Eishockey
EHC Olten schlägt GCK Lions mit 9:2

Die Dreitannenstädter feiern beim 9:2 in Küsnacht den höchsten Sieg der Saison. Nach einer konstanten Leistung und einer Spielfreude, die ihresgleichen sucht, war der Sieg in dieser Höhe absolut gerechtfertigt.

Michael Forster (Text) und Philipp von Arx (Liveticker)
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GCK Lions : EHC Olten
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Christopher Bagnoud (vorne) im Kampf um den Puck gegen Pascal Naegeli (hinten).
Justin Feser, Reto Kobach und Marco Truttmann bejubeln einen Treffer der Oltner. (v.l.).

GCK Lions : EHC Olten

André Grossenbacher

Da hatte man aufseiten der Oltner im Vorfeld der Partie noch davor gewarnt, dem Gegner zu viele Spielanteile zu überlassen.

Man stieg gar mit einer Portion Respekt und dem Vorsatz ins Spiel, den GCK Lions das eigene Spiel aufzudrängen. Und das gelang schon fast beispielhaft. «Wir haben sehr konzentriert gespielt», freute sich Coach Heikki Leime zurecht über die starke Leistung seiner Mannschaft, «denn es ist hier wirklich nicht ganz einfach.»

Er habe seinen Spielern gesagt, sie sollten die speziellen Umstände in Küsnacht auszublenden. «Wir haben das heute bewusst als Playoff-Partie betrachtet – obwohl es natürlich alles andere, als das war, in erster Linie der speziellen Atmosphäre wegen.»

Harte Schale, weicher Kern

Warum stand Scott Beattie (47), der neue Trainer des EHC Visp, beim Spiel in Olten nicht an der Bande? Hatte der ehemalige Trainer der Oltner noch ein Stadionverbot als Resultat der juristischen Auseinandersetzungen um die Auflösung seines Vertrages? Oder gibt es gar eine Abmachung, dass er gegen Olten nicht coachen darf? Die Antwort die auf diese Frage ist ganz einfach: Es war Scott Beatties Entscheidung, in Olten nicht zu coachen. Und zwar aus Rücksicht auf seine Familie, die nach wie vor in der Umgebung von Olten lebt. Er befürchtete, es könnten im Stadion durch seine Präsenz Emotionen ausgelöst werden, die am Ende seine Familie spüren müsste. Drohungen gegen ihn hatte es vor dem Spiel jedoch nie gegeben. Ein Stadionverbot für den Kanadier bestand auch nicht. Es wäre rechtlich sowieso nicht durchsetzbar. Es bestand lediglich eine Abmachung, dass er sich, so lange sein Vertrag in Olten noch nicht aufgelöst war, nicht im Stadion zeigte. Und somit bleibt als Resumée: Scott Beattie hat die raue Schale, die zum Hockey-Business gehört. Aber einen weichen Kern. Sollte es zu einer Playoff-Serie zwischen Olten und Visp kommen, so wäre es doch ganz gut, wenn sich vor der ersten Partie in Olten das Powermaus-Maskottchen und Scott Beattie herzlich und lange und für die Zuschauer gut sichtbar zum Zeichen der Versöhnung umarmen würden. Wir könnten dann in Bezug auf das Maskottchen, vor allem wenn R.G. drin steckt, ja sagen: weiche Schale, harter Kern. (kza)

Die Oltner zelebrierten Eishockey

Der «Trick» verfehlte seine Wirkung nicht. Die Gäste stiegen hoch motiviert in die Partie und zeigten den Junglöwen von der ersten Minute an die Limiten auf.

Diesen fehlte es bei der deutlichen 2:9-Niederlage gegen den Tabellenzweiten an allem. Die Oltner waren in jeder Beziehung mindestens eine Klasse besser. So vermochten die Zürcher nicht einmal bei der Schnelligkeit zu punkten; damit hatte der EHCO in der Vergangenheit des Öfteren seine Liebe Mühe, aber nicht so am Dienstag.

Eine sehr effiziente Störarbeit stand am Anfang des Erfolgsrezepts, gepaart mit konsequenter und konzentrierter Arbeit bis zum Schluss.

Der grösste Unterschied lag jedoch im spielerischen Bereich. Die Gäste strotzten nur so vor Spielfreude, erarbeiteten sich Chance um Chance und provozierten in der 34. Minute, nach dem 6. Treffer durch El Assaoui, einen Torhüterwechsel.

Vor allem in diesem zweiten Drittel zeigten die Oltner ihr ganzes Repertoire, vom herausgespielten 4:1 nur 15 Sekunden nach der Pause durch Topscorer Truttmann, zu Scherweys Knaller von der blauen Linie oder Hürlimanns erfolgreichem Gegenstoss in Unterzahl zum 7:1 (37.).

Erfreulich ist zudem, dass sich die Oltner den höchsten Sieg der Saison mit einer konstanten Leistung über 60 Minuten holten. «Es war wohl das erste Mal, dass wir an der Bande wirklich ruhige Schlussminuten erleben konnten», schmunzelte Leime. «Das war ein sehr solides Spiel, mit viel Disziplin, dafür nur wenigen blöden Fehlern.» Er hoffe, dass die Mannschaft das eine oder andere ins Derby vom kommenden Samstag werde mitnehmen können.

GCK Lions - Olten 2:9 (1:3, 1:4, 0:2)
KEB Küsnacht. – 170 Zuschauer. – SR: Müller/Popovic, Abegglen/Krotak. – Tore: 2. Schneuwly (Wüst) 0:1. 9. Puntus (Prassl, Miranda) 1:1. 14. Hirt (Schneuwly, Wüst) 1:2. 20. (19:07) Feser (Truttmann/Ausschluss Romanenghi!) 1:3. 21. (20:15) Truttmann (Ganz, Schwarzenbach) 1:4. 31. Scherwey (El Assaoui) 1:5. 34. El Assaoui (Ast, Feser) 1:6. 37. Hürlimann (Ausschluss Romanenghi!) 1:7. 39. Puntus (Lazarevs, Hunziker) 2:7. 57. (56:11) Ulmer (Feser, Wiebe) 2:8. 57. (56:33) Schnyder (Hirt, Schneuwly) 2:9. – Strafen: keine gegen die GCK Lions, 4-mal 2 Minuten gegen Olten.
GCK Lions: Guntern (34. Zürrer); Peter, Molina; Braun, Hächler; Breiter, Seiler; Hunziker; Schmidli, D. Diem, R. Diem; Miranda, Prassl, Puntus; Hinterkircher, Nägeli, Nikiforuk; Lazarevs, Allevi.
Olten: Mischler; Ganz, Pargätzi; Kobach, Meister; Bagnoud, Ast; Schnyder, El Assaoui; Schwarzenbach, Hürlimann, Truttmann; Wiebe, Feser, Ulmer; Wüst, Schneuwly, Hirt; U. Huber, Romanenghi, Scherwey.
Bemerkungen: GCK Lions ohne Flüeler, Leimbacher, Sorvik (alle verletzt), Luchsinger, Schmuckli und Karrer (alle krank); Olten ohne Aeschlimann, Burki, Wüthrich (alle verletzt) und Morini (überzählig). Puntus und Wüst als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.

Lesen Sie hier den Liveticker vom Spiel nach:

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