Eishockey
EHC Olten: Gut, aber noch nicht gut genug

Der EHC Olten zeigt Fortschritte, unterliegt La Chaux-de-Fonds aber dennoch mit 1:3. Nach einem starken Beginn mussten sich die Oltner dem Tabellenzweiten erst ganz zum Schluss geschlagen geben.

Michael Forster
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Der EHC Olten stolperte in La Chaux-de-Fonds.

Der EHC Olten stolperte in La Chaux-de-Fonds.

HR.Aeschbacher/Archiv

Die ersten Minuten zu überstehen, das kommt der Standard-Devise gleich in La Chaux-de-Fonds. Und das gelang den Gästen diesmal ganz ausgezeichnet. „Der Start ist uns wirklich extrem gut gelungen“, zeigte sich Philipp Wüst nach dem Spiel zurecht zufrieden, „wir haben die Räume eng gemacht, sind kompakt gestanden – damit hatte La Chaux-de-Fonds seine liebe Mühe.“ Mit nur zwei Änderungen im Vergleich zum letzten siegreichen Auftritt in der Les Mélèzes angetreten (Weber spielte anstelle von Studer, dazu Bäumle für Tobler), dauerte es exakt fünf Minuten, ehe es erstmals gefährlich wurde vor dem EHCO-Hüter. Bonnet vergab nach einer Einzelaktion ebenso wie eine Minute später Muller, welcher Thomas Bäumle zu einer sehenswerten Parade zwang. Es war auffallend, dass der HCC auf Fehler in der Gästeabwehr warten musste. Denn diese liess sich vom schnellen Umschalten kaum einmal überrumpeln und leitete ihrerseits immer wieder gute Möglichkeiten ein. Alleine Feser verfehlte in den ersten Minuten zweimal den holprigen Puck in bester Position, doch das Glück fand umgehend zum EHCO. Wüsts Ausrutscher auf dem Puck wurde in der 12. Minute etwas grosszügig als Halten von Zubler interpretiert, und das nutzten die Gäste zum ersten Treffer der Partie. 1:11 Minuten hielt die HCC-Defensive gegen die Oltner Paradelinie dicht, dann war der Puck drin: Feser traf mit seinem Weitschuss, wobei Wüst vor dem Tor noch entscheidend Störarbeit leistete.

Kaum war dann vor 2127 Zuschauern wieder angespielt, hatte Bäume einen Ablenker zu entschärfen – gegen den Nachschuss von Samuel Grezet war er dann aber machtlos. Trotz des Gegentreffers konnte man den Gästen im ersten Abschnitt keine Vorwürfe machen. Sie agierten diszipliniert, spielten solide hinten heraus und vermieden Fehler weitgehend. Und doch folgte der eine oder andere Aussetzer, in der 28. Minute zum Beispiel, als sich die Oltner in Überzahl relativ ungeschickt anstellten und Bonnet (er verlängerte beim HCC für zwei weitere Saisons) entwischen liessen. Doch der auffälligste Chaux-de-Fonnier verpasste sowohl diese Möglichkeit zur erstmaligen Führung, wie auch jene sieben Minuten später, als er, das leere Tor vor sich, zu hoch zielte.

Auf der Gegenseite schlief die Offensivproduktion zunehmend ein. Eine Ausnahme war Schneuwly, welcher in der 26. Minute nach einem herrlichen Pargätzi-Steilpass entwischte, von Neininger jedoch von hinten gelegt wurde. Im fälligen Penalty-Duell blieb dann HCC-Hüter Giovannini Sieger. Danach übernahmen die Gastgeber das Ruder und liessen praktisch nichts mehr zu. Hätten sie bereits zu diesem Zeitpunkt ein besseres Auge für den freien Mann bewiesen, das Score hätte durchaus zu ihren Gunsten kippen können nach 40 Minuten. Stattdessen mussten sie den Schlussabschnitt mit einem Mann weniger in Angriff nehmen. Neininger erhielt kurz vor der zweiten Sirene eine Strafe aufgebrummt, weil er, wie bereits Forget unmittelbar vor ihm, des Bully-Kreises verwiesen wurde. Von dieser Strafe der kurioseren, weil relativ seltenen Sorte liessen sich die Neuenburger aber nicht gross beeindrucken. Forget und Barbero entwischten in Unterzahl und stellten die erstmalige Führung sicher.

Es sollte die frühe Vorentscheidung sein, denn die Gäste liessen, im Vergleich mit dem letzten Auftritt Ende Dezember, den Spielwitz und die Geradlinigkeit vermissen, um die jetzt solide HCC-Defensive noch einmal aushebeln zu können. Die Einzelvorstösse verliefen meist kurz nach der blauen Linie im Sand, und auch Wiebe vergab, nachdem er die Lücke für einmal gefunden hatte, vor Giovannini eher kläglich (58.). „Das 1:2 war wohl der Knackpunkt“, so Wüst. „Auch wir hatten Chancen, ein zweites Mal in Führung zu gehen, nutzten sie aber nicht.“ So bleibt nach der Reise in den Neuenburger die Erkenntnis, einen Schritt in die richtige Richtung gemacht zu haben. Wüst: „Allein, wir sind natürlich noch nicht dort, wo wir hin wollen. Denn schliesslich gingen wir auch heute mit dem Vorsatz aufs Eis, das Spiel auch zu gewinnen.“ Im Hinblick auf das heutige Derby in Langenthal (17.30 Uhr) gilt es, so der EHCO-Flügel, das Positive aus dem 1:3 mitzunehmen und diesmal nicht nur gut zu spielen, sondern auch noch zu punkten.