Bis nach Spielhälfte überzeugte der EHC Olten im ersten Playoff-Viertelfinal in Visp mit einer starken Teamleistung. Die Gäste arbeiteten gut aus der Defensive heraus und verwerteten die sich bietenden Chancen in regelmässigen Abständen. Gut 30 Minuten lang zog Olten so sein Spiel durch; doch dann bröckelte das Gästekollektiv und fiel schliesslich in sich zusammen. Visp, das keinesfalls über sich hinauswuchs, nahm die leichte Beute dankend an, gewann mit 6:3, und geht in der Serie mit 1:0 in Führung.

Sertich-Linie fiel positiv auf

Füglister war es, der Visp nach 366 Sekunden in Führung brachte. 400 Sekunden später glich die auffällig gut harmonierende Linie um Topscorer Sertich zum 1:1 aus. Schwarzenbach verwertete das Kurzzuspiel vor dem Torkreis zum Ausgleich. Oltens Überlegenheit gipfelte im 1:2, sechs Sekunden vor der ersten Pause. Dan DaSilva zog gleich drei Gegenspieler auf sich, um dann, mit dem Rücken zu Philipp Wüst, seinen Sturmpartner genial freizuspielen. Alleine vor Visp-Hüter Schoder liess sich Wüst die Chance zur erstmaligen EHCO-Führung nicht entgehen. Der Kanadier glänzte aber nicht nur in dieser Szene. Er war ungemein pucksicher, setzte seine Linienpartner immer wieder gekonnt ein, und holte in der 29. Minute auch einen Penalty heraus. Diesen jedoch sah Sertich von Schoder pariert.

Zeiter sorgte für Entscheidung

In der Folge erhöhte Visp den Druck mit einem dritten Mann beim Forechecking, und kam so zu einer Handvoll guter Möglichkeiten. Allein, die Walliser vermochten sie nicht zu nutzen. Die letzte Überzeugung fehlte in ihrem Offensivspiel, was auch damit zu tun hatte, dass die Gästedefensive einen guten Auftritt hinlegte. Olten konnte freilich froh sein, mit der 1-Tore-Führung in den letzten Abschnitt steigen zu können. Halten konnte es die minimale Reserve hingegen nicht lange: nur gerade 26 Sekunden. Forget wurde bei seiner Fahrt ums Tor zu wenig konsequent angegangen und Reber vor Tobler alleine gelassen. Dann flachte das Spiel zunehmend ab. Goalie Schoder hielt Visp aber weiter im Rennen. Es bedurfte einer Strafe gegen Aeschlimann, um das Skore zu erhöhen. Nach 12 Sekunden hatte Visp getroffen und es herrschte wieder numerischer Gleichstand auf dem Eis. Zeiter traf aus der Halbdistanz zum 4:3 für Visp - die Entscheidung wie sich herausstellen sollte.

Zwei «Empty Netter» zum Schluss

Die Gäste konnten in den verbleibenden Minuten nicht mehr zulegen und kassierten noch zwei unnötige Tore obendrein. Beide ins leere Tor. Nicht mehr entscheidend zwar, aber zumindest ärgerlich war das klare Verdikt am Ende schon. Irgendwie symbolisierte es indes Oltens Auftritt in der zweiten Spielhälfte, der viel zu wenig überzeugend und konsequent ausfiel. Steigerungspotenzial liegt also am Dienstag allemal drin.