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EHC Olten verliert den Spitzenkampf und den Leaderthron

Der Oltner Stürmer Derek Cormier (rechts Nr.90) schiesst zum 1:1 ein.

Der Oltner Stürmer Derek Cormier (rechts Nr.90) schiesst zum 1:1 ein.

Nach der vierten Saisonniederlage gegen den HC Ajoie ist der EHC Olten auch die Co-Leaderposition los. Eine wiederum schlechte Chancenauswertung und ein Shorthander in der 29. Minute führten zur 1:3-Heimpleite gegen den nun alleinigen Tabellenführer.

Die Oltner Verantwortlichen hatten alles dafür getan, um den Sonntag mit dem Sponsoringevent Skateathon zu einem Festtag werden zu lassen. Denn nach den 60 umkämpften Minuten verkündete Verwaltungsratspräsident Benvenuto Savoldelli den noch ausharrenden Zuschauern, dass der EHC Olten den Vertrag mit Topscorer Marco Truttmann um vier Jahre bis 2017 verlängert hatte. So erfreulich die langfristige Perspektive auch tönt – selbst diese wurde gestern nach dem Spiel durch die Hospitalisierung von Paul Di Pietro getrübt. Der ehemalige Nationalspieler hatte sich eine noch abzuklärende Verletzung in Augennähe zugezogen.

Desmarais mit Narrenfreiheit

Die Desmarais-Linie zu kontrollieren, sei die halbe Miete, hiess es in Oltens Reihen vor dem Spitzenkampf. Doch so einfach das Rezept auch klang, so schwierig erwies sich dessen Umsetzung. Denn bereits nach vier Minuten enteilte der Kanadier bei einem Konter und traf in die entfernte hohe Ecke von Kropfs Gehäuse zum 0:1. Goalie Mischler, der mit seiner Glanzleistung seinem ebenfalls tadellosen Gegenüber noch vor der Sonne stand, erhielt für den Abschluss des Liga-Topscorers ebenfalls noch einen Punkt gutgeschrieben.

Ajoie wirkte im ersten Drittel spritziger, wobei vor allem Mottet bei seinen Solovorstössen für Alarmstufe 1 in der Oltner Verteidigung sorgte. Zudem profitierten die Jurassier ab der 12. Minute auch von einer Strafenkaskade, die sich ohne Schadenfolge über die Einheimischen ergoss.

Als die Oltner wieder echt handlungsfähig waren, mussten sie noch das Out von Paul Di Pietro verkraften. Der mit seinem hohen Stock für dessen Gesichtsverletzung verantwortliche Ajoie-Akteur Massimo Ronchetti sah dafür nur eine Zweiminutenstrafe – es war nicht die einzige fragwürdige Entscheidung der Unparteiischen in einer Partie, die an sich nicht von überaus vielen Gehässigkeiten lebte. Immerhin hatte auch diese zu klein ausgefallene Sanktion keine direkte Torkonsequenz.

Mit ihren Stärken konnten die Oltner nur bei beidseitigem Vollbestand auftrumpfen – und auch dies in der Endabrechnung nur einmal. Topscorer Truttmann passte ins Zentrum zu Cormier, der nach einem blitzschnellen Doppelpass zu Fretter auf dem rechten Flügel den viel umjubelten Ausgleich erzielte.

Noch zwei Minuten zuvor hatte Keeper Kropf das 0:2 verhindert, indem er Desmarais’ Geschoss nach einem Sololauf abwehrte. Das 1:1 in der 27. Minute hätte zur goldenen Vorlage werden können, um den Match im Sinne der Gastgeber zu lancieren. Doch die Oltner würgten den angeworfenen Motor gleich wieder selber ab. Als Mottet die Strafbank drückte, leistete sich der um Di Pietro reduzierte und um Annen aufgestockte Powerplayblock einen Schnitzer, der Barras in Puckbesitz brachte. Desmarais wurde erneut am rechten Flügel lanciert und reüssierte diesmal wieder gegen Kropf.

Sorgenkind Chancenauswertung

Das 1:2 rückte für die schon mit Personalsorgen und Umstellungen kämpfenden Oltner wieder jene Not in den Vordergrund, welche die vergangene Woche geprägt hatte.

Die Defizite in der Chancenauswertung, mit der die Oltner schon beim letzten Sieg gegen Lausanne gekämpft hatten, machten sich nach dem blamablen erneuten Rückstand umso bitterer bemerkbar.

Von der Spielhälfte an spielte der vormalige Leader klar mehr auf der Chancenklaviatur, ohne das Ergebnis aber zu seinen Gunsten verändern zu können. Zum Unvermögen gesellte sich wie in solchen Fällen oft üblich auch Pech im Abschluss, das sich mit zwei Metalltreffern manifestierte. So führte auch die letzte Verzweiflungstat, ein sechster Feldspieler, nur dazu, dass Ajoie das Score durch Barras 62 Sekunden vor Schluss noch auf den endgültigen Stand von 1:3 erhöhte.

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