Ein Klubrekord könnte nicht schöner ausfallen: Seinen 14. Sieg in Serie feierte der EHC Olten mit einem historisch hohen 11:2-Erfolg gegen den Erzrivalen. Langenthal musste sich bei der Gala des NLB-Dominators im ausverkauften Kleinholz geradezu demütigen lassen.

Der Abend hatte für die Oltner Fans schon bei bester Stimmung begonnen, als der Stadionspeaker die Vertragsverlängerung mit Fabian Ganz bekannt gab. Der bald 24-jährige Verteidiger, der seit 2012 grünweiss trägt, band sich für weitere zwei Jahre an den überlegenen Tabellenführer. Die gute Laune verderben konnten die Gäste nie ernsthaft. Am Ende war es fast kaum zu glauben, dass Olten auf diese Weise erst zu seinem ersten Derby-Heimsieg in dieser Saison kam.

Das 0:1 brachte Olten nicht aus dem Tritt

Etwas Sand ins Getriebe des Leaders konnten die Berner nur zu Beginn streuen. Das 0:1 durch ein Geschoss Pascal Gemperlis von der blauen Linie in der 10. Minute war übers ganze erste Drittel gesehen ein vertretbarer Erfolg der Gäste, da die Platzherren in der Defensive nicht ganz ohne Risiko agierten.

Stefan Tschannen, der in der 17. Minute fast von einem Fehlpass profitierte, und Brent Kelly, der nachdoppelte und eine Zeigerumdrehung später den Puck über den Kasten setzte, schafften des weiteren die besten Akzente. Doch das reichte nicht aus, um das Überrollen durch die sich anbahnende Oltner Lawine zu verhindern.

Bei Langenthal passte nicht viel zusammen

Tschannen beklagte nach dem Spiel die vielen Geschenke, die seine Mannschaft vorallem im Überzahlspiel gemacht habe. «Wir sind stark gestartet, danach nahm das Elend seinen Lauf. Bei uns passte nicht viel zusammen, und bei ihrer Offensivkraft ist das tödlich», sagte der Langenthaler Captain.

Die Oltner Offensivkraft trug zuerst den Namen von Diego Schwarzenbach, der sich in der 14. Minute gegen alle Gegner und das schiefe Resultat durch die Reihen tankte und die Scheibe in der nahen Ecke von Marc Eichmann in die Maschen hob.

Knappe vier Minuten später hatte der Gästegoalie gegen den Laupersdörfer gleich nochmals das Nachsehen. Diesmal hatten die Kollegen des Paradesturms für Schwarzenbach noch etwas Vorarbeit geleistet. Romano Pargätzi, Raffael Lüthi und Remo Hirt hatten ihren Stock noch vor der ersten Sirene nahe an einer Vorentscheidung.

Katz und Maus gespielt

Im Mitteldrittel spielten die Gastgeber die Oberaargauer erbarmungslos an die Wand. Shayne Wiebe sah seinen Versuch noch scheitern, bevor Marco Truttmann nach lediglich 75 gespielten Sekunden auf 3:1 erhöhte. Dann nahm die Bearbeitung des Gästegehäuses eine immer höhere Kadenz an. Tim Weber, Wiebe und Justin Feser schossen den SCL-Torhüter sturmreif, ehe Steve Mason das 4:1 buchte.

Nach einem Gäste-Timeout ohne nachhaltige Wirkung und Hirts glanzvollem Hochecktreffer zum 5:1 dankte der sonst so tapfere Eichmann ab und räumte seinen Platz Marco Mathis.

Das Katz-und-Maus-Spiel der Oltner sollte trotzdem noch eine Weile andauern. In der 32. Minute profitierte Sandro Tschuor von einem Abpraller an der blauen Linie, zog alleine gegen den Neuling im Gästekasten und bezwang auch diesen zum ersten Mal.

Der EHCO-Captain leitete damit einen Einsatz für Mathis ein, der am Ende punkto Trefferquote sogar leicht schlechter ausfiel als jener von Eichmann. Denn auch der Rettungsanker, den Jeff Campbell in der 37. Minute warf, als er zwischenzeitlich auf 6:2 verkürzte, konnte das Langenthaler Schiff nicht vor dem totalen Untergang bewahren.

Erbarmungslos bis zuletzt

Remo Meister stellte die richtigen Verhältnisse mit seinem 7:2 in der 40. Minute wieder her. Fesers 8:2 in der 50. Minute läutete die Schlussphase ein, in der die Gastgeber keine Nachsicht mit dem Gegner mehr walten liessen. Tschuor, der wie Schwarzenbach zweimal skorte, ebnete mit seinem zweiten Tor den Weg zum «Stängeli».

Cyrill Aeschlimanns erster Saisontreffer sollte dann der schönstmögliche sein, als er in der 54. Minute endlich erfolgreich abschliessen konnte. Philipp Wüst vollendete das Skore mit dem 11:2 in der 56. Minute.
«Wir sind sicher in der Regel nicht neun Tore besser als Langenthal», kommentierte Aeschlimann das Resultat recht nüchtern, um hinzuzufügen: «Vielleicht diesmal schon, weil der Puck ganz für uns gelaufen ist.»

Wegweisend Richtung Kantersieg sei gewesen, dass sich Olten zu Beginn nicht habe einschüchtern lassen und im zweiten Drittel die Scheibe stets abfangen und in die gegnerische Zone spediert habe. «Es ist bitter, doch letztlich sind es auch nur drei verlorene Punkte», lautete am Ende SCL-Captain Tschannens einziger Trost an seine Leute.