Es war eine intensive Trainingseinheit, die Oltens Headcoach Chris Bartolone seine Spieler am Freitagvormittag absolvieren liess. Immer wieder rumpelte es im Kleinholz, brachen Stöcke, gifteten sich die Spieler nach harten Rencontres gegenseitig an. Das Programm war derart gestaltet, dass Bartolone beispielsweise seinem Topskorer Cason Hohmann nahe legte, auf die Einheit zu verzichten und sich auf Off-Ice-Aktivitäten zu beschränken. Hohmann war am Mittwoch beim Spiel in Biasca gegen die Ticino Rockets (8:4) in einen harten Check gelaufen und hatte sich am Oberkörper verletzt.

Im heutigen Spitzenspiel gegen den HC La Chaux-de-Fonds (17.30 Uhr) dürfte der Amerikaner jedoch wieder im Einsatz stehen. Ebenso deutet sich das Comeback des zuletzt angeschlagenen Marco Truttmann an. Noch nicht bereit, ins Geschehen einzugreifen, ist Martin Ulmer, dem Chris Bartolone nach seiner längeren verletzungs- und krankheitsbedingten Absenz noch mehr Zeit für den Wiedereinstieg geben möchte.

Vorne top, hinten nicht so sehr

Der Oltner Headcoach hat angesichts der zuletzt hervorragend funktionierenden Offensiv-Maschinerie seiner Mannschaft auch keinen Grund, gross etwas zu ändern in der Abteilung Attacke. In den letzten vier Spielen erzielte der EHCO 25 Tore. Das ist ein herausragender Wert und zeigte die ganze offensive Potenz dieser Mannschaft. Auf der anderen Seite kassierten die Oltner aber auch deren 13 Treffer, darunter vier beim Schlusslicht aus dem Tessin. Was zeigt, dass eben noch nicht alles Gold ist, was glänzt beim EHC Olten.

Chris Bartolone nahm sich seine Spieler nach dem Training entsprechend noch einmal kurz zur Brust und betonte die Wichtigkeit des heutigen Spitzenspiels gegen La Chaux-de-Fonds. «Wir müssen diese drei Punkte holen, wenn wir den Aufwärtstrend der letzten Spiele bestätigen wollen.» Gegen die Neuenburger ist vor allem mehr Disziplin gefragt als zuletzt. Sowohl beim 6:4 in Pruntrut gegen Ajoie als auch beim 8:4 in Biasca gegen die Ticino Rockets brachten sich die Oltner mit vielen Strafen selber unnötig in die Bredouille und machten sich so ihre herausragenden Starts (4:1-, bzw. 4:0 nach wenigen Minuten) fast noch zunichte. Man sucht in dieser Mannschaft immer weiterhin die Souveränität eines absoluten Spitzenteams, welches mit einer solchen Führung im Rücken nichts mehr anbrennen lässt.

Mit Selbstvertrauen ins Spitzenspiel

Trotz dieser Schwächen können die Oltner mit vier Siegen in Serie im Rücken mit einigem Selbstvertrauen ins Duell gegen La Chaux-de-Fonds gehen. Für Chris Bartolone geht es in diesem Duell aber noch um mehr als die drei Punkte, die man unbedingt anstrebt. «Wir wollen, dass wir den Zuschauern ein gutes Gefühl geben, dass wir mit unserer Leistung das Feuer auf der Tribüne entfachen können.» Man ist sich im Lager der Powermäuse bewusst, dass vor allem die Darbietungen im Kleinholz öfters zu Wünschen übrig liessen.

Jetzt soll am Samstag endlich mal wieder der Funke überspringen, das Publikum verwöhnt werden. Nur 24 Stunden nach dem Spitzenkampf steht für die Oltner die nächste, heikle Aufgabe auf dem Programm. Am Sonntag (17.45 Uhr, Bossard-Arena) wartet die EVZ Academy auf den EHCO. Auch hier ist die Devise klar. Den Schwung der letzten Tage mitnehmen und Punkten. Und dann mit einem guten Gefühl in die Pause, welche erst am 4. Dezember mit dem Heimspiel gegen den EHC Kloten endet.

Die EHCO-Akteure vor dem Spitzenspiel gegen La-Chaux-de-Fonds