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EHC Olten verliert erstmals seit November wieder ein Heimspiel

Philipp Wüst bleibt zu Hause einziger Torschütze.

Philipp Wüst bleibt zu Hause einziger Torschütze.

Der EHC Olten verliert erstmals seit dem 23. November zu Hause – mit 1:4 gegen La Chaux-de-Fonds. Den Neuenburgern war anzumerken, dass sie noch dringend auf Punkte angewiesen waren.

Das Fragezeichen stand den 2733 Besuchern nach den ersten zwanzig Minuten ins Gesicht geschrieben. Weshalb muss dieser Gegner drei Runden vor Qualifikationsschluss noch um die Playoff-Teilnahme kämpfen, hätte die erste Frage zum Beispiel lauten können. Den Neuenburgern war anzumerken, dass sie noch dringend auf Punkte angewiesen waren, und so legten ihre Offensivreihen los wie die Feuerwehr.

Dem Leader ging das alles zu schnell. Ehe man sich versah, lag man 0:2 im Hintertreffen – beide Male sass Oltner wegen Behinderung respektive Spielverzögerung auf der Strafbank. Die Behinderung der Gäste, begangen unmittelbar nach dem 0:1, konnte der EHCO hingegen nicht ausnutzen, obwohl die zwei Minuten Überzahl noch das Ansehnlichste für lange Zeit waren. Denn auch nach dem zweiten Verlusttreffer spielten weiter die Gäste, und sie scorten. Absolut nicht zwingend zwar, denn Eigenmanns Schuss von der blauen Linie schien hart aber haltbar.

«Nur» 0:3 hinten

Das Gute an Abschnitt 1: Es stand nur 0:3. Richtig: Nur 0:3. Denn die Gäste hätten mehr als einmal noch einen drauflegen können, taten dies, zum Glück für den EHCO, aber nicht. Man habe Chaux-de-Fonds zwar zeigen wollen, dass es hier nichts zu holen gebe, meinte ein enttäuschter Philipp Wüst im Stadioninterview zur ersten Pause.

Dieses Vorhaben misslang den Oltnern hingegen komplett. Die Angriffsauslösung war bis zu diesem Zeitpunkt inexistent, die Anzahl Fehler vor allem im eigenen Drittel viel zu hoch. Allerdings hatten die Gastgeber auch Pech, als Snell der Anschlusstreffer (17.) aberkannt wurde. Der Puck hatte das HCC-Drittel vor dem vermeintlich ersten Saisontreffer des Verteidigers bereits verlassen.

Beste Möglichkeiten ausgelassen

Und als Martin Wüthrich nur Sekunden später aus bester Position am Boden liegenden Damiano Ciaccio scheiterte, schien die Wende zum Besseren noch im ersten Drittel zumindest angedeutet. Doch die ersten Momente gehörten auch im Mitteldrittel den Neuenburgern. Dass der Druck, vor allem die Genauigkeit und der Biss im Spiel nach vorne jetzt aber doch zunahmen, zeigte sich bei den Strafen.

Viermal mussten die Gäste bis zur zweiten Pause raus, und da tauchte es wieder auf, das Fragezeichen. Wie konnten die Oltner die Überzahl kurz vor Spielmitte nur ungenutzt verstreichen lassen? Di Pietro zweimal, Mason, Truttmann und Pargätzi besassen hochkarätige Möglichkeiten - nichts. Wurde im Powerplay die gut eingespielte Linie mit Wiebe, Schwarzenbach und Hirt mehr als einmal vermisst (Coach Beattie gewährte dem Trio eine Auszeit), hätte es diesmal auch ohne die erste Formation klappen müssen.

Erst in der 51. Minute erfolgreich

Dann lief bereits die 51. Minute, als der Anschlusstreffer doch noch gelang. Vacheron konnte den durchgebrochenen Wüst nur noch regelwidrig bremsen, und der Flügel versenkte den Penalty souverän zum Ehrentreffer. Denn mehr wollte den Oltnern nicht mehr gelingen, obwohl gegen Spielende vieles besser klappte, aber halt doch nicht gut genug. Es wäre eine gute Möglichkeit gewesen, sich vor allem im EHCO-Angriff als unverzichtbar zu präsentieren. So richtig genutzt hat sie keiner, bestenfalls angedeutet.

Und so dauerte es nach der Partie denn auch ein paar Minuten, ehe sich die Spieler der wartenden Presse stellten. Der Trainer habe gar nicht so viel gesagt, meinte zwar Steve Mason: «Er weiss auch, dass wir nicht jede Partie gewinnen können. Doch», so der Angreifer, «so dürfen wir natürlich nicht verlieren. Heute hat der Einsatz gefehlt, das war nicht akzeptabel. Es bleiben zwei Spiele, dann steigen wir in die Playoffs.» Und dort, so Mason, müsse man entschieden an Härte zulegen.

Respekt für den Gegner

Klar sei es für den Gegner um viel gegangen: «Sie haben wirklich gut gespielt, Hut ab! Ich bin aber nicht beunruhigt, sollte es in den Playoffs gegen sie gehen. Wir werden bereit sein.» Als Zeichen dafür wertete Mason den Fight nach dem Schlusspfiff von Ruhnke gegen Eigenmann: «Es kann nicht immer eine Schlägerei sein, aber die Playoffs werden emotional sein. Jetzt haben sie diese letzten Minuten gegen uns im Kopf.»

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