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Dulliken kriselt seit Derbysieg

Der FC Dulliken, der die letzte Saison auf dem sensationellen vierten Platz beendet hatte, liegt in der 2. Liga inter nach fünf Spieltagen auf einem Abstiegsplatz. Trotz Baisse will Präsident Ueli Schenk nicht von einer Krise reden. Aber er findet deutliche Worte: «Es harzt im Moment, das ist offensichtlich. Die Mischung im Team stimmt noch nicht.»

Raphael Wermelinger
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Gegen Olten war die Welt der Dulliker (mit Dos Santos, Nr. 18) noch in Ordnung, seither ist die Saison eine Zerreissprobe.

Gegen Olten war die Welt der Dulliker (mit Dos Santos, Nr. 18) noch in Ordnung, seither ist die Saison eine Zerreissprobe.

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Im Vergleich zur vergangenen Saison fehlt den Dullikern nur ein Spieler: Semir Bisevac, der im Sommer zum FC Solothurn in die 1. Liga gewechselt war. «Dass uns seine 18 Tore in dieser Saison fehlen werden, war natürlich klar», so Präsident Ueli Schenk, «mit Sandro Husi und Josip Jukic haben wir als Ersatz jedoch zwei gute Offensivspieler geholt. Es geigt einfach noch nicht mit den Neuen. Die Laufwege und Spielzüge sind noch nicht automatisiert.»

Nicht fit oder Ladehemmungen?

Trotz dominantem Auftritt mussten sich die Dulliker im Startspiel der Saison gegen Subingen mit einem 1:1 begnügen. Das folgende Derby gegen Olten drehte Dulliken in der zweiten Hälfte dank drei Toren und sicherte sich damit den ersten Dreier der neuen Saison.

Dann folgten aber nur noch Niederlagen: 0:2 gegen Höngg, 2:4 gegen Schöftland und zuletzt ein 0:2 gegen das Team Aargau U21. Als Grund für die Negativserie streicht Präsident Ueli Schenk einerseits die schlechte Trainingspräsenz hervor: «Die Spieler waren teilweise zu Unzeiten in den Ferien und sind zum Teil erst kurz vor Meisterschaftsbeginn zurückgekehrt.»

Stellvertretend für die Mängel im konditionellen Bereich steht Stürmer Hazir Zenuni. 2015/16 war er mit 19 Treffern Dullikens Topskorer, jetzt wartet er noch auf sein erstes Saisontor. «Hazir ist körperlich sicher noch nicht bei 100 Prozent und kämpft daher in erster Linie mit sich und seiner Form», so Schenk.

Dem widerspricht Trainer Massimo Saracino allerdings. An der nötigen Kondition mangle es seinen Spielern nicht, ist der 35-Jährige überzeugt. Saracino sieht das Hauptproblem vielmehr darin, dass momentan gleich mehrere seiner Torgaranten an Ladehemmungen leiden: «Wir waren bis jetzt in keinem der fünf Spiele schwächer als unser Gegner, doch der Ball ging nicht rein.»

Sein Team sei in den Partien gegen Höngg und Schöftland sogar spielbestimmend gewesen, habe es aber jeweils verpasst, den Match vorzeitig in die richtige Bahn zu lenken. Die drei punktelosen Spiele sind laut Coach Saracino auch an der Mannschaft nicht spurlos vorübergegangen. Die Stimmung beschreibt er als angespannt. «Die Jungs sind natürlich auch nicht zufrieden mit ihren Leistungen. Sie wissen selber, dass sie noch mehr machen müssen.»

Saracino hofft auf ein baldiges Erfolgserlebnis, welches seiner Meinung nach die Trendwende bedeuten würde. Am besten schon morgen im Auswärtsspiel beim FC Iliria, der bis jetzt erst einen Punkt geholt hat und auf dem vorletzten Platz klassiert ist. «Das wird ein richtiger Fight», prophezeit Saracino. «Wir dürfen jetzt einfach nicht verzweifeln, sondern müssen weiter an unsere Stärken glauben und ruhig unser Spiel abliefern.»

Präsident fordert eine Reaktion

Von einem «kapitalen Match» spricht Präsident Ueli Schenk. Er erwartet von der Mannschaft eine deutliche Reaktion auf die vergangenen drei Niederlagen. «Ich hoffe, die Spieler wissen, was es geschlagen hat. Wenn wir gegen Iliria auch noch verlieren, wirds richtig schwierig.» Und bei einer weiteren Pleite könnte auch der Trainerstuhl langsam ins Wanken geraten.

Obwohl es sich der FC Dulliken eigentlich gar nicht leisten könne, einen Trainer in die Wüste zu schicken, wie Ueli Schenk unterstreicht. «Auch wenn er zwischendurch noch ein wenig härter sein könnte, macht Massimo Saracino einen sehr guten Job. Aber wir beobachten die Situation natürlich genau. Dass ein Trainerwechsel kein Thema ist, kann man im Fussball nie sagen.»

Eine Rochade auf dem Trainerstuhl wäre für den Präsidenten also auch nicht wünschenswert. Dagegen hofft er darauf, dass sein Trainer im taktischen Bereich eine Anpassung vornimmt auf die kommenden Aufgaben hin: «Ich würde das Team lieber wie in der letzten Saison sehen: Aus einer sicheren Defensive heraus agieren und bei Ballgewinn schnell umschalten.»

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