Eishockey

EHC Olten am Boden: Schlimmer gehts nimmer

Das Bild, mit Ajoie-Söldner Lemieux und dem Oltner Codey Burki, täuscht nicht: Der EHCO ist am Boden.

Das Bild, mit Ajoie-Söldner Lemieux und dem Oltner Codey Burki, täuscht nicht: Der EHCO ist am Boden.

Der EHC Olten verliert auch gegen Schlusslicht Ajoie - fünfte Niederlage in Serie

117 ebenso beklemmende wie lange Sekunden kurz vor Hälfte der Spielzeit sagten alles aus über den aktuellen Zustand des EHCO. Denn fast zwei volle Minuten lang konnten die Oltner im Mitteldrittel beim Stand von 1:2 mit fünf gegen drei spielen, nachdem innerhalb von drei Sekunden erst Barbero und dann auch noch Orlando auf die Strafbank geschickt wurden.

Doch statt die Doppelstrafe zumindest zum Ausgleich zu nützen, ärgerten die Oltner das immer lauter pfeifende Publikum mit unzähligen Querpässen entlang der (diese Saison ohnehin weiter vom Tor entfernten) blauen Linie, mehreren zu Befreiungsschlägen führenden Puckverlusten und keiner einzigen Torchance. Lediglich Feser drückte mal - richtig: von der blauen Linie - halbwegs gefährlich ab, doch der Puck landete deutlich über dem Tor.

Enttäuschende Ausländer

Immerhin riskierte Justin Feser einen Schuss. Sein Landsmann Shayne Wiebe - auch diese Szene war typisch für die grosse Verunsicherung der Oltner nach der Niederlagenserie - wurde in der 19. Minute völlig freistehend angespielt. Doch statt den Puck im Stile der vergangenen Glanzsaison in den Maschen zu versenken, suchte Wiebe irgendwo einen freistehenden Mitspieler und passte ins Nirgendwo.

Während die EHCO-Ausländer einmal mehr auf der ganzen Linie enttäuschten, konnte es sich Ajoie - notabene das Schlusslicht der National League B - erlauben, Topscorer Keven Cloutier als überzähligen Kanadier Zuschauer zu lassen. Dieses Luxusproblem hätten wir in Olten auch gerne...

Schuss von hinten

Dabei hatte die Partie aus EHCO-Sicht vielversprechend begonnen. Erstmals nach der Nationalmannschaftspause waren es nämlich die Oltner, die in Führung gingen. In der 7. Minute sah Brunner seinen ersten Schuss zwar von Mischler gehalten, reüssierte aber im Nachschuss. Doch schon nach der ersten Oltner Strafe war es mit der Herrlichkeit vorbei. Denn Ajoie nutzte Studers Ausschluss in der 10. Minute kaltblütig zum Ausgleich aus. Hauerts genaues Zuspiel verwertete Beauregard (richtig: ein Kanadier) zum 1:1-Ausgleich.

Beauregards Schuss kam wenigstens noch von vorne.

Doch als Rimann die Jurassier in der 24. Minute erstmals in Führung brachte, schoss er von hinter der verlängerten Torlinie. Den Weg in den Kasten fand der Puck via Schlittschuh des in dieser Situation äusserst unglücklich aussehenden Bäumle. Drei Minuten später hätte Hauert die Gäste beinahe mit zwei Toren in Führung gebracht, aber sein Distanzschuss prallte vom Pfosten zurück. In der 36. Minute - dazwischen hatten die Oltner ihr unselige Phase des doppelten Überzahlspiels - wurde das 1:3 aber trotzdem Tatsache, als Kummer von der Bande unbedrängt Richtung Tor marschierte und einschiessen konnte.

Entscheidung durch Shorthander

Allerdings dauerte es nur gerade 54 Sekunden, bis die Oltner durch Brunners zweiten Treffer wieder auf 2:3 verkürzten und damit erstmals nach vier Spielen nicht nur auf einem erzielten Tor sitzenblieben. Ja, es sollte gar noch besser kommen, glich Parati doch in der 51. Minute zum 3:3 aus. Es war dies die Belohnung für die stärkste Phase der Oltner, die im Schlussdrittel lange das klar bessere Team waren.

Doch just in dieser Sturm-und-Drang-Periode liefen sie in einen Konter, und Ajoie lag nach 54. Minuten durch einen Treffer Mosimanns erneut in Führung. Eine Minute später keimte bei den Oltner zum letzten Mal Hoffnung auf, als Ryser auf die Strafbank musste. Statt 4:4 hiess es aber 3:5 durch Barras auf Vorarbeit von Casserini und Goalie Mischler. Als hätten sie nicht schon genügend Unbill erlebt, kassierten die Oltner zu allem Überfluss auch noch einen Shorthander. Barras zweiter Treffer in der 59. Minute ins leere Tor war da nur noch Zugemüse.

«Ja keinen Fehler machen...»

«Blöde Fehler, die typisch sind für die Verunsicherung in der Mannschaft, haben den Match entschieden», meinte der sichtlich enttäuschte Benvenuto Savoldelli. Die verpasste Powerplaychance mit fünf gegen drei hatte für den EHCO-Verwaltungsratspräsidenten vorentscheidenden Charakter: «Jeder hat den Puck dem nächsten zugespielt - in der Hoffnung, selber ja keinen Fehler zu machen.»

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