Der achte Lauf der Jura Top Tour 2017 ging über exakt 14,1 Kilometer und war mit 1020 Höhenmetern gespickt. Der Start erfolgte bei der Solothurner Kantonsschule, Ziel war das Kurhaus Weissenstein. Eggenschwiler und Tefera gewannen beide zum ersten Mal auf dem Solothurner Hausberg.

Tefera doppelte damit acht Tage nach seinem Coup am Oltner Belchen-Berglauf nach. Der 25-Jährige, der seit etwas mehr als vier Jahren in Herrenschwanden bei Bern lebt, konnte sich bereits nach etwas mehr als drei Kilometern von seinen Verfolgern lösen. Beim Bahnhof in Oberdorf entschied er die Sprintwertung vor dem dreifachen Weissensteinlauf-Sieger und Titelverteidiger Christian Mathys für sich und lief danach ungefährdet zum Sieg. Bei seinem vierten Berglauf-Sieg im 2017 lief er knapp elf Kilometer alleine an der Spitze. «Das war eine sehr schöne Premiere für mich auf dem Weissenstein», waren die ersten Worte des Siegers im Ziel. «Ich will in zwei Wochen am Jungfrau-Marathon starten», sagte Tefera über seine weiteren Ziele.

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Der Tageszweite und Spitzenreiter der Kategorie Männer 35, Simon Zahnd aus Riggisberg, zeigte sich nach dem Wettkampf bei ziemlich idealen Bedingungen glücklich. «Ich bin zum ersten Mal hier gestartet. Nach dem Sprint in Oberdorf lief ich lange Zeit mit Christian Mathys zusammen», fasste Zahn sein Rennen zusammen. «Als dieser zurückfiel, schloss ich mich mit Gilles Bailly zusammen. Von hinten kam aber Michael Morand näher. Da musste ich reagieren und mich absetzen.» Christian Mathys, der Elfte der diesjährigen Berglauf-Langstrecken-WM, fiel bis ins Ziel noch auf den fünften Platz zurück. Sechster wurde der in Reiden wohnhafte und gebürtige Niederämter Severin Widmer.

Eggenschwiler eine Klasse für sich

Nur acht Tage nach ihrem zweiten Platz am Inferno Triathlon hinter der Rekordsiegerin Nina Brenn war die Solothurnerin Petra Eggenschwiler am Weissensteinlauf ganz klar die Chefin. Die 29-Jährige, die aus Laupersdorf stammt und seit Kurzem in Langendorf wohnhaft ist, feierte einen klaren Start-Zielsieg auf ihren «neuen Hausberg», wie sie selber betonte. Petra Eggenschwiler verwies ihre ersten beiden Verfolgerinnen, die Oltnerin Chantal Bernet und die frühere Mountainbike-Europameisterin Andrea Huser aus Sigriswil, mit über 10 Minuten Vorsprung deutlich auf die Ehrenplätze. «Ich lief von Anfang an mein Rennen und konnte hier schliesslich zum ersten Mal gewinnen», so Petra Eggenschwiler. «In den letzten Jahren war meistens Martina Strähl vor mir.» Eine starke Leistung bei der 27. Austragung des Weissensteinlaufs zeigte auch die 58-jährige Beatrice Fankhauser als Gesamtvierte. Sie lief direkt vor den beiden Solothurnerinnen Gisela Schneeberger aus Gänsbrunnen (5.) und Kathrin Götz aus Bellach (6.) über die Ziellinie.

Mit 497 gemeldeten Teilnehmern, von denen 491 das Ziel erreichten, war nach dem Passwang-Berglauf auch der Weissensteinlauf in Sachen Teilnehmerzahl gegenüber 2016 nicht rückläufig. In einer ersten Analyse war auch OK-Präsidentin Barbara Imholz, die «wie immer auf viele treue Helfer neben dem 18-köpfigen OK zählen konnte», sehr zufrieden: «Das ganze Rennen lief bei guten Wetterbedingungen. «Wir hatten auch wieder rund fünfzig Laufbegeisterte mehr am Start als letztes Jahr. Und die beiden Rennärzte Peter von Stockar und Monika Fürholz mussten niemanden verarzten.» Rolf Schoy, der Chef der Jura Top Tour, dachte in einer ersten Analyse nach acht der neun Etappen über mögliche Änderungen in der Zukunft der Rennserie nach. «Wir könnten zum Beispiel einen Staffel-Wettkampf oder einen Kids-Cup starten», meinte der Oekinger. «Aber auch ein Leader-Trikot, wie bei anderen Rennserien für die erste Frau und den ersten Mann des Gesamtklassements, könnte für die Zuschauer attraktiv sein.»