Eishockey
EHC Olten verschenkt dieses Mal nur einen Punkt

Nach der 1:2-Niederlage in der Overtime gegen Thurgau behielten die Oltner gegen Basel in der Verlängerung wenigstens die Oberhand.

Markus Angst
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Oltens Raffael Lüthi (rechts) muss sich mit allen Kräften gegen den Basler Louis Heinis behaupten.

Oltens Raffael Lüthi (rechts) muss sich mit allen Kräften gegen den Basler Louis Heinis behaupten.

HR.Aeschbacher

«Nicht schon wieder ...», war der Grundtenor unter den (sichtlich frustrierten) Oltner Fans, als ihre Mannschaft vier Tage nach dem Flop gegen Schlusslicht Thurgau auch gegen Basel und damit auch gegen die zweite unter dem Strich liegende Mannschaft in die Verlängerung musste.

«Nicht schon wieder ...», dachten in Erinnerung an die drei Leere-Tor-Chancen in der Ajoie am 12. Oktober auch viele, als Justin Feser 56 Sekunden vor Schluss beim Stand von 3:2 alleine auf das von Urban Leimbacher verlassene Tor hätte ziehen können – stattdessen aber einen Weitschuss riskierte und diesen von Oliver Schäublin auf der Linie blockiert sah.

«Nicht schon wieder ...», sagte mit Blick auf die 93-sekündige Fünf-gegen-drei-Situation vier Tage zuvor gegen Thurgau manch einer, als Olten im ersten Drittel wiederum volle 90 Sekunden in doppelter Überzahl spielen konnte, aber erneut keinen Nutzen daraus zog.

«Mit mir nicht noch einmal», sagte sich jedoch ein entschlossener EHCO-Stürmer Marco Truttmann, als die Oltner im zweiten Drittel nochmals 47 Sekunden mit fünf gegen drei spielen konnten. Fünf Sekunden, bevor der erste Basler hätte aufs Eis zurückkehren können, glich der letztjährige Topscorer mit einem Kunstschuss in die hohe Ecke zum 2:2 aus.

Basler Führung

«Ich war selber überrascht, dass der drin war», gab Truttmann nach Matchende zu. Doch auch wenn bei diesem Treffer aus dem Gewühl heraus auch etwas Glück dabei war – mit dem Ausgleich nur 210 Sekunden nach dem Anschlusstreffer von Remo Meister, der nach seiner längeren Pause wegen einer Hirnerschütterung sein Comeback gab, schienen die Oltner den Match in eine andere Richtung zu lenken. Denn in der ersten Spielhälfte mussten sie das Diktat überraschenderweise den Baslern überlassen. Und die lagen bis zur ersten Drittelspause nicht unverdient mit zwei Toren von Anthony Rouiller (die Neuverpflichtung von Biel traf im Powerplay) und Julian Schmitz (sein Tor fiel fünf Sekunden nach Ablauf einer Strafe gegen Martin Wüthrich) mit 2:0 in Führung. Die drei Assist-Punkte gingen übrigens allesamt an Ex-Oltner – zwei an Marco Vogt (23), der auf diese Saison hin zu Basel gewechselt war, und einer an Marco Müller (19), der nach seiner EHCO-Jugendzeit via Biel und Bern in Basel gelandet ist. Die beiden Jungen schienen gegen ihren Ex-Verein besonders motiviert.

Die Basler konnten ihre hohe Kadenz allerdings nicht durchziehen und mussten im Mitteldrittel froh sein, dass Olten nicht mehr als nur den Ausgleich schaffte. Denn nach dem 2:2 kamen die Platzherren im Minutentakt zu Chancen, scheiterten aber immer wieder an Urban Leimbacher oder schossen knapp daneben. Derweil musste sich Basel auf ein paar wenige, dann aber nicht ungefährliche Breaks beschränken.

Dramatische Schlussphase

Dieses Bild änderte sich auch im Schlussdrittel nicht. Und als Topscorer Shayne Wiebe in der 52. Minute endlich das 3:2 erzielte, schien der Bann gebrochen. Schien – denn trotz zweier weiterer Grosschancen (Truttmann scheiterte in der 57. Minute an Leimbacher, Wüst in der 59. Minute) gelang den Oltnern das erlösende vierte Tor nicht.

Und so kam es zu einer dramatischen Schlussphase, die den Baslern doch noch einen Punkt bescherte. Bei 58:08 nahmen die Gäste ein Timeout. Bei 58:47 machte Urban Leimbacher einem sechsten Feldspieler Platz. Bei 59:04 – aber das hatten wir ja schon – rettete Oliver Schäublin auf der Linie. Bei 59:46 kam es nochmals zu einem Bully vor dem Oltner Tor. Und 4,3 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit bugsierte der erstmals seit seiner Verletzungspause wieder spielende Kanadier Kyle Greentree den Puck aus einer Chaos-Situation vor Michael Tobler irgendwie zum 3:3-Ausgleich über die Linie. Die Oltner reklamierten zwar vehement Torraumoffside, doch Head Philipp Clément lag mit grosser Wahrscheinlichkeit richtig, als er den Treffer anerkannte.

«Mit mir nicht noch einmal», sagte sich dann jedoch Marco Truttmann in Erinnerung an die Verlängerungsniederlage gegen Thurgau. Und mit seinem zweiten Treffer nach 112 Sekunden in der Nachspielzeit sorgte er dafür, dass die Oltner diesmal wenigstens zwei Punkte holten. «Immerhin nicht schon wieder zwei Punkte liegen gelassen ...», mochte sich der eine oder andere EHCO-Fan dabei gedacht haben – obwohl die Enttäuschung über den verpassten Dreier manch einem auf dem Heimweg ins Gesicht geschrieben stand.