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EHC Olten auf der Zielgeraden Richtung Playoffs

Cyrill Aeschlimann (rechts, leicht verdeckt) profitiert vom Chaos vor dem Langnauer Tor und erzielt das 3:1.

Cyrill Aeschlimann (rechts, leicht verdeckt) profitiert vom Chaos vor dem Langnauer Tor und erzielt das 3:1.

Der EHC Olten überrumpelt den Tabellenführer SCL Tigers mit fünf Toren im Schlussdrittel und rückt damit immer näher an den Playoff-Heimvorteil.

50 Stunden nach dem Auswärtsflop gegen Schlusslicht Thurgau zeigte sich der EHC Olten gegen die SCL Tigers wieder von seiner besten Seite. Die Oltner bezwangen den Leader dank eines fulminanten Schlussdrittels gleich 5:1 und können sich wieder Hoffnungen machen, die Playoffs doch noch zu Hause beginnen zu können.

Dabei brauchten die EHCO-Fans allerdings einen langen Atem und vor allem im zweiten Drittel gute Nerven. Denn gleich zweimal kam Justin Feser im Mittelabschnitt völlig freistehend vor dem Langnauer Tor zum Schuss. Doch in der 32. Minute donnerte der Puck während eines Oltner Powerplays knapp am Pfosten vorbei. Und in der 38. Minute fand der EHCO-Kanadier in Damiano Ciaccio seinen Meister.

Es waren dies keineswegs die einzigen Chancen in einer temporeichen Partie, welche Offensivspektakel pur bot, den zweien brillanten Goalies wegen aber lange Zeit arm an Toren blieb. Neben Feser hatten auch Sami El Assaoui, Cédric Schneuwly, Remo Hirt sowie Philipp Wüst exzellente Möglichkeiten.

Allerdings hätten auch die Gäste mehrmals das Skore eröffnen können. Vor allem im ersten Drittel schnürten sie die Oltner phasenweise in deren Drittel ein. Zwischen der 9. und 15. Minute musste Michael Tobler gleich in fünf brenzligen Situationen nach Abschlussversuchen von Adrian Gerber, Yves Müller, zweimal Kevin Hecquefeuille und Yannick-Lennart Albrecht retten. Und in der 10. Minute hatte der EHCO-Keeper Glück, dass ein Ablenker von Christopher DiDomenico nur an der Torumrandung landete.

107 Sekunden doppelte Unterzahl

Nachdem sie im Mitteldrittel das Spieldiktat an ihre Gegner hatten abgeben müssen, gingen die Langnauer just während der Oltner Druckphase in Führung – und zwar auf unerzwungene Art und Weise. Denn Adrian Gerber lief in der 36. Minute wie Butter durch die EHCO-Verteidigung und schoss unbedrängt zum 0:1 ein.

Kurz vor der zweiten Pause hatten die SCL Tigers eine ausgezeichnete Möglichkeit, ihren Vorsprung zu erhöhen. Denn sie konnten gleich während 107 Sekunden mit fünf gegen drei spielen. Doch erst Schnyder, Feser und Wüst (während unendlich langen 66 Sekunden bis zu einem langersehnten Bully) und danach Wüthrich, Schneuwly und Lüthi verhinderten mit einem Grosseinsatz den zweiten Gegentreffer aus Sicht des Heimteams.

So blieben die Oltner im Spiel – und nutzten im Schlussabschnitt ihre Chancen endlich aus. Nur 30 Sekunden nach Wiederbeginn glich der Kanadier Adam Courchaine mit dem ersten Tor für seinen neuen Klub zum 1:1 aus, nachdem er kurz zuvor nur die Latte getroffen hatte. In der 47. Minute brachte Cédric Schneuwly die Platzherren nach einer schönen Kombination in Führung. In der 55. Minute sorgte Cyrill Aeschlimann (auch er erzielte sein erstes Saisontor) nach einem Break mit dem 3:1 für die Vorentscheidung. Und in der 58. Minute legten Philipp Wüst (notabene in Unterzahl) und Marco Truttmann innerhalb 38 Sekunden noch zwei Tore zum 5:1-Endstand drauf.

Sieg mit Stadion-Ansage

«Die schadlos überstandene Doppelstrafe gab uns einen zusätzlichen Schub fürs letzte Drittel», resümierte EHCO-Topscorer Marco Truttmann. Er hatte im zweiten Pauseninterview mit Stadionsprecher «Mige» Stalder angekündigt, «dass wir nochmals Gas geben werden.» Dass die Oltner das Schlussdrittel gleich mit 5:0 für sich entscheiden würden, dürfte aber auch Marco Truttmann nicht erwartet haben. «Doch ich habe gemerkt, dass die Langnauer nach dem 1:1 etwas nervös wurden. Wir hingegen sind hinten weiter kompakt gestanden und waren mit unseren Kontern erfolgreich.»

Ein perfekter Einstand war der Sieg für den 26-jährigen Cyrille Scherwey, der nach dem Konkurs der Basel Sharks bei Basel-Kleinhüningen 1. Liga spielte und bis Saisonende zum EHCO stiess. Auch für den Bruder des Berner National-League-A-Spielers Tristan Scherwey war die doppelte Unterzahl der Knackpunkt der Partie: «Dass wir da kein Tor bekommen haben, gab uns Kraft und Motivation fürs letzte Drittel. Aber es hätte auch anders herauskommen können.»

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