Der FC Dulliken erlebte turbulente Tage vor dem kantonalen Duell gegen den FC Biberist. Der langjährige Dulliken-Stürmer Hazir Zenuni fühlte sich offenbar nicht mehr wohl auf der Ey und wechselte kurz vor Transferschluss auf die andere Seite der Gemeindegrenze, schloss sich dem FC Olten an. «Das hat die Mannschaft nicht gross tangiert, aber sie hat auf die Nachricht gut reagiert», stellte Dullikens Trainer Herbert Fischer klar.

In der Tat waren die Gelb-Schwarzen auf dem Platz bereit für das Spiel: Nach einem Dutzend Spielminuten eröffnete der FCD bereits das Skore durch ein sogenanntes Pingpong-Tor. Sven Schönenberger legte sich an der Strafraumgrenze den Ball zurecht und schloss ab, worauf FCB-Hüter Moreno Blum den Ball parieren konnte. Die Kugel flog jedoch direkt in die Füsse des nah beim Tor lauernden Nils Wernli, welcher sich seinerseits ebenfalls im Duell mit Blum geschlagen geben musste. Vollendet wurde der Angriff letztlich durch Dos Santos, welcher nach dem Abpraller von Wernlis Schuss Torhüter Blum zwar zum dritten Mal anschoss, seinen Abschluss allerdings trotzdem im Netz zappeln sah.

Wenige Sekunden Spielzeit später folgte ein Ebenbild des vorangegangenen Treffers: Blerim Bekteshi schloss aus der Distanz ab, Blum konnte wiederum nur ungenügend abwehren und Stürmer Sven Schönenberger verwertete den Abpraller souverän. «Wir haben vor der Partie besprochen, dass wir in der Box nachsetzen müssen, dass wir da immer mit mindestens vier Spielern präsent sein wollen. Das hat sehr gut funktioniert», gab Fischer den Spielplan wieder.

Biberist nach der Pause wacher

Auf Biberister Seite vermochte man lange nicht zu überzeugen. Im Gegenteil, denn in der zwanzigsten Minute erhöhte Dulliken wiederum nach einem Biberister Fehler auf 3:0. Im Angriff waren die Wasserämter auf den letzten Metern zu inkonsequent und konnten deshalb einen gefährlichen Abschluss aufs Tor vor dem Seitenwechsel nicht verzeichnen. Der Pausentee schien den Biberistern dann besonders gut geschmeckt zu haben. Denn nun spielte das Auswärtsteam wie verwandelt und kam zu Torchancen.

Andreas Felder und Giovanni Carnibella verzeichneten, übrigens nachdem Dullikens Schlussmann Gabriele D’Ovidio den gestern wohl besonders rutschigen Ball fallen liess, gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Doppelchance. Und in der Defensive liessen die Gäste nun ebenfalls weitaus weniger anbrennen. Roman Rüegsegger belohnte nach einer Stunde Spielzeit diese Leistungssteigerung mit dem Treffer zum 1:3 nach einem geradlinigen Angriff mit schnörkellosem Abschluss. Zu mehr als guten Torchancen, vor allem durch Torschütze Rüegsegger, reichte es den Wasserämtern jedoch nicht mehr.

Zwei zufriedene Trainer

Biberists Trainer Vincenzo Salerno erklärte, er habe in der Halbzeitpause seinen Spielern in Erinnerung gerufen, dass bei einem Pausenstand von 0:3 Spiele entstehen können, von denen man noch in weiter Zukunft sprechen wird und dass die Chance dazu auch in diesem Spiel da sei. «Ich bin letztendlich zufrieden mit der Reaktion und kann der Mannschaft ein Kompliment machen», resümierte er trotz 1:3-Niederlage. Der gesamte Weg des Teams stimme und man habe sich nun auch konditionell an die höhere Liga, die ihm und seinen Spielern sehr gefalle, akklimatisieren können. Sein Pendant «Hebi» Fischer meinte zur Änderung der Kräfteverhältnisse in der zweiten Halbzeit: «Das ist die Physionomie des Spiels. Biberist hatte nichts mehr zu verlieren und konnte mehr Risiko eingehen, während wir in der ersten Halbzeit sehr viel investiert hatten.» Der Dulliken-Trainer zeigte sich erfreut, dass er mit den Niederämtern momentan die kantonale Nummer zwei hinter dem FC Solothurn ist. Ein weiteres für ihn erfreuliches Fazit nach dieser Partie: Auch ohne Hazir Zenuni kann der FC Dulliken drei Tore schiessen und solche Spiele gewinnen.