihrem Spiel und spielten sicherer, präziser und nicht selten in Überzahl nach vorne.

Nur Justin Feser in Saisonstartform

So war Gegentreffer Nummer vier nur eine Frage der Zeit, und zu allem Überfluss fiel er auch noch in einer Langnauer Unterzahl. Zumindest liessen sich die Oltner in der Folge nicht gehen: Einmal im letzten Drittel angekommen, spielten sie gar mit und kamen zu Abschlüssen. Mit etwas Glück hätte es so nach 47 Minuten zumindest 1:4 geheissen, doch Ciaccio parierte zuerst gegen Huras und dann auch gegen Wüst. Kaschieren konnten sie ihre Defizite aber auch in diese Phase nicht ganz. Unter dem Strich blieb das Spiel der Oltner zu durchschaubar, zu wenig druckvoll und damit zu wenig gefährlich.

Am Ende blieb ihnen selbst eine kleine Erfolgsmeldung verwehrt. Anstatt mit einem positiven Teilresultat aus einer doch enttäuschenden Testpartie hervorgehen zu können, kassierten die Oltner auch in ihrem letzten Testspieldrittel der Saison 2014/15 noch einen Gegentreffer, diesmal in Unterzahl. Noch am nächsten an einer Saisonstartform war gestern Justin Feser, alle anderen müssen einen gewaltigen Schritt machen. Es ist anzunehmen, dass es dazu einiger (Meisterschafts-)Spiele bedarf.