EHC Olten
0 Tore, 9 Assists: Dion Knelsen, der Topscorer mit dem Auge für die Mitspieler

EHCO-Captain Dion Knelsen brillierte zuletzt als Topscorer, ohne dabei selbst ein Tor geschossen zu haben. Seine Ausbeute: 9 Assists. Warum es ihn überhaupt nicht stört, dass er als Center der ersten Sturmlinie noch kein einziges Tor auf seinem Konto hat.

Silvan Hartmann
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Dion Knelsen setzt seine Mitspieler in Szene.

Dion Knelsen setzt seine Mitspieler in Szene.

Marc Schumacher / freshfocus

Wer nach der ersten Handvoll Spielen die Swiss-League-Skorerliste betrachtet, sieht die Qualität der ersten EHCO-Sturmlinie schwarz auf weiss stehen: Stan Horansky (10 Skorerpunkte), Garry Nunn und Dion Knelsen (je 9) führen die ligaweite Statistik an. Was auffällt: Dion Knelsen, der in den letzten Spielen als Topscorer des EHC Olten auflief, hat noch kein einziges Tor geschossen, hingegen brilliert er mit neun Assists als ausgezeichneter Passgeber und ist damit an jedem dritten ­EHCO-Treffer beteiligt.

Als wir den EHCO-Captain darauf ansprechen, muss er lachen. «Es ist lustig und komisch zugleich – ich passe einfach all den guten Spielern», sagt er und lacht. Er sei von Garry Nunn in diesen Tagen auch schon darauf angesprochen worden, «aber ich denke keine Sekunde darüber nach», sagt er und ergänzt:

«Ich bin einfach nur glücklich, dass unsere Linie so gut harmoniert, so viele Chancen kreiert und Tore schiesst. Wenn die Linie funktioniert, wir Tore schiessen und gewinnen, dann kümmert mich das alles kein Bisschen.»

«Schwierig zu sagen, wer unsere erste Linie ist»

Seine Worte bestätigte Dion Knelsen vorgängig mit seiner Reaktion auf den 4:3-Siegtreffer von Garry Nunn fünf Sekunden vor Ende im Mittwochspiel gegen Visp: Er freute sich genauso ausgelassen über den Treffer wie der Torschütze selbst. Nachdem Dion Knelsen das Bully gewann, leitete Stan Horansky die Scheibe an Stéphane Heughebaert weiter, der wiederum via Bande Torschütze Nunn einsetzte – damit blieb dem EHCO-Captain vorerst der zehnte Assist verwehrt. «Viel wichtiger als meine Skorerpunkte ist, dass wir auch solche Spiele noch gewinnen. Und das haben wir getan», sagt der Kanadier.

Emotionen pur: Garry Nunn (rechts) schiesst fünf Sekunden vor Schluss das 4:3 - Dion Knelsen gesellt sich dazu.

Emotionen pur: Garry Nunn (rechts) schiesst fünf Sekunden vor Schluss das 4:3 - Dion Knelsen gesellt sich dazu.

Marc Schumacher / freshfocus

Spiele, die sich mit einem für Zuschauer äusserst packenden Spielverlauf zu einem echten Charaktertest entwickeln. Der Sieg gegen Direktkonkurrent Visp sei deshalb viel mehr wert als drei Punkte. Er habe nie daran gezweifelt, dass sie keinen Weg zum Sieg mehr finden würden.

Knelsen führt aus: «Ich freue mich auf jeden einzelnen Shift. Es macht einfach unglaublich viel Spass in einem solchen Team zu spielen mit solch ausgezeichneten Spielern. Sehen Sie sich unsere Kaderbreite an: Es ist schwierig zu sagen, wer unsere erste, zweite, dritte oder vierte Linie ist. Alle kreieren ihre Chancen und tragen ihren Teil zum Erfolg bei.» Sie hätten noch überhaupt nichts erreicht, aber dennoch spüre er, dass der erfreuliche Saisonstart im Team etwas ausgelöst habe. Knelsen sagt:

«Ich denke, ich habe noch nie so viel Vertrauen im Team gespürt, seit ich hier bin. Wir vertrauen uns gegenseitig, wir vertrauen unserem System, und wir glauben daran, dass wir jedes Spiel gewinnen können. Das ist grossartig.»

Das gegenseitig geschaffene Vertrauen sowie gewonnene Selbstvertrauen nehmen sie gerne mit an das erste Derby der Saison in Langenthal (Puckeinwurf: 17.30 Uhr). «Ja, sie haben einmal mehr ein gutes Team. Aber wir legen den Fokus auf uns. Ich denke, es ist ihr Job, herauszufinden, wie sie uns schlagen können.» Knelsens einfaches Rezept zum Erfolg: Weniger Turnover zulassen und weiterhin viele Chancen kreieren.

Dann klappts vielleicht auch mit seinem ersten Saisontreffer. Knelsen lacht. «Ich hoffe, es ist bloss eine Frage der Zeit. Ich fühle mich gut und bin bereit.» Er würde es ohne gelben Helm tun. Den trägt in Langenthal Stan Horansky.

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